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Erholung Schlechter Schlaf wirkt wie Burnout

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Phänotyp des neuen Managers

Wann Sie überarbeitet sind
Eine Frau hält einen Telefonhörer in der Hand Quelle: dpa
Ein Mann schaut nach dem Aufwachen auf den Wecker Quelle: Fotolia
Ein Mann ernährt sich an seinem Arbeitsplatz von Fast Food Quelle: Fotolia
Ein Mann sitzt nachts vor dem Laptop Quelle: Fotolia
Ein Mann sitz an seinem Schreibtisch und hält sich vor Schmerz den Rücken Quelle: obs
Leeres Zugabateil Quelle: Fotolia
Dosen mit Red Bull Energy Drink Quelle: REUTERS

Inzwischen verhalten sich viele Manager und Unternehmen klüger. Vorbei sind die Zeiten der New Economy, in denen man nach Feierabend in die nächste Bar zog, die Nacht möglichst lange an der Theke verbrachte und morgens als Erster im Büro saß. Top-fit natürlich. Die Vollgaskultur hat ein Ende. Denn es setzt sich die Erkenntnis durch, dass es selbst der stärkste Motor nicht dauerhaft auf der Überholspur aushält. Immerhin 60 Prozent der deutschen Top-Manager sagten laut Heidrick & Struggles, dass sie einen bewussten Lebensstil pflegen, um für den Job fit zu sein.

Zu diesen gehört etwa Peter Terium. Seit dem 1. Juli 2012 ist er Vorstandsvorsitzender des Energieriesen RWE, verantwortlich für 70.000 Mitarbeiter und 53 Milliarden Euro Jahresumsatz. In einigen Monaten wird der gebürtige Niederländer 50. Seine Gesundheit sei ihm „sehr wichtig“, sagt er: „Und dazu gehört vor allem genügend Schlaf.“

Damit er den bekommt, verhält er sich sehr diszipliniert. Auch auf Dienstreisen versucht er, vor Mitternacht im Bett zu sein. Durchzechte Nächte an der Hotelbar? Eher nein. „Wenn wir ehrlich sind, dann ist das, was nach Mitternacht und dem sechsten Bier an der Theke besprochen wird, kaum entscheidend für den Unternehmenserfolg“, sagt Terium. „Wenn möglich, halte ich mich daran.“

Außerdem meditiert er regelmäßig und macht Yoga, um ausgeglichen durch den Tag zu kommen – und abends entspannt ins Bett.

Terium ist der Phänotyp des neuen Managers. Er hat die Geschicke von RWE ebenso im Blick wie seinen eigenen Körper. Nachhaltigkeit, eines der Schlagworte des neuen Jahrtausends, gilt nicht nur für die Strategie der Unternehmen, sondern auch für viele CEOs. Sie werden zum Gesundheitsmanager in eigener Sache.

Das bestätigt auch Felicitas von Elverfeldt. Die Diplom-Psychologin arbeitet seit 1995 als Executive Coach für Führungskräfte im mittleren und oberen Management von Großkonzernen. Im Schnitt arbeiten ihre Kunden unter der Woche bis zu 14 Stunden täglich, pro Nacht schlafen manche nur vier Stunden. Inzwischen redet von Elverfeldt mit ihren Klienten nicht nur über geschäftliche Strategien oder personelle Entscheidungen. „Das Thema Gesundheit wird bei Führungskräften salonfähig“, sagt von Elverfeldt, „und dazu gehört auch, richtig und gut zu schlafen.“

Kein Wunder – denn langfristig ist Schlafentzug Raubbau am eigenen Körper. Wer nachts ständig zu wenig ruht, gefährdet nicht nur Kollegen und Mitarbeiter, sondern auch sich selbst. Die Folgen von schlechtem Schlaf sind bestenfalls hinderlich, schlimmstenfalls lebensgefährlich.

Das zeigt eine aktuelle Langzeitstudie des Schlafforschers Lars Laugsand von der Universität Trondheim, für die er elf Jahre lang mehr als 54 000 Norweger im Alter von 20 bis 89 beobachtet hatte. Wer schlecht schlief, litt häufiger unter Herzproblemen – unabhängig von Ernährung, Gewicht oder Lebensumständen. Denn wenn unser Körper nachts nicht ruhen kann, schüttet er vermehrt Stresshormone aus – und die schaden mittelfristig dem Herz. Manche Forscher gehen gar davon aus, dass permanenter Schlafmangel die Lebenserwartung verkürzt.

Und die Leistungsfähigkeit senkt: Die französische Wissenschaftlerin Virginie Godet-Cayré vom Centre for Health Economics and Administration Research untersuchte im Jahr 2006 für eine Langzeitstudie knapp 800 Angestellte. Die eine Hälfte schlief gut, die andere lag häufig nachts wach. Und das wirkte sich nicht nur auf die Betroffenen aus, sondern auch auf ihren Arbeitgeber. Wer schlechter schlief, fehlte krankheitsbedingt knapp sechs Tage im Jahr. Wer ruhig schlummerte, war nur 2,4 Tage abwesend. Besonders gefährdet: Schichtarbeiter.

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