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Berufsalltag Wer erfolgreich sein will, muss lügen

Ratgeber jeglicher Couleur empfehlen "sei du selbst". Internationale Forscher sagen: "Sei du selbst, außer im Job." Dort bringt der eigentliche Charakter selten weiter.

Ehrlich währt nur privat am längsten Quelle: Fotolia

Es klingt nach einer Kultur von Stiefelleckern: Eine Gruppe von Wissenschaftlern aus Großbritannien und den USA hat festgestellt, dass sich Ehrlichkeit überall auszeichnet, nur nicht im Beruf. Wer da sagt, was er denkt, kann sich von der nächsten Beförderung verabschieden. Und dabei gehe es nicht nur darum, dem Chef mal ordentlich die Meinung zu geigen. Auch wer auf die Frage nach dem eignen Befinden nicht mit "sehr gut" antwortet, sondern ehrlich sagt, wie es ihm geht, hat verloren.

Tipps für mehr Gelassenheit im Beruf
Eine Feder eines Füllfederhalters Quelle: Fotolia
Mann am Schreibtisch Quelle: dpa-tmn
Lächelnde Frau Quelle: Fotolia
Eine depressive Frau an ihrem Arbeitsplatz Quelle: dpa
Junge Frau mit einem nicht echten Loch im Kopf Quelle: Fotolia
Hände Quelle: Fotolia
Strenge frau Quelle: Fotolia

Schließlich geht doch nichts über den dauermotivierten Arbeitnehmer. Wer zugibt, keine Lust zu haben, sich schlecht zu fühlen, traurig zu sein oder sonst irgendwie vom Yes-We-Can-Modell abweicht, zeigt nicht Menschlichkeit, sondern Schwäche. So jemand wird nicht zum Konzernlenker. Das ist das Ergebnis einer - mehr oder weniger repräsentativen - Untersuchung von rund 500 Studenten und Arbeitnehmern. Dabei ergab sich auch, dass die Teilnehmer sich prinzipiell sehr gut fühlen, wenn sie die Wahrheit sagen. Wer ehrlich zum Partner, Familie und Freunden sein durfte, war gelöster und zufriedener. Man selbst sein tut gut.

In Arbeit
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Die Teilnehmer, die im beruflichen Umfeld schmerzhaft ehrlich sein mussten, fühlten sich dagegen deutlich schlechter. Dementsprechend wurde die Untersuchung der Forscher auch " Be yourself - unless you are at work" zusammengefasst. Dementsprechend fiel auch der Rat von Oliver Robinson von der Universität Greenwich aus, als er die Ergebnisse beim jährlichen Treffen der britischen psychologischen Gesellschaft vorstellte: "Es ist manchmal deutlich besser, höflich zu lächeln oder taktvoll zu schweigen, anstatt Kollegen und Vorgesetzten zu sagen, was man gerade denkt und fühlt."

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