Dessert zum Selberzapfen

Startup der Woche: Youghurt

Oliver Voss
Oliver Voß Ehem. Redakteur Menschen der Wirtschaft Zur Kolumnen-Übersicht: @ovoss auf Twitter

Für sein eigenes Geschäft hat Jan Olszewski einen lukrativen Job in der elterlichen Firma aufgegeben. Mit einem neuen Ansatz will er vom Frozen Yoghurt Trend profitieren. 

Foto Gründer von Youghurt

Nötig hat es Jan Olszewski nicht. Seinen Eltern gehört der polnische Bushersteller Solaris, fünf Jahre hat Olszewski für das Unternehmen mit einem Umsatz von 370 Millionen Euro gearbeitet. „Ich wollte aber schon immer etwas Eigenes machen und habe nach der passenden Idee gesucht“, sagt Olszewski.

Und in diesem Jahr hat sich der 32-Jährige nun selbstständig gemacht: Mit seiner Frau Margareta eröffnete er in der Berliner Friedrichstraße die erste Youghurt-Filiale. Hier gibt es das Trenddessert Frozen Joghurt, doch im Unterschied zu den vielen Konkurrenten können sich die Kunden die kalte Süßspeise selbst zapfen und nach Belieben selbst mit Früchten, Keksen oder Saucen verzieren. Bezahlt wird dann nach Gewicht.

Den ersten Business Plan für eine Frozen-Joghurt-Kette hatte Olszewski bereits 2006 beim MBA-Studium in Mailand geschrieben, eine Kommilitonin aus den USA hatte ihm erzählt, wie beliebt die gekühlte Milchspeise gerade in den USA sei. Doch die besondere Eingebung bekam er erst im vorigen Jahr, als Olszewski während einer  Verkehrsmesse in Dubai zum ersten Mal Selbstbedienungsläden entdeckte. „Das gefällt den Kunden besser und spart Personal“, sagt der Gründer.

Die Billion-Dollar-Start-ups
Foursquare auf dem iPhone Quelle: dapd
airbnb Quelle: Screenshot
Das undatierte Firmenhandout des Internet-Musik-Diensts Spotify zeigt den Firmengründer einen Screenshot der Plattform Quelle: dpa
Bleacher ReportDie Sportseite Bleacher Report gibt es erst seit 2007. Mittlerweile besuchen rund 25 Millionen Nutzer pro Monat die Homepage, um sich Videos, Analysen und Hintergrundberichte zu verschiedensten Sportthemen anzusehen. Die Zahl der sogenannten unique user macht den bleacher report zur viertgrößten Sport-Website im Netz. Für Nachrichtendienste ohne Sportberichterstattung wäre der Kauf von br also eine Überlegung wert. Quelle: Screenshot
FabBei der Shopping-Community Fab macht pro Tag rund 300.000 Dollar Umsatz. Die mehr als drei Millionen Nutzer können über Fab nach ihren Lieblings-Designer-Stücken suchen und beim Einkauf bis zu 70 Prozent sparen. Das Unternhemen hinter der Community hat bereits 50 Millionen Dollar Investorengelder einsammeln können und ist derzeit um die 200 Millionen Dollar wert. Für Groupon oder andere Schnäppchen-Anbieter wäre Fab eine gute Ergänzung. Quelle: Screenshot
A visitor tries on the new game "Angry Birds Space" during a launching ceremony in Hong Kong Quelle: dapd
PathMit der App Path können Nutzer private Momente, Bilder und Videos mit ihren Freunden teilen. Path funktioniert quasi wie ein Tagebuch, das ein bestimmter Kreis von Menschen lesen darf und von dem bestimmte Einträge auch bei Twitter, Foursquare, Facebook oder Tumblr veröffentlicht werden können. Rund drei Millionen Menschen nutzen das soziale Netzwerk für unterwegs. Google hatte schon einmal bei Erfinder Dave Morin angeklopft und ein 100 Millionen Dollar für Path geboten. Morin lehnte jedoch ab. Quelle: Screenshot

200 000 Euro haben Sie aus Ersparnissen investiert. Im kommenden Jahr will das Paar weitere Filialen öffnen, erst einmal in Eigenregie. Wenn es so gut läuft wie geplant – Olszewski kalkuliert mit einem Jahresumsatz von 600 000 Euro pro Filiale - später als Franchise-Modell. „Wir werden aber nicht gleich mit Lizenz um uns schmeißen“, sagt Olszewski.

So will er mit Youghurt auch im Ausland expandieren. Vor allem sein Geburtsland hat Olszewski, der mit drei Jahren nach Berlin kam, im Blick: „Wir haben sogar überlegt, erst in Polen zu starten“, sagt Olszewski. „Doch der deutsche Markt ist schon reifer, nächstes Jahr wäre es hier wohl schon zu spät gewesen.“

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Auch für ihn selber war es höchste Zeit, nun die Idee vom eigenen Geschäft umzusetzen. Und im Vergleich zu manch anderen Gründern hat Olszewski immer noch eine Notfalloption:  „Wenn es nicht klappt, kann ich immer noch bei meinen Eltern arbeiten.“

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%