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Evernote-Chef Libin "Krieg um Daten"

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Börsengang ist unausweichlich

Cloud-Computing Quelle: dpa

Wenn ein Konzern wie Apple bei Ihnen anklopfen und eine halbe Milliarde Dollar bieten würde, würden Sie verkaufen?

Bei einer halben Milliarde würde ich nicht nur ablehnen, ich wäre auch ein wenig beleidigt. Bei fünf Milliarden Dollar würde ich immer noch Nein sagen – wäre aber zumindest nicht beleidigt. Warum sollte ich etwas abgeben, was ich liebe?

Evernote ist Ihr drittes Unternehmen. Die ersten zwei haben Sie verkauft.

Das dritte werde ich behalten. Ich kann mir allenfalls vorstellen, einen Teil zu verkaufen. Bietet jemand 500 Millionen für zehn Prozent, könnte man darüber reden.

Evernote ist mit 95 Millionen Dollar finanziert. Was haben Sie mit dem Geld vor?

Das ist viel mehr Kapital, als wir brauchen. Zunächst wollen wir uns damit von kurzfristigen Marktschwankungen unabhängig machen. Wir wollen ein Unternehmen aufbauen, das auch in 100 Jahren noch existiert, dem die Leute Informationen ihres Lebens anvertrauen. Würde die Konjunktur eine mehrjährige Schwäche durchmachen, würde uns das sogar stärken: Wettbewerber müssten aufgeben, und wir könnten Unternehmen billig kaufen. Nur die Möglichkeit eines Börsengangs würde sich hinauszögern.

Wann planen Sie den Börsengang?

Das ist zwar nicht unser Ziel, es ist aber ein unausweichlicher Meilenstein. Irgendwann erreichen junge Unternehmen den Punkt, an dem sie die moralische Pflicht haben, das Unternehmen an die Börse zu bringen – wenn sie weiter wachsen wollen. Aber wir haben es nicht eilig. Mein Job als Chef ist es, das Unternehmen auf eine Größe wachsen zu lassen, dass der Börsengang möglich ist, was etwa 2013 der Fall sein wird

Was würden Sie mit dem Geld machen?

Wir würden agieren wie heute: Wir würden neue Funktionen und Produkte programmieren und neue Leute einstellen – viel mehr Entwickler, viel mehr Designer.

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