Daniela Hinrichs Was Start-ups bei der Investorensuche falsch machen

Gründer sind häufig auf externes Kapital angewiesen. Daniela Hinrichs ist Investorin und Business Angel und bekommt hautnah mit, was Start-ups bei der Investorensuche falsch machen. Wir haben gefragt, wann sie anbeißt.

Daniela Hinrichs - keine Unbekannte in der Start-up-Welt, ist Unternehmerin, Kommunikationsspezialistin, Business Angel und Sammlerin zeitgenössischer Fotografie. Neben der Geschäftsführung von Yellowdine Ventures, ihrer eigenen Investmentgesellschaft, über die sie junge Firmen unterstützt, betreibt Hinrichs noch mit ihrem eigenen Start-up DEAR Photography einen Online-Handel für Fotografie. "Ich habe eine hohe Affinität zu Menschen, die etwas wagen ohne doppelten Boden", sagt sie. Uns erklärt Hinrichs, wann sie in ein Start-up investiert, vor welchen Herausforderungen Gründer oft stehen, wie diese angepackt und letztlich auch gelöst werden können.

Sie sind als Business Angel seit 2006 selbst eine wichtige Protagonistin in der Start-up-Welt. Viele Gründergeschichten hören sich im Nachhinein immer so an, als ob alles wie am Schnürchen geklappt hätte. Ein Irrglaube, oder?
Daniela Hinrichs: Kern dieser Geschichten sind oftmals unternehmerische Misserfolge oder Fehlentscheidungen. Die Frage ist für mich nicht, ob es diese Misserfolge nicht gibt, sondern wie ich als Unternehmerin damit umgehe. Richard Branson ist damals mit der Zeitung „The Student“ als Unternehmer gestartet. Wäre sie kein Flop gewesen, wer weiß ob es „Virgin“ überhaupt oder in der Form gegeben hätte.

Und ja, die meisten Dinge klappen nicht wie beabsichtigt. Wir kennen alle mindestens ein Produkt, das die ursprüngliche Planung verfehlt hat und dennoch zum Welterfolg wurde.

Wie war das bei Ihrer eigenen Gründung – ist da auch was schief gelaufen?
Beim Gründen nicht. Es gab allerdings die eine oder andere Markteinschätzung, die sich nicht erfüllt hat. Obwohl ich mir sicher war, dass ein Potenzial vorhanden ist.

Gerade die Marktanalyse gilt beim Gründen ja als wichtiger Bestandteil. Wie haben Sie die betrieben?
Das ist im Kunstmarkt nicht schwer. Es gibt ein tradiertes System, dass nur für wenige Künstler und Galerien sehr gut funktioniert. Eine einzige Galerie (Larry Gagosian) hat in 2014 weltweit fast einen Umsatz von 1 Milliarde Dollar gemacht. Danach kommt eine Weile nichts. Aus meiner Sicht gibt es eine Lösung: Der Kunstmarkt demokratisiert sich, oder er zerstört sich. Wir sehen hier einen Paradigmenwechsel, den wir unter anderem schon in der Verlagsbranche, der Musikindustrie und dem Taxigewerbe gesehen haben.

Der internationale Kunstmarkt wächst

Ihre Geschäftsidee (DEAR Photography) positioniert sich als disruptives Model zu den Galerien. Wie hat denn die Konkurrenz auf ihr Angebot reagiert?
Idealerweise spornt es an, neue Lösungen für alle Beteiligten im Kunstmarkt zu finden. Es gibt ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage, das ich im Bereich der Photographie löse. Tatsache ist, dass immer mehr Künstler und Galeristen auf den Werken sitzen bleiben, die vorher noch davon leben konnten. Der Kunstmarkt hat sich dramatischverändert. Am fehlenden Geld kann es nicht liegen, wenn sie sich die Auktionsrekorde weltweit anschauen.

Was war Ihre beruflich schwerste Entscheidung?
Vier Wochen nach der Geburt meiner Tochter wieder anfangen zu arbeiten. Damals noch bei Xing.

War die Gründung von DEAR Photograppy Teil Ihres Lebenskonzeptes?
Ich würde sagen Unternehmerin zu sein ist Teil meines Lebenskonzeptes. Dass ich das mit der Kunst verbinden kann, macht es zu etwas Besonderem.

Gibt es etwas, das Sie rückwirkend anders machen würden?
Nichts.

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