WiWo App Jetzt gratis testen!
Anzeigen

Forschung Trainingserfolg mit Hirn-Scan messbar

Mathe ist bei vielem Schülern verhasst: Mit Nachhilfe lassen sich Leistungen oft verbessern - wie sehr liegt am Volumen des Hippocampus und seiner Vernetzung mit anderen Gehirnregionen.

Vor allem die Größe und die Vernetzung des Hirnteils Hippocampus geben Auskunft demnach darüber, wie große Fortschritte die Schüler machen werden. Quelle: dpa

Ein Forscherteam aus den USA hat herausgefunden, dass sich aus einem Hirnscan ablesen lasse, wie stark Grundschüler von einem individuellen Mathe-Trainingsprogramm profitieren, berichten US-Forscher in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften („Pnas“). Vor allem die Größe und die Vernetzung des Hirnteils Hippocampus geben Auskunft demnach darüber, wie große Fortschritte die Schüler machen werden. Es sei wichtig zu verstehen, warum einige Kinder Mathe besser lernten als andere. Dann könnten auch diejenigen ausfindig gemacht werden, die spezielle Unterstützung oder ein intensiveres Training brauchen.

De Forscher um Kaustubh Supekar von der Stanford University School of Medicine hatten in einer - allerdings relativ kleinen - Studie 24 Grundschüler im Alter von acht oder neun Jahren untersucht. Sie bestimmten zunächst mit einem Kernspintomographen die Größe und Aktivität verschiedener Hirnbereiche. Zudem ermittelten sie eine Reihe von anderen Daten, etwa den Intelligenzquotienten, die Lesefähigkeit oder die Gedächtnisleistung. Dann bekamen die Schüler einen achtwöchigen Mathe-Einzelunterricht, in dem grundlegende Mathekenntnisse trainiert wurden.

Was wirklich hinter Lernmythen steckt
Bloß nicht mit den Fingern rechnen Quelle: Fotolia
Eine Lehrerin schreibt mit Kreide an die Tafel Quelle: dpa
Schüler mit dem Smartphone auf dem Schulhof Quelle: dpa
Fehler helfen beim LernenWer sich beim Lernen häufig verhaspelt und die Lösung raten muss, lernt trotzdem was. Eine kanadische Studie hat gezeigt, dass die Gedächtnisleistung sogar von den Fehlern profitiert. Dies gilt allerdings nur, wenn die Raterei nicht völlig ins Kraut schießt, sondern nur knapp an der richtigen Lösung vorbei ist. Wer häufig fast richtige Vermutungen anstellt, dem helfen diese wie kleine Brücken beim Erinnern an die korrekte Information. Diesen Vorteil konnten die Forscher sowohl bei jüngeren als auch bei älteren Probanden feststellen. Wer sich selbst herantastet, profitiert davon also mehr, als wenn ihm die richtige Antwort vorgesagt wird. Quelle: Fotolia
Texte wiederholt zu lesen, heißt viel zu lernen Quelle: dpa
Gelerntes erzählen, hilft es sich zu merken Quelle: AP
Hochbegabte sind LernüberfliegerWer einen ungewöhnlich hohen IQ hat, ist in der Schule noch lange kein Überflieger. Weil viele Hochbegabte in der Schule unterfordert sind, markieren sie den Klassenclown und bekommen entsprechend schlechte Noten. Quelle: Fotolia


Alle Kinder verbesserten sich durch den Einzelunterricht, berichten die Wissenschaftler. Sie rechneten schneller, effizienter und machten weniger Fehler. Allerdings verbesserten sich nicht alle Schüler gleich stark. Die Forscher suchten nun nach möglichen Zusammenhängen mit den Faktoren, die sie zuvor erhoben hatten.

Das Ergebnis: Keiner der klassischen neuropsychologischen Faktoren sagte etwas darüber aus, wie stark sich ein Kind durch das Mathetraining verbessern würde. Anders ausgedrückt: Ein Kind, das einen hohen Intelligenzquotient hat oder gut lesen kann, profitiert nicht automatisch besonders stark von der Mathe-Nachhilfe.

Stattdessen fanden die Forscher einen Zusammenhang zwischen dem Volumen des Hippocampus sowie seiner Vernetzung mit anderen Gehirnregionen und dem späteren Trainingserfolg. Die Rolle des Hippocampus bei der Gedächtnisbildung sei gut bekannt, schreiben die Forscher. Dass diese Region auch beim Lernen von Mathe wichtig ist, sei hingegen bisher kaum beachtet worden.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%