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Yahoo-Chefin will Präsenzpflicht Warum Home-Office trotzdem lohnt

Yahoo-Chefin Marissa Mayer beordert alle Mitarbeiter in ihre Büros zurück und gibt damit ein Stück Firmenkultur preis. Dabei gibt es gute Gründe für Heimarbeit.

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Yahoo-Mitarbeiter müssen künftig wieder den Gang ins Büro antreten - Dabei sprechen viele Gründe für das Homeoffice Quelle: AP

Während in Vodafones neuer Deutschlandzentrale nur noch für etwa 80 Prozent der Mitarbeiter Arbeitsplätze zur Verfügung stehen und das Telekommunikationsunternehmen die Möglichkeiten zum Homeoffice ausbaut oder der Münchener Traditionsbetrieb Osram feste Schreibtische für den einzelnen Mitarbeiter abschafft und den Online-Zugriff auf interne Archive von der ganzen Welt aus ermöglicht, entwickelt der Internetriese Yahoo seine Firmenkultur in die entgegengesetzte Richtung. Entscheidet sich gegen Flexibilität und Eigenverantwortung, will zurück zur Anwesenheitspflicht für Mitarbeiter.

Ab Juni müssen alle Yahoo-Mitarbeiter wieder in ihren Büros arbeiten, die zum Teil großzügigen Regelungen zur Heimarbeit werden abgeschafft. In einem internen Memo begründet Personalchefin Jackie Reses die Entscheidung damit, dass die Kommunikation und die Zusammenarbeit am besten funktionieren, wenn alle an ihrem Arbeitsplatz seien.  Weiter heißt es: „Die besten Entscheidungen entstehen häufig bei Diskussionen auf dem Flur oder in der Cafeteria.“

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    Worauf Sie beim Führen virtueller Teams achten sollten
    1. Tipp: Meetings vorbereitenKlingt banal, erfordert aber viel Disziplin: Verschicken Sie Tagesordnung und Präsentationsunterlagen zur Vorbereitung eines Meetings an alle Teilnehmer. Führen Sie das Gespräch nicht auf informeller Ebene fort, wenn es offiziell beendet ist. Quelle: Fotolia
    2. Tipp: Erreichbarkeit regelnVirtuelle Zusammenarbeit erfordert mehr Kommunikation. Ermuntern Sie Ihr Team, regelmäßig zu kommunizieren - auf allen Kanälen, auch zu ungewöhnlichen Zeiten. Aber achten Sie auch darauf, dass sich einzelne Teammitglieder nicht in Debatten verlieren. Und setzen Sie klare Grenzen Ihrer eigenen Erreichbarkeit. Quelle: Fotolia
    3. Tipp: Kalender teilenRichten Sie einen Online-Kalender ein, in den alle Teammitglieder zuverlässig ihre Termine eintragen. Je detaillierter die Einträge sind, desto besser. So können Kollegen erkennen, wer beispielsweise gerade nicht am Platz ist, aber von unterwegs dennoch Zeit hätte, beispielsweise für eine Konferenzschaltung. Quelle: dpa
    4. Tipp: Vertrauen aufbauenIronie oder Sarkasmus führen in E-Mails oder Konferenzschaltungen schnell zu Missverständnissen. Achten Sie auf einen streng sachlichen Ton. Das fördert die Vertrauensbildung, unabdingbar für ein Team, das über Distanz zusammenarbeitet. Quelle: Fotolia
    5. Tipp: Real TreffenKeine Web-Konferenz, keine E-Mail, kein Anruf kann auf Dauer Treffen von Angesicht zu Angesicht ersetzten. Besuchen Sie Ihre Mitarbeiter regelmäßig vor Ort, berücksichtigen Sie klassische Arbeitsmeetings und gemeinsame Events wie Sport, Kochen, Kino- oder Konzertbesuche frühzeitig in Ihrer Jahresplanung. Quelle: Fotolia
    6. Tipp: Beachten Sie unterschiedliche ZeitzonenVirtuelle Meetings haben den Vorteil, dass es Grenzen überwindet und Mitarbeiter weltweit teilnehmen können. Sie sollten die Termine allerdings so legen, dass alle zu "humanen" Zeiten teilnehmen können. Sollte das nicht möglich sein, sollten die Zeiten angepasst werden, so dass nicht immer die gleiche Person im Schlaf gestört wird. Quelle: dpa
    7. Tipp: Geben Sie einen Fokus vor!Versuchen Sie es mit einer "Konzentrationsübung" am Anfang des Treffens. So fällt es ihren Mitarbeitern leichter sich auf das Meeting zu konzentrieren und die Aufgabe an der sie gerade arbeiten, zu vergessen. Quelle: Fotolia

    Doch das gerade ein modernes Unternehmen wie Yahoo diesen Schritt vollzieht, stößt auf Unverständnis. So schreibt zum Beispiel Virgin-Gründer Richard Branson in seinem Blog: „Um erfolgreich mit anderen zusammenzuarbeiten, musst du ihnen vertrauen.“ Mit der richtigen Kommunikationstechnologie, geregelten Abläufen und  einem ausgewogenen Anteil zwischen Homeoffice und Präsenzzeiten würden Mitarbeiter „verantwortungsbewusst, schnell und qualitativ hochwertig“ arbeiten.

    Tipps für die Heimarbeiter selbst

    Argumente die im Yahoo-Memo bezweifelt werden. „Schnelligkeit und Qualität werden im Homeoffice oft geopfert“, heißt es. Eine Behauptung die zahlreiche Studien widerlegen. Wissenschaftler der Stanford Universität kamen zum Beispiel zu dem Schluss, dass Mitarbeiter in Heimarbeit 13 Prozent produktiver sind als diejenigen, die im Büro arbeiten. Außerdem scheint ihre Zufriedenheit mit dem eigenen Job größer. Denn von den Testpersonen, die  zu Hause arbeiteten, verließen 50 Prozent weniger das Unternehmen als von den ständig im Büro Anwesenden.

    Work-Life-Balance wird immer wichtiger

    Arbeiten im Park und Chillout-Bereich
    Ein Testflug in einem zum Labor umgebauten Flugzeug Quelle: dpa
    Ein Blick in eine Fabrikhalle von Stryker Quelle: Presse
    Der Kid's Corner in einer Deutsche Bank Filiale Quelle: Presse
    Ein Kreativ-Raum in einer Schweizer Google-Zweigstelle Quelle: Presse
    Ein mann geht an einem IBM-Logo vorbei Quelle: AP
    Ein Konzert bei einem BMW-Mitarbeiterfest Quelle: Presse
    Telekomlogo an einer Scheibe Quelle: Reuters

    Das ist nicht weiter verwunderlich, stehen doch flexibles Arbeiten und Work-Life-Balance vor allem bei jungen Arbeitnehmern seit Jahren hoch im Kurs. Das zeigen zum Beispiel die jährlichen Arbeitgeberrankings der WirtschaftsWoche in Zusammenarbeit mit der Beratungsgesellschaft Universum. Beim Ranking im vergangenen November war die Work-Life-Balance mal wieder das wichtigste Karriereziel der befragten Young Professionals.

    Vor allem Frauen ist die Möglichkeit von zu Hause zu arbeiten wichtig. Der Softwarehersteller Teamviewer hat in einer Umfrage herausgefunden, dass sich mittlerweile fast die Hälfte der deutschen Frauen wünschen von zu Hause zu arbeiten. Bei den Männern sind es immerhin 38 Prozent. Besonders ausgeprägt ist der Wunsch bei den 31-45-jähirgen Arbeitnehmern. Solche Regelungen erleichtern gerade jungen Familien mit kleinen Kindern unvorhersehbare Betreuungsnotfälle zu regeln oder eine gewisse Zeit komplett aus den eigenen vier Wänden heraus zu bestreiten. Auch Pendler profitieren von dem einen oder anderen Tag Homeoffice pro Woche. Sie sparen Zeit und fühlen sich auch noch produktiver.

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      Tipps für den Umgang mit Heimarbeitern

      Beim jährlichen Schweizer Home Office-Day, den die Konzerne Microsoft, SBB und Swisscom 2010 zum ersten Mal initiierten, bestätigen sich diese Vorteile. 2012 haben zehntausende Schweizer einen Tag lang von zu Hause aus gearbeitet und dabei rechnerisch 1890 Tage sowie knapp 10.800 Tonnen CO2 gespart. 87 Prozent der Teilnehmer sagen, die Heimarbeit wirke sich positiv auf ihre Lebensqualität aus. Das wiederum führt zu mehr Kreativität, Produktivität und Motivation. 

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      Bei Yahoo wird dies unterdessen bezweifelt. Es kursiert die Vermutung, Marissa Mayer wolle das Home Office abschaffen, weil sie von vielen Mitarbeitern gar nicht mehr wisse, was sie den ganzen Tag tun und ob sie überhaupt etwas tun. Denn viele Angestellte kämen nie ins Büro.

      Um solchen unüberschaubaren Auswüchsen der Heimarbeit vorzubeugen, sind die Regeln in vielen Unternehmen enggefasst. Zum Beispiel wird Homeoffice auf ein oder zwei Tage die Woche begrenzt, Mitarbeiter müssen den Vorgesetzten über ihre Ergebnisse berichten oder via Telefon an Besprechungen teilnehmen. Mit etwas Vertrauen in sein Team und moderner Kommunikationstechnik sollte das eigentlich kein Problem sein.

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