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Werner knallhart

Wie viel Gehalt macht wirklich glücklich?

Viel Geld ist besser als wenig Geld. Aber für viel Geld viel zu arbeiten, macht viele krank. Und Luxus wird schnell langweilig. Doch das Einkommen, dass uns am zufriedensten macht, lässt sich beziffern. Eine Kolumne.

Diese Faktoren beeinflussen Ihr Gehalt
älterer Mann im Büro am Computer Quelle: Fotolia
Euro-Münzen liegen auf einer Karte mit dem Bundesland Hessen. Quelle: dpa
Frauen mit verschiedenem Gewicht Quelle: dpa
Kandidatinnen bei Germany´s Next Topmodel Quelle: dpa
Fußballer rasieren sich Quelle: REUTERS
Eine Frau Quelle: Fotolia
Einem Mann kommt Rauch aus den Ohren (Symbolbild) Quelle: Fotolia

Bei der Frage nach dem perfekten Gehalt geht es ja um zwei Fragen:

1. Wie viel Geld braucht man?

2. Wie viel ist man bereit, dafür zu arbeiten?

Fangen wir mal mit dem ersten Aspekt an. Was wollen Sie sich gerne kaufen - und sind Sie wirklich sicher, dass Sie es brauchen?

Es gibt ja so Statussymbole. Was fällt Ihnen da ein? Kurzes Brainstorming:

Schickes Auto, Markenkleidung, Runden schmeißen in der Kneipe, MacBook statt Windows-Rechner, Pool vor der Terrasse, Doppelzimmer Deluxe statt nur die Standard-Kategorie, bio statt konventionell, Sauna im eigenen Keller.

Faktoren für eine Gehaltserhöhung

Aber seien wir ehrlich: Dieses Bedürfnis nach Luxus entspringt meist nicht unserer Seele, sondern wird uns von außen eingeimpft. Erst wenn einem der Nachbar dafür gönnerhaft auf die Schulter klopft, obwohl ihn der Neid innerlich zerfrisst, erst dann erst fühlt man sich auf einem guten Weg.

Wie kämen wir sonst auf die verrückte Idee, dass ein eigener Pool im Garten ein Gewinn an Lebensqualität ist? Weil man dann auf Google Earth einen blauen Fleck im Garten hat?

Eine Bekannte hat ein Haus in Florida. So eins wie von den Tanners bei Alf. Mit Durchgang von der Garage in den Wohnbereich. Und da hat sie so einen Pool. Wie er sich da so ins Gartenpanorama einschmiegt mit den Palmen im Hintergrund und die Grillen zirpen. Ein Traum!

Ich sag (mit einem eiskalten Bier in der Hand und den Füßen im Pool): "Wenn ich so einen Pool hätte, ich würde jeden Morgen vor der Arbeit eine Runde schwimmen."

Meine Bekannte mit dem Blick in den Abendhimmel: "Würdest du nicht."

"Wieso?"

"Aja, kein Mensch macht das. Ich war das letzte Mal vor rund zwei Monaten drin. Weil der Reinigungskäscher auf den Grund gesunken war. Außerdem: Die Ameisen. Und die Blätter. Und dann der Filter. Eigentlich sieht das Ding nur edel aus, macht Arbeit und kostet Geld. Wir würden ihn ja stilllegen. Aber dann würde ein leerer Pool an der Terrasse vor sich hingammeln."

Meine Verwandten in Schweden leben mittlerweile in der Post-Sauna-Ära. In Skandinavien war es in den 80ern total hip, sich einen Sauna-Bretterverschlag in den Keller zu kloppen und am Wochenende wie die Hühner im Röster abzuölen, um sich danach kalt abzuduschen und sich mit roter Birne und fix und fertig vor den Fernseher zu werfen. Mittlerweile dienen die Saunas dort meist als Pfandflaschenlager und als Winter-Quartier für die Gartenmöbel-Auflagen. Und wer wirklich ein- oder zweimal im Monat saunieren will, erledigt das im Schwimmbad.

Was ich damit sagen will: Luxus kann man irgendwann nicht mehr würdigen. Ein elektrischer Fensterheber war vor 20 Jahren ein teures Extra. Heute ist man schon genervt, wenn das Auto nicht intuitiv selber weiß, wann die Scheibe hoch und runter soll.

Experten sagen: Bis zu einem gewissen Lebensstandard führt mehr Geld auch zu mehr Zufriedenheit. Denn ein finanzielles Polster sorgt für ein entspanntes Gefühl von Sicherheit und ein paar Extras, die das Leben lustiger machen, sind auch nicht zu verachten. Und gesundes, abwechslungsreiches Essen in guter und fairer Qualität muss man sich erstmal leisten können. Aber dafür muss man nicht in Geld schwimmen.

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