Wie man richtig Nein sagt Raus aus der Gefälligkeitsfalle

Nein sagen ist schwer, vor allem im Berufsleben. Trotzdem ist es wichtig, sich Grenzen zu ziehen und die eigenen Prioritäten nicht zu vergessen.

Die Kollegen unterstützen, Gefälligkeiten leisten und Wünschen nachzukommen. Was sich zunächst positiv anhört, kann schnell dazu führen, dass man

Gerade sind die Aufgaben für den Tag festgelegt, alle Papiere geordnet, und eigentlich kann die Arbeit losgehen, da steht plötzlich der Kollege oder gar Chef in der Tür und fordert einen Gefallen ein: "Können Sie nicht noch schnell....." In solche oder ähnliche Situationen ist wohl jeder Arbeitnehmer schon einmal geraten, ganz gleich, in welcher Branche oder Unternehmen er arbeitet. Den Gefallen anzunehmen liegt of nahe: Sympathie, ein Beweis der eigenen Arbeitswilligkeit oder auch einfach Angst vor den Konsequenzen, wenn man nein sagt, sind Gründe, warum Gefallen angenommen werden, obwohl sie mit dem eigenen Arbeits- und Zeitplan kollidieren.

Sich in solchen Momenten Grenzen zu setzen und nicht jeden Gefallen bereitwillig auszuführen, fällt vielen schwer. „Man möchte nicht als unkollegial dastehen“, erklärt die Karriereexpertin Kerstin Hof aus Hamburg das Phänomen der Gefälligkeitsfalle. Sie betont jedoch, wie wichtig es ist, klare Grenzen zu ziehen: „Nein zu sagen bedeutet sich persönlich eine Grenze zu setzen und diese auch zu hüten.“

In Arbeit
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Dennoch fällt es vielen Arbeitnehmern schwer, ihren Kollegen oder dem Chef eine Bitte abzuschlagen. Schnell noch ein anderes Projekt dazwischengeschoben, eine Tabelle erstellt oder etwas kopiert, auch wenn dabei die eigene Arbeit in den Hintergrund gerät. In eine solche Gefälligkeitsfalle geraten Arbeitnehmer immer wieder. „Der Gedanke der dahintersteht, ist: Ich will, dass die anderen mich mögen“, so Kerstin Hof. Vor allem bei Berufsanfängern sei das ein großes Problem. Neu in der Firma, in der Hierarchie noch das letzte Glied in der Kette – da liegt es nahe, dass Gefallen eher angenommen werden als in Führungspositionen. Betroffene versprechen sich davon Sympathie und bessere Aufstiegschancen, weil sie unter Beweis stellen, wie viel sie arbeiten können.

Laut Kerstin Hof ist allerdings genau das Gegenteil der Fall. Wer auch einfach mal nein sagen könne, mache sich als Ansprechpartner wertvoller. Sprich, nicht die die Gefälligkeitsfalle zu tappen und auch mal Nein zu sagen, kann sich positiver auswirken als zum willigen Gehilfen für die anderen zu werden. „Viele haben Angst, sich unbeliebt zu machen, wenn sie nein sagen. Dabei ist das gerade auch ein Zeichen von Profil und Stärke. Wenn ich auch mal Nein sage, kann ich mir sogar Respekt verschaffen, auch beim eigenen Chef“, macht Kerstin Hof Mut.

Ihr Tipp, wie Arbeitnehmer es schaffen, Stärke zu zeigen und „Nein“ zu sagen: Selbstbeobachtung. „Sich eine Zeit lang aus der Vogelperspektive zu beobachten und herauszufinden, aus welchen Motiven ich Gefallen immer wieder annehme, kann mir helfen, mich zu behaupten“, rät Kerstin Hof.

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