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Fehler von Jungunternehmern Sieben Gründe, an denen Startups scheitern

Auf der Berliner Konferenz "Next" präsentieren Startups derzeit ihre Ideen. Offizielle Statistiken belegen allerdings, dass viele Jungunternehmen scheitern. Die meisten begehen diese sieben Fehler.

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Neun Schritte zum perfekten Businessplan
Wie an kaum einer anderen Hochschule werden Studenten in Stanford angehalten, Startups zu gründen. Quelle: Fotolia
Erledigte Aufgaben abhakenDieser Trick stammt aus dem Bereich des Zeitmanagements und der Selbstorganisation. Selbst kleine und scheinbar ganz banale Aufgaben können Spaß machen, wenn Sie diese auf einer To-Do-Liste aufschreiben und dann Stück für Stück abhaken. Das geht am besten ganz altmodisch mit Stift und Papier. Bereits der Vorgang des Aufschreibens und dann das Gefühl beim Durchstreichen oder abhaken einer Aufgabe kann Ihre Stimmung enorm steigern. Quelle: Fotolia
4. Beschreibung des Produkts / der DienstleistungWährend die ersten beiden Abschnitte knapp gehalten werden sollten, dürfen jetzt Details folgen. Wenn Sie ein Produkt vertreiben wollen, muss der Businessplan den aktuellen technischen Entwicklungsstand beinhalten sowie Informationen über bestehende Patente oder Lizenzen. Handelt es sich dagegen um eine Dienstleistung, sollten Sie vor allem Alleinstellungsmerkmale betonen. Was macht Ihr Angebot anders als das des Wettbewerbers? Quelle: dpa
5. MarktanalyseKeine Firmengründung ohne Kenntnisse des Markts und der Branche! Dazu lohnt eine genaue Zielgruppendefinition inklusive Einkommen und Zahlungsmoral der möglichen Kunden. Dabei sollten Sie im Blick behalten, ob Sie das Produkt nur regional oder auch bundesweit oder sogar international anbieten wollen. Auch ein Blick auf den Wettbewerber ist wichtig: Wer kann Ihnen Konkurrenz machen und welche Strategien verfolgen andere Unternehmen? Das kann auch dabei helfen, Produkte mit Alleinstellungsmerkmal zu entwickeln. Quelle: dpa
Laut der Studie wollen 30,3 Prozent der Befragten ihren Job kündigen. 58,7 Prozent davon haben sogar ganz konkrete Pläne, ihren Arbeitgeber in naher Zukunft zu wechseln. Insgesamt hat ein Fünftel der Befragten in den ersten drei Monaten des Jahres das Unternehmen gewechselt, 10,3 Prozent haben aktuell ihren Arbeitsvertrag gekündigt. Die gute Nachricht ist: An den Kollegen, der Abteilung oder den Vorgesetzten liegt es nicht. Mit der menschlichen Komponente sind die deutschen Arbeitnehmer in der Regel sehr zufrieden. Auch fühlen sich drei von vier Befragten ihrem Arbeitgeber verbunden und zwei Drittel sind sogar bereit, sich mehr als nötig für ihr Unternehmen zu engagieren. Quelle: Fotolia
Das Centre of Human Resources Information Systems der Universitäten Bamberg und Frankfurt hat sich zum zehnten Mal mit der Sicht von Jobwechslern auf den aktuellen und den zukünftigen Arbeitgeber befasst. Für die Studie " Bewerbungspraxis 2013" sind mehr als 6.000 Menschen befragt worden, was einen attraktiven Arbeitgeber ausmacht, womit sie in ihrem Job zufrieden oder unzufrieden sind und auf welchem Weg sie nach einem neuen Job suchen. Die Teilnehmer sind im Schnitt 38,7 Jahre alt und haben mehr als zehn Jahre Berufserfahrung. Quelle: Fotolia
Tipp 10: Prioritäten setzenWer sich zu viel vornimmt, ist leicht überfordert. Ein Fünf-Punkte-Plan kann dabei helfen, alles zu schaffen, was Sie im Laufe des Tages erledigen wollen. Die Idee: Schreiben Sie sich abends oder früh am Morgen fünf konkrete Punkte in den Kalender, die Sie erledigen wollen. Sobald Sie eine Aufgabe erledigt haben, können Sie einen Haken auf der To-Do Liste setzen. Das fühlt sich gut an und strukturiert außerdem Ihren Tag.    Quelle: dpa-tmn

Die Bilanz ist eindeutig: 338.000 Existenzgründungen zählte das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) im vergangenen Jahr - bei 354.000 Pleiten. Im Jahr 2012 lag diese Differenz sogar noch bei 24.000.

So unterschiedlich die Gründe für das Scheitern auch sein mögen - es gibt durchaus Gemeinsamkeiten.

Davon ist zum Beispiel die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) überzeugt. Ihre Experten haben die Gründe für das Scheitern von Existenzgründern genauer analysiert. Deshalb werteten sie die Geschäftskonzepte von Jungunternehmern aus, die bei den regionalen Industrie- und Handelskammern vorgelegt wurden. Demnach begehen Gründer vor allem sieben Fehler:

1. Unzureichende Branchenkenntnisse

Eine gute Idee ist nicht alles. Wer sein Produkt an den Käufer bringen will, muss sich auch in seiner Branche gut auskennen. Laut DIHK-Gründerreport scheitern daran 20 Prozent der Unternehmensgründer.

Die Folge: Gerade in der wichtigen Startphase mangelt es an wertvollen Kollegen-, Lieferanten- und Kundenkontakten. Die Experten raten dazu, eine Branche zunächst aus der Angestellten-Perspektive kennenzulernen.

In einigen Branchen verlangen die Behörden auch Genehmigungen, um ein Gewerbe anzumelden - zum Beispiel beim Handel mit Arzneimitteln oder bei der gewerblichen Personenbeförderung. Wer solche Details vorher nicht kennt, scheitert oft schon bei den ersten Schritten in die Selbstständigkeit.

Friederike Welter, Präsidentin des Instituts für Mittelstandsforschung Quelle: Presse

2. Fehlende Finanzierung

In 29 Prozent der Fälle war die Finanzierung des Unternehmens laut Gründerreport nicht gut durchdacht. IfM-Präsidentin Friederike Welter kennt das Problem gut. Sie unterrichtet an der Universität Siegen und ist Expertin auf dem Gebiet der Unternehmensgründung. „Bei der Finanzplanung vergessen besonders junge Gründer in einem ersten Schritt sogar ihr eigenes Gehalt“, sagt sie. Auch dass Versicherungen oder ein Kredit bedient werden müssen, gerate manchmal in Vergessenheit.

Doch selbst wenn der Finanzplan auf den ersten Blick solide wirkt, scheitern gerade Neugründer häufig an unvorhergesehenen Ereignissen. So kann ein zu großer Erfolg eines Produktes die Planung umwerfen, wenn zum Beispiel plötzlich viel mehr Mitarbeiter eingestellt werden müssen. Welter empfiehlt Gründern, die Finanzierung so zu gestalteten, dass sie auf verschiedene Unternehmensverläufe reagieren können. Hat eine erste Finanzierungsrunde geklappt und ist eine Dienstleistung oder ein Produkt schon am Markt etabliert, klappt es eher mit der Anschlussfinanzierung.

Defizite bei der Vermarktung

Die besten Hochschulen für Gründer
Platz 3Beratung und Budget, Netzwerke und Nestwärme: Diese Kriterien legte der Gründungsradar des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft an. In der Kategorie "Kleine Hochschulen" (bis 5.000 Studierende) kam die Universität Witten/Herdecke auf den dritten Rang. Quelle: Presse
Platz 2Kategorie: Kleine Hochschulen (bis 5.000 Studierende) PFH Private Hochschule Göttingen Quelle: Presse
Platz 1Kategorie: Kleine Hochschulen (bis 5.000 Studierende) HHL Leipzig Graduate School of Management Quelle: Presse
Platz 3Kategorie: Mittelgroße Hochschulen (5.000 bis 15.000 Studierende) Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) Quelle: dpa-dpaweb
Platz 2Kategorie: Mittelgroße Hochschulen (5.000 bis 15.000 Studierende) Brandenburgische Technische Universität Cottbus Quelle: dpa-dpaweb
Platz 1Kategorie: Mittelgroße Hochschulen (5.000 bis 15.000 Studierende) Leuphana Universität Lüneburg Quelle: dpa
Platz 3Kategorie: Große Hochschulen (über 15.000 Studierende) Universität Potsdam Quelle: dpa

3. Mangelndes Detailwissen

Nach Angaben der DIHK-Studie waren die Erfinder oft selbst gar nicht dazu in der Lage, ihr eigenes Produkt gut zu umschreiben. Fatal! Denn der Verkauf der eigenen Idee ist entscheidend bei der Investorensuche. Außerdem muss das Unternehmen auch Kunden, Partner oder Journalisten überzeugen. „Viele Existenzgründer haben ein Marketingdefizit“, sagt Marc Evers, Leiter des Referats Existenzgründung der DIHK. Eine gute Idee zu haben, sei nicht alles. Man müsse sie auch kommunizieren können. „Wer sein Produkt nicht mit einem Satz definieren kann, sollte es eigentlich schon hinterfragen“, sagt Friederike Welter.

4. Miese Kalkulationen

Ein häufiger Anfängerfehler: Der Umsatz wird zu hoch eingeschätzt. In 34 Prozent der IHK-Berichte wurde dieses Problem deutlich. Beseelt von der eigenen Idee, glauben viele Gründer, dass auch andere dafür zum Portemonnaie greifen. „In einem ersten Schritt hilft es oft schon, Freunde und Familie zu fragen, ob sie das Produkt kaufen würden“, rät IfM-Präsidentin Welter. Damit erreiche man Menschen außerhalb des eigenen beruflichen Umfeldes – und könne sich so an die mögliche Käuferschaft annähern.

5. Unklare Zielgruppe

Aus 37 Prozent der Unternehmensberichte ging hervor, dass die Zielgruppe nicht genau benannt werden konnte. „Eine zu breit angelegte Zielgruppe kann vor allem beim Marketing zum Problem werden“, sagt Expertin Welter. Insbesondere kleine Unternehmen täten sich schwer damit, eine gezielte Ansprache für ein breites Publikum umzusetzen. Außerdem seien nur wenige Produkte für viele Kunden ausgelegt. Deshalb müssten Gründer viel Energie in die Zielgruppen-Analyse stecken.

Die besten Standorte für Startups
Platz 17: Berlin Quelle: dpa
Platz 10: Moskau Quelle: dpa
Platz 9: Bangalore Quelle: Reuters
Platz 8: Sao Paulo Quelle: Reuters
Platz 7: Singapur
Platz 6: Los Angeles Quelle: AP
Platz 5: Tel Aviv Quelle: Reuters

6. Kaufmännische Mängel

Wer eine gute Idee hat, ist noch kein guter Geschäftsmann. Laut DIHK wurden in 42 Prozent der Fälle kaufmännische Mängel als Grund für ein mögliches Scheitern deutlich. Sowohl Marc Evers als auch Friederike Welter sehen darin aber eher ein geringeres Problem. Das fehlende Know-How sei durch Teambildung oder entsprechende Kurse relativ leicht aufzuholen. Doch offenbar nehmen viele Gründer das Thema noch nicht ernst genug.  

7. Fehlender Nutzen

Besonders tragisch: In 44 Prozent der Fälle haben sich die Gründer keine Gedanken darüber gemacht, ob der Kunde das Produkt überhaupt gebrauchen kann. Schuld ist häufig die Euphorie über die eigene Idee - und die vernebelt den Blick. Was unterscheidet das Produkt von der Konkurrenz? Wer auf diese Frage keine Antwort weiß, sollte die Finger von der Existenzgründung lassen.

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