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EntscheidungsMacher Herbert Diess: Der Mr. Elektro der globalen Autoindustrie?

Herbert Diess Quelle: dpa

Herbert Diess will vorankommen. Vor allem beim Umbau von VW zum E-Auto-Giganten. Das ist ein mutiger Schritt, der nicht überall Begeisterung auslöst.

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Mit der Initiative „Management der Zukunft“ zeichnen die WirtschaftsWoche und KPMG jährlich CEOs aus, die mit ihren Entscheidungen für Mut und Führungsstärke stehen. Warum VW-Chef Herbert Diess zu den Nominierten für den Titel EntscheidungsMacher 2020 zählt, erfahren Sie in diesem Text.

Sie kennen weitere Managerinnen oder Manager, die Sie im laufenden Jahr durch mutige, zukunftsweisende Entscheidungen beeindruckt haben? Dann nominieren Sie hier Ihre Favoritin oder Ihren Favoriten für die Wahl zum EntscheidungsMacher 2020!

Man kann VW-Chef Herbert Diess eine Menge vorwerfen. Gewerkschafter stören sich an seinen eiskalten Stellenstreichungen, Umweltschützer an der Flut neuer SUV aus Wolfsburg und VW-Pressesprecher an seinen oftmals mehr als unglücklichen öffentlichen Aussagen. „Ebit macht frei“ war unlängst so ein Spruch, der wegen der Nähe zur Nazi-Losung „Arbeit macht frei“ dem VW-Lenker einen Sturm der Entrüstung einbrachte. Eines aber wirft keiner seiner Kritiker Diess vor: dass er sich um Entscheidungen drückt. Er stürzt sich geradezu auf sie und verändert mit seiner zupackenden Art Volkswagen so schnell wie wohl kaum einer seiner Vorgänger.

Vor allem formt Diess aus dem ehemals dieselvernarrten Volkswagen-Konzern einen E-Auto-Giganten. Bei dieser unternehmerischen Verkehrswende legt er ein Tempo vor, dass es BMW und Daimler, vor allem aber auch vielen Zulieferern die Sprache verschlägt.

Ihnen geht seine Abkehr von der bewährten und profitablen Verbrennertechnik viel zu schnell. Sie rebellierten deshalb im Automobilverband VDA gegen VW, was im Frühjahr beinahe zu einem Austritt der Wolfsburger geführt hätte. Auch Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) sah sich veranlasst, zu warnen: VW fahre, sagte Buchholz, die „Hochrisiko-Strategie eines Hasardeurs“.

Tatsächlich investiert der Konzern in den kommenden fünf Jahren die schwindelerregende Summe von 30 Milliarden Euro in drei Dutzend neue E-Modelle und in Fertigungsstätten, weitere rund 100 Milliarden werden in den Kauf von Batterien und von anderen E-Auto-Komponenten fließen.

Sein Kurs sei angesichts dieser Summen unumkehrbar, sagt Konzernchef Diess: „Wir haben in den vergangenen Jahren schon mehrere Milliarden Euro in die Elektromobilität investiert.“ Ein Großteil sei in die Elektroplattform geflossen, die Basis der neuen Modelle. Allein der Umbau des ersten E-Auto-Werks in Zwickau habe 1,2 Milliarden gekostet. Und „weitere sieben Werke rüsten wir aktuell um oder bauen sie neu". Acht Produktionsstätten mit einem Ausstoß von jeweils 300 000 Autos – VW kleckert nicht, VW klotzt.

So könnte Diess der Mr. Elektro der globalen Autoindustrie werden. Tesla-Gründer Elon Musk hat die Wende hin zum E-Antrieb vor über einem Jahrzehnt angestoßen und versorgt heute eine automobile Elite mit seinen schicken Batterieautos. Diess könnte der Manager sein, der das Volk für die Revolution gewinnt.

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