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Vorurteile gegen Gründerinnen "Warum wollen Sie keine Kinder?"

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Gründerinnen sind erfolgreicher

Laut aktuellen Zahlen des Bundeswirtschaftsministeriums wurde 2012 mehr als jedes dritte Unternehmen von einer Frau gegründet. Das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn spricht aktuell von 34 Prozent weiblichen Start-ups, der KfW-Gründungsmonitor sieht den Frauenanteil sogar bei 39 Prozent. Misst man dies aber an der allgemeinen Erwerbstätigenquote von 46 Prozent, stellt man fest: Das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft.  Die gute Nachricht: die Tendenz steigt. Inzwischen sind rund 1,4 Millionen Frauen selbstständig, 2003 waren es noch knapp 400.000 weniger.

Gründerinnen gelten sogar als erfolgreicher als ihre männlichen Pendants. Laut einer Studie aus den USA gehen Unternehmerinnen seltener in die Insolvenz. Der Grund: ihre vorsichtige Planung.

So soll unser Traumjob sein
BetriebsklimaEine gute Arbeitsatmosphäre ist das wichtigste Kriterium der deutschen Arbeitnehmer bei der Firmenwahl. Zwei Drittel gaben in der repräsentativen Umfrage " Beruf und Karriere 2014" der CreditPlus Bank AG. an, dass ein gutes Klima unverzichtbar ist. Das angenehme Arbeitsklima ist aber nicht - wie man meinen könnte – vor allem der jungen Generation Y wichtig. In der Gruppe der 18 bis 24-Jährigen wird darauf am wenigsten Wert gelegt (60 Prozent). Erst nach einigen Berufsjahren wächst der Wunsch nach harmonischer Zusammenarbeit, besonders ausgeprägt ist er in der Altersgruppe 25 bis 34 Jahre (70 Prozent). Quelle: Fotolia
Work-Life-BalanceDas Gleiche gilt für die flexiblen Arbeitszeiten: Auch hier sprechen nur 43 Prozent der Jungen von einem wichtigen Kriterium. Dagegen sagen 60 Prozent der älteren Umfrageteilnehmer, dass ihnen die Work-Life-Balance besonders wichtig ist. So viel also zum Bild der jungen Generation, der ihre flexible Zeiteinteilung wichtiger ist, als die Karriere. Allerdings: Insgesamt steigt die Bedeutung der individuellen Zeitgestaltung über alle Altersgruppen hinweg an: Waren sie 2013 noch 49 Prozent der Deutschen wichtig, achten jetzt 56 Prozent auf flexible Arbeitszeiten bei ihrem Arbeitgeber. Quelle: Fotolia
KarriereAufstiegsmöglichkeiten sind heute weniger wichtig als noch 2013. Anstatt 40 Prozent geben nur noch auf 35 Prozent an, darauf großen Wert zu legen. Doch dieser Trend wird stärker durch Frauen als durch Männer getrieben, wie eine Betrachtung nach Geschlecht zeigt. Männern sind auf Aufstiegschancen und ein hohes Gehalt sehr wichtig (jeweils 42 Prozent). Bei Frauen liegen die Werte deutlich darunter (hohes Gehalt: 35 Prozent; Aufstiegschancen: 27 Prozent). Quelle: Fotolia
FamilienfreundlichkeitBeide Geschlechter legen aber in gleichem Maße Wert auf Sozialleistungen und Familienfreundlichkeit (jeweils 34 Prozent). Quelle: Fotolia
WeiterbildungGefragt, was sie für ihre berufliche Weiterentwicklung am liebsten tun würden, nennen die meisten Arbeitnehmer Auslandserfahrungen: 27 Prozent möchten einmal außerhalb Deutschlands arbeiten, vor allem in der Gruppe der 18-24-Jährigen ist dieser Wunsch ausgeprägt (38 Prozent). Einen Sprachkurs wollen ebenfalls fast 27 Prozent absolvieren, um mit internationalen Kunden und Kollegen besser kommunizieren zu können. Quelle: dpa
Selbstständig und verschuldetFür 23 Prozent ist die Selbstständigkeit ein erstrebenswertes Ziel. Dieser Wert ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken (2013: 26 Prozent). Um sich die Karrierewünsche erfüllen zu können, würden 42 Prozent der Arbeitnehmer einen Kredit aufnehmen. Quelle: dpa

Im Gegensatz zur Wirtschaft hat die Politik längst erkannt, was für ein Potenzial in Gründerinnen steckt – und fördert sie gezielt. Wenn es nach Zahlen des ehemaligen Wirtschaftsminister Philipp Rösler geht, hat das einen guten Grund: Wenn die Zahl der Gründerinnen auf 50 Prozent steigen würde, so hat das Ministerium ausgerechnet, würde auch das Wirtschaftswachstum zulegen – um vier Prozent.

Während Männer mehr auf das große Geld aus sind, gehe es für Frauen bei der Gründung um etwas anderes, hat Cornelia Klaus beobachtet. „Männer wollen Karriere machen. Bei Frauen steckt mehr Idealismus hinter einer Gründung“, sagt sie. Sie hat die Erfahrung gemacht, dass Frauen vor dem Schritt in die Selbständigkeit mehr Informationen haben wollen als Männer und dadurch besser vorbereitet sind. Gerade, weil sie möglicherweise auch noch Kinder miteinplanen müssen.

Die Hemmungen sind bei vielen Frauen dennoch groß. „Frauen haben mehr Angst vorm Scheitern“, berichtet Katja von der Bey, Geschäftsführerin des Gründerinnenzentrums Weiberwirtschaft. Sie gelten auch als risikoscheuer als ihre männlichen Pendants. Viele sorgen sich etwa um die betriebswirtschaftliche Seite, befürchten, dass ihr Finanzplan nicht aufgeht oder das Unternehmen Pleite geht.

„Die häufigsten Fragen von Frauen drehen sich um den Finanzplan“, sagt Cornelia Klaus. Als Beispiele nennt die Bereichsleiterin der Agentur Gründerinnen Consult die Fragen, wie man den Umsatz ermittelt oder wie viele Kunden man pro Tag braucht.

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