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Digitale Helfer Mit ein paar Klicks zur inneren Balance

Stimmungslöcher und trübselige Tage treffen jeden von uns. Hilfe in grauen Phasen versprechen zahlreiche Programme in App Stores und dem Internet. Manchmal schaden sie mehr, als das sie helfen.

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Nur die richtige Entspannung führt zum Erfolg
Leute stehen zusammen und trinken Kaffee und Wasser Quelle: Robert Kneschke - Fotolia.com
Eine Familie beim Spaziergang Quelle: dpa
Eine Frau dehnt sich hinter dem Schreibtisch. Quelle: Robert Kneschke - Fotolia.com
Eine Frau scheint tief einzuatmen. Quelle: fizkes - Fotolia
Eine To-Do-Liste Quelle: Bjoern Wylezich
Zwei Rennradfahrer Quelle: Kzenon - Fotolia.com

„Sind Sie gereizt? Machen Sie sich Sorgen, sind Sie nervös oder regen Sie sich schnell über Kleinigkeiten auf? Wollen Sie mehr aus Ihrem Leben machen?“, fragt die App besorgt nicht ganz ohne Hintergedanken. Denn schließlich möchte sie helfen, "emotionale Belastungen zu erkennen und zu überwinden." Durch das Online-Trainingsprogramm etwa von MoodyGym sollen ungünstige Denkmuster verändert, das Selbstgefühl gestärkt und soziale Beziehungen verbessert werden. Das klingt zunnächst einmal gut. Aber kann das klappen: Mit ein paar Klicks zur inneren Balance? Auf dem eigenen Sofa statt der Therapeutencouch seelisch genesen?

Dieses Ziel verfolgen mittlerweile viele Apps oder andere Online-Angebote.

Symptome einer Depression

Moodpath, Arya, Mr Mood, Selfapy – die Bandbreite an Moodmanagment- beziehungsweise Depressions-Tools auf dem Markt ist groß. Und ihre Vielzahl hat einen Grund. Denn Stimmungslöcher kennt jeder. Diese Tage oder Wochen, an denen wir mit uns und der Welt hadern. An denen wir zutiefst unzufrieden sind, Trübsal blasen und uns am liebsten in monatelangen Winterschlaf begeben würden. Jeder fünfte Deutsche erkrankt nach Angaben der Stiftung Deutsche Depressionshilfe mindestens im Leben an einer handfesten Depression.

Einen Ausweg aus dem grauen Seelentief versprechen die Programme in App Stores und dem Internet. Sie werben mit Achtsamkeitsübungen, Selbstbeobachtungsfunktionen und Notfallknöpfen. Dankbarkeitstagebücher, „inspirierende Zitate“. Glückstests oder Schlafprotokolle sollen die Nutzer zu Ausgeglichenheit und Zufriedenheit führen. Forscher fassen die digitalen Angebote unter dem Begriff „Internet-Interventionen“ zusammen und haben untersucht, ob sie ihr Versprechen auch erfüllen. Ihr Fazit: teils, teils.

Was bei der Arbeit stresst

Keine Frage, die Interventionen bieten eine Reihe von Vorteilen. Sie sind orts- und zeitunabhängig, niedrigschwellig und anonym. Sie können von beinahe beliebig vielen Menschen genutzt und leicht individuell angepasst werden. Und sie kosten im Vergleich zu Face-to-face-Angeboten – wie Coachings und Therapien – nicht viel. Ihr größter Vorzug aber ist: Sie können helfen. Eine Reihe von Forschungsarbeiten hat gezeigt, dass manche Programme sogar ähnlich wirksam sind wie eine klassische psychotherapeutische Behandlung.

Das gilt allerdings nicht für jedes beliebige Tool, sondern nur für wissenschaftlich konzipierte und evaluierte Programme – wie zum Beispiel MoodGYM, Deprexis oder GetON. „Nicht alle Angebote, die man im Internet oder App Stores findet, sind auch empfehlenswert“, sagt Philipp Klein, Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Uniklinikums Schleswig-Holstein. „Im Netz findet man ein buntes Durcheinander von mehr oder weniger professionellen Angeboten, von denen nur wenige in wissenschaftlichen Studien untersucht wurden.“

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