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Abhöraffäre James Murdoch wird Falschaussage unterstellt

Der ehemalige Chefredakteur der "News of the World" unterstellt dem Sohn von Rupert Murdoch eine Falschaussage vor dem Parlamentsausschuss. Murdoch habe früher von den Abhörpraktiken gewusst, als er vorgab.

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James Murdoch vor dem Parlamentsausschuss. Quelle: handelsblatt.com

Der frühere Chefredakteur des Skandalblattes „News of the World“ hat dem Sohn von Medienmogul Rupert Murdoch, James Murdoch, unrichtige Angaben in der Abhöraffäre vorgeworfen. Der Europachef des Murdoch-Medienimperiums News Corp. habe sich in einem Sonderausschuss es britischen Parlamentes am vergangenen Dienstag in mindestens einem Fall „geirrt“.

Das teilten der frühere Chefredakteur des Blattes, Colin Myler, sowie der ehemalige Rechtsanwalt des „News of the World“-Verlages News International, Tom Crone, am späten Donnerstagabend mit. James Murdoch könnte nun aufgefordert werden, die Sache klarzustellen, hieß es von dem Komitee, das sich der Aufklärung des seit Jahren laufenden Skandals verpflichtet hat.

Bei den Vorwürfen geht es um die Frage, ob James Murdoch frühzeitig von einer Email gewusst hatte, die Hinweise darauf gab, dass die Abhörpraktiken bei „News of the World“ keinesfalls nur die Tat eines einzelnen Journalisten waren. Murdoch hatte gesagt, er habe dieses Schriftstück erst später gesehen.

Derweil werden Zweifel an der Aussage von James Murdoch vor einem Parlamentskomitee laut. Der Sohn von Medienmogul Rupert Murdoch könnte aufgefordert werden, die Widersprüche in seiner Aussage vom Dienstag schriftlich zu erklären, sagte der Vorsitzende des Komitees, James Whittingdale, am Freitag.

Ein ehemaliger Rechtsberater Murdochs und ein früherer Redakteur hatten erklärt, sie hätten den Sohn von Medienmogul Rupert Murdoch bereits vor Jahren über eine E-Mail informiert, derzufolge weit mehr Personen von Abhöraktionen bei der Zeitung „News of the World“ gewusst hätten als bis dahin angenommen. James Murdoch hatte ausgesagt, er habe keine Beweise dafür gesehen, dass andere Personen als der zu einer Haftstrafe verurteilte Journalist Clive Goodman an den Abhöraktionen beteiligt gewesen seien.

Nun drohen dem Sohn des umstrittenen Medienunternehmers Rupert Murdoch Ermittlungen der britischen Polizei. Ein Abgeordneter des Parlaments in London wirft James Murdoch vor, er habe die Volksvertreter belogen und früher als angegeben von illegalen Geschäftspraktiken seiner Medien gewusst. Der Labour-Vertreter forderte die Polizei in einem am Donnerstag veröffentlichten Brief auf, dem Vorwurf nachzugehen. Murdoch führt das News-Corp-Geschäft in Großbritannien und hat wie sein Vater jede Mitwisserschaft an kriminellen Machenschaften von Journalisten des mittlerweile eingestellten Boulevardblattes „News of the World“ zurückgewiesen.

Die Anschuldigen des Abgeordneten Tom Watson stützen sich auf die Aussagen zweier ranghoher Ex-Mitarbeiter der Zeitungssparte. Sie bestreiten Murdochs Angaben, nichts von einer E-Mail gewusst zu haben, in der 2008 bereits die Rede von weit verbreiteten illegalen Vorgängen die Rede gewesen sein soll. News Corp teilte am Freitag mit, James Murdoch stehe weiter zu seinen Aussagen vor den Parlamentsabgeordneten am vergangenen Dienstag. Journalisten des Blattes sollen Tausende Telefone abgehört haben, darunter von Verbrechensopfern.

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