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Erholung Schlechter Schlaf wirkt wie Burnout

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Müde Manager

Zehn Traumsymbole und ihre Bedeutung
Im Traum verarbeiten wir Dinge, die wir am Tag erleben. So kann zum Beispiel das Meer einfach nur ein Bild dafür sein, dass wir uns nach Urlaub sehnen. Diese Betrachtungsweise wird Objektebene genannt. Traumexperten raten jedoch, den Traum auf der Subjektebene zu analysieren. Auf dieser Ebene wird das Traummotiv als Symbol für etwas verstanden. Träume ermöglichen uns neue Perspektiven und sind eine große Chance, sich Unbewusstes bewusst zu machen. Hier kommen zehn Traumsymbole und ihre Bedeutung: FliegenSubjektebene: Fliegen ist eine uralte Menschheitssehnsucht, die wir uns im Traum erfüllen. Es kann die bestmögliche Balance von Ekstase und Kontrolle symbolisieren und damit den kreativen Gedankenflug. Gleichzeitig führt uns dieses Traumbild Tendenzen zur Realitätsflucht vor Augen oder verweist auf die Notwendigkeit, sich durch Aufgeben alter Denkgewohnheiten einen völlig neuen Überblick zu verschaffen. Objektebene: Beim Fliegen geht es um Leichtigkeit und auch um freien Gedankenflug. Quelle: AP
SexSubjektebene: Der Geschlechtsverkehr im Traum ist im übertragenen Sinne die Vereinigung von männlich und weiblich. Es geht um die Annäherung der sich gegenüberstehender Seiten: die männlichen und die weiblichen Tendenzen. So träumt ein Mann vom Beischlaf, wenn es ihm möglich wird, seine stark ausgeprägten aggressiven Impulse mit seinen nachgiebigen Anteilen zu versöhnen. Objektebene: Beischlafträume können dann vermehrt auftreten, wenn reale Defizite im Sexualleben bestehen. Quelle: dpa
NaturkatastrophenSubjektebene: Bei Naturkatastrophen geht es um psychische Erschütterungen. Stürme stehen meist für Ängste vor der Ohnmacht den eigenen Gefühle gegenüber. Schon im Bild des Wirbelsturms  wird deutlich, dass man sich hier „im Kreis dreht“. Der Traum fordert uns auf, diese Gedankenkreise zu verlassen. Bei  Überflutungen  wird man von seinen Gefühlen überschwemmt. Flutkatastrophen oder  Flutwellen  symbolisieren Aggressionen und andere Gefühle, die sich in uns angestaut haben.  Erdbeben  sind das stärkste Symbol unserer Verunsicherung, bei der die Erde ins Wanken gerät. Diese Träume fordern uns auf, durch die Krisen hindurch zu gehen und weisen zugleich auf die Chance eines Neuanfangs hin. Objektebene: Hier spiegelt der Traum die reale Angst vor einer Naturkatastrophe. Quelle: AP
ChefSubjektebene: Beim Traum vom Chef geht es meist um unsere gespaltene Einstellung zum Thema Autorität. Tyrannische Chefs zeigen sich meist dann, wenn der Träumer zu nachlässig mit seinen Lebensaufgaben umgeht oder sich wenig Raum für eigene Ideen lässt. Nette Chefs zeigen, dass der Träumer mit seinen eigenen positiven Führungsqualitäten in Kontakt kommt. Objektebene: Hinter dem Traum kann auch ein realer Konflikt mit dem Chef stehen. Wichtig ist es dann, darauf zu achten, wie sich der Chef verhält und wie man selbst reagiert. Häufig deutet der Ablauf des Traums schon auf Möglichkeiten hin, mit der schwierigen Situation umzugehen.
MeerSubjektebene: Das Meer ist nicht selten mit unbewussten Gefühlen verbunden, die in der Tiefe liegen. Deshalb wird die Gewalt des Meeres meist auch bedrohlich empfunden. Das Schwimmen im Meer deutet auf den Wunsch hin, sich mit seinen Gefühlen verbundener zu fühlen. Außerdem versinnbildlicht das Meer den Kontakt mit dem Ursprung des Daseins. Objektebene: Der Traum vom Meer kann auch für den Wunsch nach Urlaub stehen. Quelle: dpa
AutoSubjektebene: Das Auto steht zumeist für einen Persönlichkeitsanteil. Marke und Zustand des Vehikels geben darüber Aufschluss. Autofahren versinnbildlicht den individuellen Lebensweg. Autos, die wir in der Vergangenheit gefahren haben, zeigen Parallelen zu der damaligen Lebenssituation auf. Wichtig ist, ob wir den Wagen selbst steuern (Bedürfnis nach mehr Selbstbestimmtheit, Autonomie, Unabhängigkeit und Kontrolle) oder ob wir Beifahrer sind (wir sollten uns eine Auszeit gönnen). Sitzt man sehr häufig auf dem Beifahrer- oder gar dem Rücksitz, ruft der Traum auf, mehr Verantwortung für die eigene Lebensfahrt zu übernehmen, das Steuer nicht so oft aus der Hand zu geben. Objektebene: Im „Traumauto“ spiegelt sich der Wunsch nach einem neuen Auto.
FallenSubjektebene: Fallträume treten sehr häufig auf und werden sehr unterschiedlich erlebt, meist jedoch lösen sie Angst bis Panik aus. Hier geht es um Kontrollverlust und die Befürchtung, den Halt im Leben zu verlieren. Es geht auch um das Gleichgewicht – zwischen unseren Vorstellungen und der Erreichbarkeit unserer Ziele – das hergestellt werden soll. Denn unerreichbare Ziele führen zu Gefühlen von Unsicherheit, Zweifel und Minderwertigkeit. In Beziehungskrisen animiert das Fallen auch zum „sich fallen lassen“, anstatt nach einer intellektueller Lösung zu suchen. Das Fallen kann sich aber auch in einen kontrollierten Fall oder ins Fliegen verwandeln, ein Wunsch, den Fall doch noch steuern zu können. Objektebene: Fallträume deuten auf mögliche grundsätzliche Probleme hin, die wir bei realen Projekten haben. Quelle: REUTERS

Die Personalberatung Heidrick & Struggles fand kürzlich bei einer Befragung von 1225 Top-Managern im Auftrag des „Handelsblatts“ heraus, dass 42 Prozent der Befragten unter der Woche nur fünf bis sechs Stunden schliefen und viele über ständige Müdigkeit klagten.

Doch statt es zuzugeben, brüsten sich manche geradezu damit, mit wenig Schlaf auszukommen. Dem ehemaligen Bertelsmann-CEO Thomas Middelhoff reichen pro Nacht angeblich drei Stunden, Deutsche-Bahn-Chef Rüdiger Grube kommt nach eigener Aussage mit vier Stunden Nachtruhe aus, ebenso Investor Lars Windhorst und Yahoo-Chefin Marissa Mayer. Moderatorin Sabine Christiansen empfahl den Deutschen gar einmal, weniger zu schlafen – eine Kuh käme schließlich auch mit drei bis vier Stunden aus.

Offenbar auch die Mehrheit unserer Politiker: Nach Angaben des Instituts für Demoskopie Allensbach schläft beinahe jeder dritte Politiker maximal fünf Stunden pro Nacht, mehr als 60 Prozent von ihnen sind oft übernächtigt. Kein Wunder: Seit Ausbruch der Euro-Krise treffen sich die Staats- und Regierungschefs regelmäßig zu Marathonsitzungen, gerne auch bis in die frühen Morgenstunden. Von den vergangenen Gipfeln endeten die meisten kurz vor Sonnenaufgang.

Vor wenigen Monaten bescheinigte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel im Gespräch mit der Zeitschrift „Brigitte“ gar „gewisse kamelartige Fähigkeiten“. Zwar stimme es nicht, dass sie nur vier Stunden pro Nacht schlafe. „Ich habe eine gewisse Speicherfähigkeit. Aber dann muss ich mal wieder auftanken.“

Falsche Volksweisheiten rund um den Schlaf

Auf Reserve vorschlafen – ein Mythos unter vielen, die sich rund um den Schlaf ranken, an denen aber nichts dran ist. „Langfristig Schlaf zu speichern ist unmöglich“, sagt Schlafexperte Zulley. Niemand komme langfristig mit so wenig Nachtruhe aus: „Jedenfalls nicht ohne körperliche und geistige Schäden.“

Und diese Schäden beeinflussen auch das Verhalten am Arbeitsplatz:

  • Mehr Fehler

    Die US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention resümierte: Knapp fünf Prozent der Autofahrer verfallen regelmäßig dem Sekundenschlaf. Nach Angaben des amerikanischen Verkehrsministeriums verursachen Unfälle wegen Müdigkeit jedes Jahr 40.000 Verletzte und 1500 Tote. Auch bei der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl 1986 oder der Havarie des Öltankers Exxon Valdez 1989 kamen Untersuchungskommissionen zu dem Ergebnis, dass Schlafentzug eine entscheidende Rolle spielte.

  • Schlechte Entscheidungen

    Schon eine schlaflose Nacht kann das Urteilsvermögen erheblich beeinflussen, fand im Jahr 2011 der Hirnforscher Scott Huettel von der amerikanischen Duke-Universität heraus. Für eine Studie sollten 29 Freiwillige eine Nacht durchmachen und eine Nacht ausschlafen. Dann konfrontierte Huettel sie mit verschiedenen Entscheidungen. Und bemerkte: In müdem Zustand neigten die Probanden dazu, auf möglichst große Gewinne zu spekulieren, während sie ausgeschlafen lieber Verluste minimierten. Mit anderen Worten: Mit wachem Kopf entschieden sie vernünftiger, rationaler und risikobewusster.

  • Wenig Selbstdisziplin

    David Wagner, Assistenzprofessor für Organisationsverhalten an der Management-Universität in Singapur, ist überzeugt: Wer weniger schläft, verdaddelt im Büro mehr Zeit im Internet. In einer Studie im Juni 2012 sollten 96 Studenten aufzeichnen, wie viele Stunden sie pro Nacht schliefen. Am folgenden Tag zeigte Wagner ihnen ein langweiliges Video. Ergebnis: Wer weniger und schlechter geschlafen hatte, vertrieb sich die Zeit bis zum Ende des Films öfters im Netz. Wagner geht davon aus, dass Schlafmangel die Selbstdisziplin senkt – und in diesem Zustand ist es verlockender, Zeit bei Facebook und Twitter oder auf Nachrichtenseiten zu verschwenden.

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