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Ziele 2014 So schaffen Sie, was Sie sich vorgenommen haben

Haben Sie zum Jahreswechsel neue Vorsätze gefasst? Und gleichzeitig festgestellt, dass Sie viele alte gebrochen haben? Das muss nicht sein. So schaffen Sie 2014, was Sie sich vornehmen.

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So halten Sie Ihre Vorsätze durch
Wir nehmen uns täglich alles mögliche vor: Unseren Papierkram sortieren, den Keller aufräumen, den alten Schulfreund anrufen, die E-Mails im Büro abarbeiten, mehr Sport machen - die Liste ist endlos. Doch nicht nur bei den klassischen Neujahrsvorsätzen - abnehmen, mit dem Rauchen aufhören, gesünder leben - scheitern wir immer wieder. Das ist auch kein Wunder, da wir uns oft unkonkretes vornehmen: "Mehr Sport machen" ist schwieriger umzusetzen, als "jeden zweiten Tag mit dem Rad zur Arbeit fahren". Auch unrealistische Ziele verlieren wir schnell aus den Augen: Wer sich vornimmt, 20 Kilo abzunehmen, hält das mitunter schlechter durch, als jemand, der sich erst einmal fünf Kilo weniger auf die Fahne geschrieben hat. Und was uns keinen Spaß macht, lassen wir sowieso lieber links liegen. Ohne entsprechende Motivation geht bei uns gar nichts: weder beruflich noch privat. Das weiß auch die Unternehmerin und Beraterin Melanie Vogel. Die zertifizierte DISG-Trainerin hat deshalb die BIRD-Methode entwickelt, die helfen soll, seine Vorsätze auch durchzuhalten. Quelle: Fotolia
B wie BauchgefühlGrundsätzlich sollte man sich fragen, warum man etwas ändern möchte beziehungsweise unzufrieden ist. Wer sich etwas vornimmt, nur weil andere es erwarten, wird es nämlich nicht schaffen. Der eigene Wille zählt. Also fragen Sie sich, was Sie ändern wollen und warum? Quelle: dpa
I wie IndividualitätIhr Nachbar geht jeden morgen zwei Stunden joggen und macht abends auch noch mindestens eine Stunde Krafttraining, bevor er mit dem Hund einen ausgedehnten Spaziergang unternimmt? Das können Sie sich gerne zum Vorbild nehmen, nur genauso wird Ihr Sportprogramm wahrscheinlich nicht aussehen. Damit Sie Ihre Vorsätze auch durchhalten, machen Sie sich bewusst, wer Sie sind und wie Ihr Leben aufgebaut ist. Mit drei kleinen Kindern und einem Vollzeitjob müssen Sie anders planen, als der Sportstudent von Nebenan. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken und fragen Sie sich, wie Sie innerhalb Ihrer Möglichkeiten etwas an Ihrer Situation ändern können. Quelle: Fotolia
R wie RichtungWenn Sie sich darüber im Klaren sind, was Sie wirklich wollen und wie Sie es erreichen können, überlegen Sie sich, welche Richtung Sie Ihrem neuen Leben geben wollen: Was soll sich konkret ändern, wie sollen die Veränderungen erreicht werden? Setzen Sie sich klare, erreichbare Ziele. Quelle: Fotolia
D wie DurchstartenWenn Sie wissen, was Sie wollen, wie Sie es erreichen können und sich klare Ziele gesetzt haben, legen Sie los. Sofort. Nicht morgen, nicht bei besserem Wetter, jetzt. Sonst gewinnt doch noch der innere Schweinehund die Oberhand. Quelle: dpa

Herbert Hainer vergleicht das Leben eines Managers gern mit dem eines Athleten: Beide, sagt der Adidas-Chef, benötigten Talent, Leidenschaft und Ehrgeiz. Die wichtigste Parallele zwischen Spitzensport und Management: Führungskraft wie Hochleistungssportler bräuchten vor allem eines – klare Ziele. Und weil Adidas 2013 nicht alles erreicht habe, was sich das Unternehmen vorgenommen habe, sei sein Ziel als CEO von Deutschlands größtem Sportartikelhersteller klar: „Wir müssen uns 2014 noch mehr anstrengen.“

Ein nachvollziehbares Gefühl. Wer blickt zum Jahresende nicht zurück und hält zwischen Weihnachtsbraten und Silvesterfeuerwerk inne. Denkt darüber nach, was in den zurückliegenden zwölf Monaten gut gelaufen ist und was schlecht. Überlegt, welche Fehler er gemacht, welche Chancen er verpasst hat.

Viele stellen in diesen Tagen nicht nur ihre mentale Uhr auf null, sie blicken auch auf die kommenden Monate und fassen konkrete Vorsätze fürs neue Jahr, privat wie beruflich. Die einen wollen, wieder mal, den Zigaretten abschwören, mehr Sport machen, weniger Alkohol trinken oder sich gesünder ernähren. Andere wollen auf der Karriereleiter nach oben klettern, neue Kunden gewinnen, Projekte anstoßen oder einfach mehr Geld verdienen.

Denn diese Ziele sollen unser Verhalten positiv beeinflussen. Uns dabei unterstützen, pragmatisch zu handeln, diszipliniert zu bleiben und konzentriert zu arbeiten. Im Privatleben ebenso wie im Job. Das bestätigt auch eine Studie der Unternehmensberatung Accenture aus dem Jahr 2011, die 3400 Personen weltweit nach ihren wichtigsten beruflichen Plänen und Wünschen befragte. Die meisten wollten sich Wissen und Können aneignen, ihre Karriere planen oder flexibel arbeiten.

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    Mit diesen Ratschlägen erreichen Sie Ihre Ziele einfacher.

    Doch etwas zu wollen ist das eine. Es zu tun und die Pläne gegen Widerstände – nicht zuletzt gegen eigene psychologische Blockaden – durchzusetzen das andere. Das Bauchgefühl belegt auch ein Blick auf die Statistik: etwa eine Untersuchung des britischen Psychologen Richard Wiseman, der vor einigen Jahren mehr als 3000 Briten zu diesem Thema befragt und begleitet hat. 52 Prozent der von Wiseman beobachteten Personen glaubten, dass sie ihre Pläne einhalten würden. Die ernüchternde Bilanz nach einem Jahr: Gerade einmal zwölf Prozent der Probanden hatten geschafft, was sie sich fürs abgelaufene Jahr vorgenommen hatten. Auch in Deutschland ist es mit der Disziplin in Sachen Vorsätze nicht weit her: Nur etwa jeder Fünfte schafft es, sich an seine Vorsätze zu halten – und selbst das nur zwei bis drei Monate.

    Schon seltsam. Menschen haben heute mehr Freiheit denn je. Sie können das Studienfach ebenso frei wählen wie den Beruf. Dennoch scheitern viele dabei, ihre Ziele zu erreichen. Trotzdem – oder gerade deswegen? Was also kann jeder Einzelne dafür tun, seine Vorsätze in die Tat umzusetzen? Und wie gelingt es Führungskräften, im Unternehmen eine Kultur zu schaffen, die Mitarbeitern hilft, ihre Ziele zu erreichen?

    „Wollen allein genügt nicht“, sagt Hugo Kehr, Psychologieprofessor und Motivationsforscher an der Technischen Universität München. Er rät Managern, Angestellten regelmäßig drei Fragen zu stellen: Erledigen Sie Ihre Aufgaben wirklich gerne? Wie wichtig sind sie Ihnen? Und haben Sie die notwendigen Fähigkeiten?

    Je mehr Ziele, desto schwerer ist ihre Erledigung

    Dinge, mit denen Sie ihre Karriere riskieren
    Schon in Stellenanzeigen wird heute häufig Teamgeist gefordert. Hat man keinen und will ständig nur seine Karriereziele umsetzen, wird man irgendwann scheitern. Quelle: REUTERS
    Seien Sie offen, aber nicht zu offensiv. Manchmal hat man mehr Erfolg, wenn Kritik oder die eigene Meinung vorsichtig formuliert wird. Zu viel Ehrlichkeit schadet. Quelle: dpa
    Niemand möchte gerne, dass jemand an seinem Stuhl sägt. Deshalb: Nehmen Sie sich zurück - und sagen Sie niemanden direkt, dass Sie irgendwann gerne auf seinem Stuhl sitzen würden. Quelle: Fotolia
    Genauso wenig sollten Sie zu sehr von ihren Stärken überzeugt sein. Gut, wenn man weiß, was man kann. Aber das müssen nicht gleich alle wissen und fühlen. Quelle: dpa
    Wenn Sie immer alles richtig machen wollen, blockieren Sie innerlich und verlieren den Blick für andere Lösungen und Wege. Nehmen Sie davon Abstand. Quelle: Fotolia
    Kreativität - nein, danke. Na ja, nicht ganz, Kreativität ist zwar unverzichtbar, allerdings ist kann sie auch Unverständnis auslösen. Dann nämlich, wenn die Kreativität nicht (mehr) verstanden wird. Quelle: dpa
    Sicherheit vs. Risiko: Chefs sehen es gern, wenn Sie Risikobereit sind. Zu viel Sicherheit kann die Karriere kosten. Quelle: REUTERS

    „Wer diese Fragen mit seinen Mitarbeitern diskutiert, nimmt ihnen Angst“, sagt Kehr. Außerdem lernten Chefs ihre Angestellten dadurch besser kennen. Vor allem aber fördern sie deren Motivation.

    Warum das hilft? Weil der Mensch von Natur aus zu Disziplinlosigkeit neigt. Und weil er die Mühe für eine Aufgabe gerne unterschätzt. Hinzu kommt: Im modernen Berufsalltag fällt es schwer, Pläne einzuhalten. Die Arbeitswelt steht guten Vorsätzen im Weg. Besprechungen und Fristen hier, Termine und E-Mails dort – alle sind ständig unter Strom, werden abgelenkt und verzetteln sich.

    Thomas Fischer ist sich dieser Gefahr bewusst. Der 37-jährige Vorstand und Partner der Düsseldorfer Unternehmensberatung Avantum Consult pendelt ständig zwischen internen Besprechungen und externen Kundenterminen. Außerdem besucht er regelmäßig die Standorte in München, Hamburg und Zürich. Kein Tag ist wie der andere. Deshalb nimmt er sich jeden Freitagabend eine halbe Stunde Zeit, bevor er nach Hause fährt, und reflektiert die vergangene Woche. Außerdem notiert er sich die wichtigsten Pläne für die folgende Woche – und was er am kommenden Montag gleich als Erstes angeht. „So verliere ich meine Ziele nicht aus den Augen“, sagt Fischer.

    Doch die eigenen Ziele einfach nur aufzuschreiben genügt nicht. Sonst besteht die Gefahr, dass keiner der Punkte abgearbeitet wird. Denn Forscher wissen: Je mehr Ziele, desto geringer ist die Motivation, sie tatsächlich zu erledigen. Nach Ansicht des renommierten Motivationspsychologen Peter Gollwitzer von der Universität Konstanz erreichen Menschen eher, was sie sich vorgenommen haben, wenn sie sich vorher überlegen, wie sie es schaffen wollen.

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      So tricksen Sie Ihren Schweinehund aus

      Zu diesem Fazit kam im Jahr 2012 auch die Psychologin Amy Dalton von der Hongkong-Universität für Wissenschaft und Technologie. In mehreren Experimenten setzten sich Hunderte von Teilnehmern verschiedene Ziele. Mal wollten sie gesünder essen, mal ordentlicher sein, mal verschiedene Aufgaben im Labor lösen.

      Und dabei zeigte sich: Die Umsetzungsabsichten waren zwar durchaus hilfreich – aber lediglich dann, wenn die Probanden nur ein Ziel im Kopf hatten. Sollten sie mehrere Vorhaben gleichzeitig erledigen, waren die konkreten Absichten sogar kontraproduktiv. Die Freiwilligen empfanden die Ziele als schwieriger, erreichten sie seltener und hatten auch weniger Spaß daran. Vermutlich deshalb, weil den Teilnehmern durch die konkreten Pläne erst bewusst wurde, wie viel noch zu tun blieb.

      Umso wichtiger ist es, seine Ziele in kleine Schritte zu zerlegen – darauf setzt etwa Achim Berg. Der 49-Jährige, von 2007 bis 2010 Deutschland-Chef des Softwarekonzerns Microsoft und heute CEO des Dienstleistungskonzerns Arvato in Gütersloh, notierte sich vor seinem Amtsantritt in Ostwestfalen seine Ziele im neuen Job: die ersten 100 Tage zuhören; Standorte besuchen; mit Kunden, Führungskräften und Mitarbeitern diskutieren.

      Die Macht der kleinen Siege

      Die zehn Karrierekiller bei der Kommunikation
      Wer beruflich aufsteigen will, muss das auch signalisieren. Denn Talent allein reicht nicht, auch die Kommunikation der Qualitäten und Ambitionen ist zentral. Dies hat eine Umfrage des New Yorker Center for Talent Innovation unter 4.000 Fachkräften mit Hochschulabschluss und 268 Führungspersönlichkeiten ergeben. Die Studie zeigt die zehn größten Kommunikationsfehler für die Karriere auf. Platz 10: Gekicher und SchrillheitZu viel Gekicher und Lachen, lässt laut den Studienteilnehmern Frauen schlecht da stehen – und eine zu schrille Stimme Männer. Ein angemessenes Lachen und der richtige Tonfall wird von Führungspersonen erwartet. Gerade eine hohe Stimme wirkt zu emotional und lässt Zuhörer den Faden verlieren. Quelle: fotolia.com
      Platz 9: GefaselDie Argumente können noch so gut sein – wer sie nicht knapp und prägnant vertreten kann hinterlässt einen schlechten Eindruck. Ausschweifende Erklärungen und Gerede lassen die Standpunkte viel schwächer erscheinen. Wer wiederum knackig überzeugen kann, hat auch das Zeug zum Chef. Mögen die Argumente inhaltlich noch so schwach sein – auf ihre Kommunikation kommt es an. Quelle: fotolia.com
      Platz 8: Augenkontakt meidenWer seinem Kollegen oder Geschäftspartner nicht in die Augen schaut, hinterlässt einen schlechten Eindruck. Es zeigt, dass man nicht interessiert, etwas zu verbergen hat oder sogar lügt – alles Eigenschaften, die einem beim Karriereaufstieg nicht weiter bringen. Quelle: fotolia.com
      Platz 7: Ablenkungen suchenEine Führungskraft soll Aufmerksamkeit und Interesse zeigen – für sein Projekt, die Konferenz, die Rede oder das Gespräch. Wer jedoch im Meeting auf dem Handy rumspielt, im Gespräch Fussel auf dem Pulli sucht oder seine Nägel begutachtet, gibt der Umwelt den Eindruck, sie nicht ernst zu nehmen. Quelle: fotolia.com
      Platz 6: FlirtenEs kann ein Späßchen sein, ein ernster Annäherungsversuch, oder ein Mittel sich beim Vorgesetzten oder Geschäftspartner beliebt machen zu wollen – in jedem Fall ist Flirten in der Wirtschaftswelt unangebracht und untergräbt das professionelle Ansehen des Charmeurs. Quelle: fotolia.com
      Platz 5: FluchenZu fluchen, ist generell die falsche Kommunikationsart – doch gerade bei Führungspersönlichkeiten, die ein Unternehmen repräsentieren,  sind Schimpfworte besonders unangebracht.   Quelle: fotolia.com
      Platz 4: Keine ManierenChef sein verpflichtet: Führungspersönlichkeiten müssen sich entsprechend zu benehmen wissen. Zu den Erwartungen, die an eine hohe Position geknüpft sind, gehört eine ausgewählte Ausdrucksweise, Intellektualität, Höflichkeit und Würde. Quelle: fotolia.com

      „Ich finde es überaus motivierend, Ziele zu setzen und konzentriert daran zu arbeiten“, sagt Berg. „Das funktioniert allerdings nur, wenn man sich lediglich wenige und vor allem realistische Ziele setzt.“

      Teresa Amabile kann das bestätigen. Für ihre Studien ließ die Harvard-Professorin in den vergangenen Jahren Tausende einfacher Angestellte Tagebuch über ihren Arbeitsalltag führen. Außerdem befragte Amabile Hunderte von Führungskräften. Sie wollte herausfinden, welche Faktoren das Arbeitsleben angenehm gestalteten.

      Das Ergebnis: Am wichtigsten war den Teilnehmern, im Job sichtbare Fortschritte zu erzielen. Wohlgemerkt: Dafür waren gar nicht unbedingt große Meilensteine notwendig, auch Kleinigkeiten stimmten die Menschen zufrieden. Hauptsache, sie kamen überhaupt voran. Amabile nennt das „die Macht der kleinen Siege“.

      Dieses Gefühl kennt auch Lilian Kura gut. Die 39-Jährige arbeitet seit knapp 15 Jahren als freiberufliche Werbetexterin, Lektorin und Übersetzerin von Jugend-Sachbüchern. Außerdem twittert sie ausgiebig. Inzwischen folgen ihr bei dem Kurznachrichtendienst knapp 6500 Nutzer.

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        Um sich nicht allzu sehr ablenken zu lassen, hat sie sich einige Tricks überlegt. Ihre Bürotage beginnt Kura stets gleich: Zunächst hält sie ihren Tagesplan – unbedingt handschriftlich – in einer To-do-Liste fest, wobei sie besonders wichtige Aufgaben bunt hervorhebt. Zwischen den Hauptaufgaben notiert sie selbst vermeintliche Kleinigkeiten wie „Müll rausbringen“ oder „Unterlagen zur Krankenkasse schicken“. Der Grund: „Ist ein kleines Ziel erreicht, streiche ich es energisch durch“, sagt Kura, „und das gibt dann den richtigen Kick, sofort ein größeres Projekt anzupacken.“

        Was erfolgreiche Unternehmen für ihre Mitarbeiter tun

        Hat sie wirklich große Aufgaben vor sich – muss etwa ein längerer Text fertig werden –, erzählt sie Freunden und Kollegen davon. Und bittet diese darum, sie regelmäßig nach dem Stand der Dinge zu befragen – eine Art ausgelagerter Selbstkontrolle. Und wenn wirklich mal höchste Konzentration angesagt ist, nutzt Kura den „OmmWriter“ – eine Schreib-Software, die sämtliche Hintergrundprogramme und Benachrichtigungen ausblendet. So kann sie sich voll auf das Schreiben ihres Textes fokussieren.

        „Das ist manchmal beinahe Folter“, sagt Kura, „aber wenn man so ein sprunghafter Arbeitstyp ist wie ich und ohne strengen Chef dasteht, muss man sich eben irgendwie selbst disziplinieren.“

        Doch häufig ist der Chef selbst einer der Gründe, warum Angestellte ihre Ziele nicht erreichen. Warum? Im Berufsalltag werden viele Ziele von oben nach unten delegiert. Die Unternehmensleitung gibt den Führungskräften Zahlen vor. Und diese reichen die Auflagen umgehend an die einfachen Angestellten weiter. Für die Motivation ist das heikel. Denn Menschen fällt es per se schwer, fremde Ziele zu akzeptieren. Umso wichtiger ist es, dass die Angestellten zumindest wissen, warum sie etwas tun.

        Davon ist auch Caterine Schwierz von der Personalberatung von Rundstedt überzeugt. Viele Unternehmen hätten zwar eine Strategie für ihre eigene Zukunft, „aber nicht für ihre Mitarbeiter“, sagt Schwierz. Die einen sprächen zu wenig über ihre Entwicklungswünsche, die anderen machten sich darüber zu wenig Gedanken. „Natürlich ist das ein anstrengender Prozess“, sagt Schwierz, „doch davon profitieren alle Beteiligten.“

        Integrierte Mitarbeiter sind leistungsfähiger

        Zehn Tipps, um empfohlen zu werden
        NetzwerkenManchmal liegt des Rätsels Lösung ganz nah: Networking muss nicht in exklusiven Kreisen beginnen, sondern kann schon bei Freunden und Bekannten anfangen. Halten Sie die Augen also vor allem im eigenen Umfeld offen.
        Veranstaltungen besuchenSie müssen nicht auf jeder Party tanzen - und das sollten Sie auch nicht tun. Aber suchen Sie sich Veranstaltungen aus, die für Ihren Beruf und Ihr Netzwerk gut sind. Stammtische gibt es für (fast) alles und überall. Quelle: dpa
        Kontakte pflegenEin schneller Kaffee in der Stadt, nette Grüße an Weihnachten: Pflegen Sie Ihre Kontakte - und melden Sie sich regelmäßig bei den Menschen, die Sie aus dem Praktikum oder einem alten Job kennen.
        Kontakte in sozialen NetzwerkenScheuen Sie sich nicht, den Chef und die Kollegen auch bei Facebook hinzuzufügen - so bleiben Sie nicht nur miteinander in Kontakt, sondern erfahren auch alle Veränderungen. Quelle: dpa
        Geben & NehmenBraucht jemand Ihre Hilfe, sollte Sie diese nicht verwehren. Schließlich wissen Sie nicht, wann auch Sie wieder einmal Unterstützung in Anspruch nehmen müssen.
        Seien Sie ehrlich und direktMit diesem Vorsatz werden Sie am weitesten kommen: Wenn Sie etwas wollen, dann sagen Sie es direkt und nicht als beiläufige Bitte - das kann beim Gegenüber manchmal schlecht(er) ankommen.
        EngagementKontakte hin oder her: Engagement in Verbänden oder Vereinen hilft vielen Menschen - auch Ihnen. Denn Sie zeigen, was Sie können. Auch außerhalb des Jobs.

        Die Deutsche Bahn hat diesen Prozess vor einigen Jahren gestartet. Als 2009 der neue Vorstandsvorsitzende Rüdiger Grube antrat, war die Stimmung im Konzern schlecht. Also läutete die Bahn einen Kulturwandel ein. Die Führungskräfte sollen Vorbilder sein und den Mitarbeitern nicht nur erklären, was sie wie erledigen sollen – sondern vor allem, warum. Ein umfassendes Feedback für Führungskräfte ist inzwischen verbindlich. Und bei der Besetzung von Leitungsfunktionen berücksichtigt das Unternehmen, wie die Kandidaten ihre Mitarbeiter führen.

        Die letzte Mitarbeiterbefragung zeigte erste Fortschritte. Unter den Mitarbeitern herrsche immerhin eine „verhalten positive Grundstimmung“, sagt Jeroen Hansmann, Personalmanager der Deutschen Bahn. „Doch am Wunsch nach mehr Einbindung müssen wir weiter arbeiten.“

        Im eigenen Interesse – denn Mitarbeiter, die sich nicht ausgegrenzt, sondern mitgenommen fühlen, sind leistungsfähiger, weniger frustriert und nicht so leicht gestresst.

        Wie groß der Nachholbedarf in diesem Punkt in deutschen Unternehmen noch ist, ergab erst vor wenigen Wochen eine Umfrage des Deutschen Führungskräfteverbands und der Bertelsmann Stiftung unter knapp 1300 Führungskräften, davon 73 Prozent aus Konzernen mit mehr als 2000 Beschäftigten. Das Ergebnis war ernüchternd: 77 Prozent fühlten sich bei der Karriereentwicklung durch ihr Unternehmen kaum oder gar nicht unterstützt. Den einen stand die Bürokratie im Weg, den anderen fehlte es an Innovationskultur und Vertrauen.

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          So finden Sie den Spaß im Job wieder!

          „Unternehmen drohen in eine Motivationsfalle zu tappen“, sagt Martin Spilker, Leiter des Kompetenzzentrums Führung und Unternehmenskultur der Bertelsmann Stiftung. Führungskräfte seien durch unzureichende Karrieremöglichkeiten und mangelnde Wertschätzung enttäuscht. Viele Manager machten ihren Job zurzeit eher „mit angezogener Handbremse“.

          Wie aber lässt sich diese Motivationsfalle umgehen? Noch dazu, wenn mehrere Generationen mit ganz unterschiedlichen Träumen, Wünschen, Zielen aufeinandertreffen – also Jüngere auf Weiterbildung, Bezahlung und berufliche Entwicklung Wert legen, während für Ältere eher Arbeitsabläufe, Effizienz und betriebliches Engagement im Vordergrund stehen, wie der Psychologe Hannes Zacher von der Universität Gießen vor einigen Jahren bei einer Befragung von 150 Erwerbstätigen mit einem Durchschnittsalter von 44 Jahren herausfand.

          Perspektiv-Workshops führt zu Zufriedenheit

          Fünf Tipps, damit Ihnen Ihr Job wieder Spaß macht
          Fangen wir doch gleich mal mit dem " Nein" sagen an. Lassen Sie die Kollegen 2014 einfach nicht mehr alles auf Sie abwälzen. "Könntest du bitte hier...", "würde es dir etwas ausmachen, wenn..." Wenn Sie immer den Mist der anderen miterledigen, kommen Sie selber nicht voran und glücklicher werden Sie damit auch nicht. Also sagen Sie "Nein". Und zwar persönlich, nicht per Mail. Auch wichtig: Begründen Sie Ihr Nein und bieten Sie Alternativen an. Quelle: Fotolia
          Und wo wir schon dabei sind, dass Sie sich gegen etwas entscheiden - entscheiden Sie doch öfter etwas. Natürlich innerhalb Ihres Kompetenzbereichs. Nutzen Sie Ihre Entscheidungsfreiheit und hören Sie auf, sich wegen jedem Kinkerlitzchen hundertmal rückzuversichern. Das ist weder gut fürs Selbstbewusstsein, noch macht es sonderlich viel Spaß. Quelle: Fotolia
          Schließlich wird niemand gerne wie eine Marionette gelenkt. Falls Sie das Gefühl haben, an Ihrem Arbeitsplatz nur die Marionette des Chefs oder der Kollegen zu sein, müssen Sie daran etwas ändern. Legen Sie für sich fest, welche von den auf Sie abgewälzten Aufgaben wichtiger ist und wie Sie sie erfüllen. So gewinnen Sie - zumindest teilweise - die Herrschaft über Ihr Tun zurück. Quelle: Fotolia
          Dafür ist natürlich eine Strategie unabdingbar. Nicht nur Ihre, sondern auch die der Vorgesetzten. Deshalb ist es wichtig, dass der Chef klare Anweisungen gibt: Wer macht was wann und warum. Gibt es die nicht automatisch, bestehen Sie darauf, dass Ihnen Ihr Chef sagt, wohin er mit dem Projekt will und welche Aufgaben Priorität haben. Dann kann sich auch keiner verzetteln. Quelle: Fotolia
          Ihre Vorgesetzten loben zu wenig bis gar nicht? Dann tun Sie es doch! Loben Sie Ihre Kollegen, wenn etwas gut geklappt hat. Mit etwas Glück werden demnächst auch Sie gelobt - und das tut immer gut. Egal, von wem es kommt. Quelle: Fotolia

          Woher die Unterschiede rühren? Die amerikanische Psychologin Laura Carstensen geht davon aus, dass Menschen ihr Handeln bewusst danach ausrichten, wie viel Zeit ihnen noch auf Erden bleibt. Diese Perspektive wirkt sich auch auf den Job aus. Jüngere wollen vor allem neue Eindrücke gewinnen, ältere legen Wert auf Sicherheit und Stabilität.

          Darauf hat sich die deutsche Niederlassung des Elektrotechnikkonzerns ABB bereits eingestellt. Vor einigen Jahren beschloss das Unternehmen, sich um alle Angestellten zu kümmern – und dabei die Bedürfnisse der verschiedenen Generationen zu beachten. Im Großen wie im Kleinen.

          Schon seit Jahrzehnten gibt es bei der ABB Aufmerksamkeiten für Firmenjubiläen. Doch früher erhielt jeder Mitarbeiter zunächst nach zehn und dann noch einmal nach 25 Jahren Betriebszugehörigkeit Geld geschenkt. Inzwischen gibt es bereits nach fünf Jahren ein Geschenk – und die Angestellten können zwischen Geld, Sonderurlaub oder einem Zuschuss für die betriebliche Altersvorsorge wählen.

          Doch besonders stolz ist ABB-Personalchef Jan-Christoph Schüler auf spezielle Workshops, die das Unternehmen seit einigen Jahren anbietet. Dort sitzen etwa zehn Mitarbeiter aus einer Generation mit Coaches zusammen. Und beantworten vor allem drei Fragen: Wo stehe ich derzeit? Wo will ich noch hin? Und wie erreiche ich das? Das Feedback auf die Kurse sei durchweg positiv, sagt Schüler. Ältere Mitarbeiter bedanken sich häufig bei ihm dafür, dass sie sich für eine neue Herausforderung entschieden haben.

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            Manchmal ist demnach kein allzu großer Aufwand notwendig, um seine Ziele zu erreichen. Weniger ist häufig mehr – das weiß auch Christoph Vilanek. Der Chef des Mobilfunkanbieters Freenet blickte kürzlich ebenfalls zurück auf erfolgreiche Monate. Die Übernahmen des Apple-Händlers Gravis und des Mobilfunk-Online-Händlers Motion TM erwiesen sich als gutes Geschäft, Umsatz und Gewinn stiegen, die Zahl der Kunden ebenfalls.

            Doch statt sich zurückzulehnen und die Erfolge zu genießen, formulierte Vilanek schon die nächsten Ziele: 2014 will Freenet den Gewinn auf 360 Millionen Euro steigern, weitere Zukäufe sind denkbar.

            Beruf



            Sein Erfolgsrezept? „Ich lasse mich nicht von Unruhen oder Stimmungen runterziehen“, sagt Vilanek. „Ich sehe die Dinge meist positiv.“ Daher verbuche er selbst geringe Erfolge oder ein noch so kleines positives Feedback „auf das große Habenkonto ,Zufriedenheit‘“.

            Das heißt noch lange nicht, dass jeder Angestellte immer nur angenehme Dinge erledigt, sagt Motivationsforscher Hugo Kehr: „Aber langfristig leistet niemand gute Arbeit, wenn er sie nicht gerne macht.“

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