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Berliner Startup-Szene "Tape übernimmt Amen – eine Liebeshochzeit"

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"Ein Pinterest für Musikvideos"

Die wichtigsten Web-TV-Anbieter
Screenshot Webseite tape.tv Quelle: Screenshot
Screenshot der Webseite Live.tv Quelle: Screenshot
Screenshot der Webseite Sevenload Quelle: Screenshot
Screenshot Zattoo-Webseite Quelle: Screenshot
Screenshot der Webseite Sendungverpasst.de Quelle: Screenshot
Screenshot der Webseite Qtom.de Quelle: Screenshot
Screenshot der Webseite TV-Stream.to Quelle: Screenshot

Nochmal konkret: Was kann mir tape.tv liefern, was mir andere nicht liefern?

Felix Petersen: Bisher wird bei Musikcharts ja nur die Zahl der verkauften Tonträger gezählt. Bei Amen hatten wir für alle möglichen Charts einen anderen Mechanismus: Einer hat eine starke Meinung, die andere inspiriert, Dinge hinzuzufügen. Besonders gut hat das im Musikbereich funktioniert: die besten Balkan-Songs, die besten Songs für den ersten Kuss, die besten Berlin-Sommerhits - also auch sehr spezifische Sachen. Zusammen mit tape.tv können interessante nutzerkuratierte Listen entstehen -  so ein bisschen ein Pinterest für Musikvideos. Letztendlich geht es um Mixtapes - also Mixtapes 2.0.

Aber sowas gibt es doch schon: Allein für Spotify gibt es doch viele dieser Seiten siehe beispielsweise Playlists.net, die die abstrusesten Musik-Listen anbieten.

Es gibt auch einige andere Anbieter im Markt, die Listen anbieten. Nur leider mangelt es dort an der Partizipation der Nutzer. Auch sollte man das mit dem Wort 'Liste' nicht zu wörtlich nehmen. Wir reden von einer Kartierung und Kuratierung durch die User. Auf die genaue Lösung darf man gespannt sein. 

Vor ziemlich genau einem Jahr im WiWo-Interview mit Oliver Voß hieß es, dass Amen nun in Phase zwei eintritt und man 2013 mit der Monetarisierung beginnen wollte. Was ist schief gelaufen?

Felix Petersen: Ich sehe Amen nicht als Misserfolg sondern als erfolgreiches Experiment, dass einige völlig neuartige Lösungen für die Strukturierung und sinnvolle Nutzbarmachung von Posts und Meinungen im Netz aufgezeigt hat. Wir sind stolz darauf, ein innovatives mobiles soziales Netzwerk entwickelt zu haben, dass unseren Usern auch noch Spaß macht. Das ist quasi die Formel 1 des Internets und mit dem, was Path und Foursquare tun, zu vergleichen. Die Nutzer waren anfangs richtig süchtig nach Amen, aber nach drei bis vier Monaten wurde es ihnen dann irgendwann zu langweilig. Wir haben versucht, den Nutzwert mehr herauszustellen aber letztendlich gelang es uns nicht, die Listen mit solchem nachhaltigen Content zu verknüpfen. Wenn ich eine Liste der besten Songs aller Zeiten habe, dann will ich die auch hören. Drittens hatten wir das Problem, dass diese holzschnittartigen Aussagen zwar innerhalb von Amen gut funktioniert haben, aber außerhalb nicht. Meine Freunde waren befremdet, wenn ich bei Twitter "David Hasselhoff ist der schlechteste Sänger der Welt" verbreitet habe. Wenn man schnell wachsen will, ist man auf die daraus entstehenden viralen Effekte aber angewiesen. Instagram ist so schnell groß geworden, weil die Fotos sehr plakativ sind und eben auch auf Facebook und Twitter geteilt worden sind. Dieses virale Wachstum fehlte uns am Ende.

Wir wussten aber auch von vornherein, dass wir es entweder schaffen, innerhalb eines Jahres das nächste Twitter zu werden oder nochmal was anderes probieren müssen.

Und was sagen eure Investoren dazu?

Conrad Fritzsch: Die sind froh, dass das, was bei Amen entwickelt wurde, in der Kombination bei tape.tv jetzt richtig Druck auf die Straße bringen kann. In der Kombination ergänzt sich das sehr gut. So ein Investment kann sich um ein Vielfaches vermehren.

Felix Petersen: Amen hatte den Anspruch, eine universelle Suchmaschine zu werden und Inhalte zu ordnen. Dieser horizontale Ansatz war anscheinend etwas zu breit. Als wir auf unsere Investoren zugegangen sind und ihnen die Idee präsentiert haben, uns mit dem deutschen Marktführer im Social Music Television zusammenzutun, waren sie sehr positiv eingestellt. Sowohl Investoren, Mitarbeiter als auch wir beide, Conrad und ich, sehen das als echte Liebeshochzeit.

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