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Von Burnout bis Mobbing Sechs häufige Job-Probleme - und ihre Lösung

Angestellte stehen unter besonderem Druck: Der Chef fordert mehr Leistung, die Kunden neue Ideen. Welche sechs Probleme sich daraus häufig ergeben - und wie Sie sie lösen.

Der beste Rat meines Lebens
Guter Rat ist teuer Quelle: WirtschaftsWoche Online
Ex-Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann: In andrer Glück sein eignes findenIch war noch ein Junge, als mir mein Vater das Gedicht von Christoph Martin Wieland aufschrieb: „In andrer Glück sein eignes finden, ist dieses Lebens Seligkeit. Und andrer Menschen Wohlfahrt gründen, Schafft göttliche Zufriedenheit.“ Seine tiefe Weisheit hab ich erst in der Finanzkrise vollständig erfasst. Unternehmen haben eine gesellschaftliche Aufgabe: sozialen Mehrwert zu schaffen. Die erste Aufgabe von Managern ist es, Gewinn zu erwirtschaften. Aber nicht des Gewinnes selbst wegen, der ist nur Mittel zum Zweck, damit das Unternehmen wachsen und neue Produkte entwickeln, Arbeitsplätze schaffen und Steuern zahlen – kurz Wohlfahrt gründen – kann. Quelle: dpa
Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner: Wenn du es eilig hast, nimm einen UmwegAls ich darüber grübelte, was wohl das richtige Studium wäre, um ein berühmter Journalist zu werden und mir mein gesamter Bekanntenkreis und alle Profis rieten, Publizistik zu studieren, fragte ich zur Sicherheit noch Artur Joseph, Journalist und väterlicher Freund meiner Mutter. Er sagte: „Es ist egal, was du studierst, nur ein Fach auf keinen Fall: Publizistik“. Ich war verwirrt: „Aber das ist doch der direkte Weg?“ „Und deshalb ist es falsch. Wenn du es eilig hast, mach einen Umweg“. Er fragte mich, worüber ich am liebsten schreibe. Ich studierte Musik, Literatur und Theater. Zwei Jahre später war ich freier Musikkritiker bei der FAZ. 20 Jahre später CEO von Axel Springer. Quelle: dpa
Henkel-Chef Kasper Rorsted: Mach es richtigMein Vater sagte mir schon als Teenager: Man kann als Schüler kein gutes Abitur machen, wenn man zehn Jahre in der Schule schläft, und auch an der Universität keinen guten Abschluss erzielen, wenn man erst kurz vor den Prüfungen anfängt, ernsthaft zu arbeiten. So ist es auch im Geschäftsleben. Es wird kein erfolgreiches Geschäftsjahr geben, wenn schon die ersten zwei Quartale schlecht gelaufen sind. Wenn man sich entschieden hat, etwas zu tun, dann natürlich auch richtig. Quelle: dpa
Allianz-Chef Michael Diekmann: Eine kleine Lüge wird immer größer„Eine kleine Lüge wird immer größer“, das war der beste Rat, den ich bekommen habe. Immer wieder habe ich erlebt, dass Unwahrheiten ihren Schöpfer einholen und womöglich übermannen. Deshalb rate ich zur Aufrichtigkeit. Nicht nur privat; beruflich erst recht. Ich finde es künstlich, die zwei Bereiche unter diesem Aspekt zu unterscheiden. Wenn ich beruflich handle, tue ich dies als Person. Quelle: dpa
UBS-Chef Sergio Ermotti: Der beste Rat ist der, den man sich holtFragen Sie andere um Rat, wenn Sie nicht weiterwissen. Das ist kein Zeichen von Schwäche, im Gegenteil. Aber wählen Sie Ihre Berater sorgfältig aus. Und messen Sie die Qualität der Ratschläge stets daran, ob und wie gut diese auf Ihre eigenen Bedürfnisse und Ziele zugeschnitten sind. Dies zu beurteilen kann Ihnen kein Berater abnehmen. Quelle: REUTERS
Unternehmer Reinhold Würth: Von der Pike auf lernenDer beste Rat meines Lebens war die Entscheidung meines Vaters, mich nach den acht Pflichtschuljahren von der Schule zu nehmen und mich als ersten Lehrling in seinem Unternehmen zu beschäftigen. Noch heute, 64 Jahre später, bin ich meinem Vater dafür dankbar, denn über die Lehrzeit hinaus konnte ich noch zwei weitere Jahre bis zu seinem Tod mit ihm zusammen arbeiten. Dadurch war ich wohlgerüstet, die kleine, solide Schraubengroßhandlung mit zwei Mitarbeitern weiterführen zu können und wachsen zu sehen bis zu einer Unternehmensgruppe mit zehn Milliarden Euro Umsatz. Quelle: dpa

Die sprichwörtlichen Messlatten werden immer höher. Zum einen sind da die eigenen Ansprüche, zum anderen die Erwartungen der Kollegen, Kunden und Vorgesetzten. Doch klar ist auch: Selbst der stärkste Motor macht irgendwann schlapp.

Und so endet der Dauerdruck bestenfalls in Stress und Erschöpfung, schlimmstenfalls in Burnout und Depressionen. Doch soweit muss es nicht kommen. Dann nämlich, wenn Sie gewisse Muster erkennen - und sich entsprechend verhalten. Hier typische Jobprobleme - und ihre Lösung.

Fall 1: "Ich fürchte, ich habe einen Burnout."

Fristen beherrschten seinen Alltag, die Kommunikation mit Kunden war schwierig, es fehlte an Mitarbeitern - alle Kollegen waren erschöpft und angespannt. Inklusive der Führungskraft selbst. Seit zwei Monaten hatte er die Vertretung für einen erkrankten Kollegen und dessen Abteilung übernommen. Seine eigene Arbeit stand wie ein Berg vor ihm, die Fehler häuften sich - und von der Unternehmensspitze kam keine Hilfe.

Er war unzufrieden und befand sich in einem Teufelskreis, aus immer mehr Anstrengung und immer weniger Erfolg. Sollte er für eine Weile aussteigen, bevor sein Unternehmen durch seine schlechten Leistungen Schaden nimmt und er seine Gesundheit ruiniert? Im Internet hatte er einen "Burnout-Test" gemacht und seine Vermutung bestätigt gesehen.

Burnout

Das Problem

Übersehen wird bei solch populärwissenschaftlichen Tests schnell, dass wir eine generelle Tendenz haben, Krankheitssymptome bei uns zu suchen und dann auch zu finden. Übersehen wird ebenso oft, dass es sich bei den Symptomen nicht um eine Augenblicksaufnahme handeln darf, sondern zum Beispiel Schlafstörungen oder depressive Verstimmungen erst dann symptomatisch sind, wenn sie über mehrere Wochen anhalten.

Wann waren Sie das letzte Mal beim medizinischen Check-up, was ist dabei herausgekommen? Welche Symptome beobachten Sie? Mentale Lustlosigkeit, Null-Bock-Stimmung, mangelnde Energie, Schlafprobleme?

Krank werden wir dann, wenn wir aus unserer seelischen und körperlichen Balance kommen. Viel Stress auf der einen Seite kann wie bei einer Küchenwaage durch viel Positives auf der anderen Seite ausgeglichen werden.


Die Lösung

Vielleicht müssen Sie erkennen, dass Ihr Perfektionismus Ihnen gerade auf die Füße fällt und Sie Ihre Ansprüche neu definieren müssen. Motto: "Gut ist gut genug." Sie sollten lernen, Kollegen und Mitarbeiter besser einzubeziehen - denn zu hohe Ansprüche führen oft dazu, dass man sich selbst zu viel zumutet.

Leider ist es heute in vielen Unternehmen üblich, die Angestellten zu überfordern. Umso wichtiger ist es, nicht alles, sondern das Wichtigste schaffen zu wollen. Organisieren Sie telefonfreie Zeiten, ziehen Sie sich in ein anderes Zimmer zurück, wenn Sie konzentriert arbeiten müssen, delegieren Sie. Und bitten Sie vertraute Kollegen um Feedback, falls Sie mit Ihren Ansprüchen zu weit gehen.

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