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Vorstände IT-Profis stehen im Abseits

Eine Studie stellt fest: Nur wenige IT-Chefs schaffen es in die obersten Gremien eines Unternehmens. Sie bleiben von wichtigen Entscheidungen ausgeschlossen. Doch dafür sind sie teilweise selbst verantwortlich.

Nur wenige IT-Verantwortliche schaffen es in die Vorstände ihrer jeweiligen Unternehmen. Diejenigen, die den Kabelsalat sortieren könnten, bleiben von den Schlüsselentscheidungen ausgeschlossen. Quelle: dpa

Sie halten die IT-Netzwerke am Laufen, sie sorgen dafür dass die Datenbanken funktionieren und kümmern sich darum, dass die Kosten bei der IT-Infrastruktur nicht aus dem Ruder laufen: Ohne einen fähigen Chief Information Officer (CIO) kann heute kaum ein Unternehmen halbwegs gut funktionieren.

Trotzdem spielt eine Mehrheit der CIOs in ihren jeweiligen Firmen eine untergeordnete Rolle. Einer Studie von Ernst & Young zufolge sind lediglich 17 Prozent von 300 befragten IT-Spezialisten Teil der Unternehmensführung. Diese Situation hat sich in den vergangenen Jahren scheinbar kaum verändert – obwohl die Rolle von CIOS und ihre Aufgaben seit fast zwei Jahrzehnten einen festen Platz im Unternehmensgefüge einnehmen, haben sie kaum die obersten Positionen in den Unternehmen erobert.

Die Ernst &Young-Studie hat für diesen Widerspruch – die Aufgaben und tatsächliche Rolle der CIOS  - zwei Hauptgründe ausgemacht.

12 Karriere-Mythen

Zum einen sind zwei Drittel der befragten IT-Spezialisten – und Verantwortlichen mit ihrer zugewiesenen Rolle vollkommen zufrieden. Es mangele den CIOs an Motivation, um in der Hierarchie des Unternehmens aufzusteigen. „Der CIO der Zukunft muss Beziehungen aufbauen, aktiver werden und sich mit Blick auf künftige Unternehmensentwicklungen besser positionieren“, sagt Olaf Riedel von Ernst & Young. Die IT-Verantwortlichen bräuchten nicht nur Business-Skills sondern verstärkt Kommunikationskompetenzen. 72 Prozent der Befragten sehen das ein – sie sind der Ansicht, dass der Ausbau von Beziehungen im Unternehmen für den Aufstieg in der Hierarchie förderlich sind.

"Sie müssen offensiver kommunizieren"

Auf der anderen Seite würde es an Unterstützung seitens des Topmanagements fehlen. 38 Prozent der befragten Fachbereichsleiter sind sich dessen bewusst: Die Unternehmensspitze würde sie nicht ausreichend unterstützen und einbinden.

Die Folge: Die meisten IT-Direktoren bleiben von Schlüsselentscheidungen ausgeschlossen.  Und der Stillstand bei ihrer Position innerhalb des Unternehmen könnte langfristige Folgen für die Entwicklung künftiger Geschäftsfelder sein – und für die Karriere der IT-Verantwortlichen selbst. „Wenn sie sich nicht entscheidend weiterentwickeln, dann droht ihnen der weitere Abstieg in der Unternehmenshierarchie oder gar das Karriere-Abstellgleis“ so Ernst & Young-Mann Olaf Riedel.  Er skizziert auch einen Ausweg vor der drohenden Karriere-Sackgasse: „De CIOS müssen offensiver kommunizieren und ihren Auftritt verbessern – intern als auch extern.“

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