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Größte Investitionsrunde für Berliner Start-up Softbank investiert 150 Millionen Euro in Solar-Start-up Enpal

Die drei Enpal-Gründer Viktor Wingert, Mario Kohle und Jochen Ziervogel Quelle: PR

Rekordsumme für das Berliner Start-up Enpal: Der japanische Tech-Riese Softbank investiert 150 Millionen Euro. Enpal baut und vermietet Solaranlagen auf Hausdächern. Softbank ist nicht der einzige prominente Investor.

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Das Berliner Start-up Enpal baut, plant und installiert Solaranlagen für Hausdächer – und vermietet sie für die Dauer von 20 Jahren. Um dieses Vorhaben zu beschleunigen und auszubauen, haben die drei Gründer nun eine beachtliche Summe von einem der berühmtesten Investoren der Welt erhalten: Der japanische Tech-Riese Softbank investiert 150 Millionen Euro in Enpal über seinen Vision-Fund 2. Damit setzt Enpal seine bemerkenswerte Investitionssammlung fort. Erst 2017 gegründet, konnte Enpal bereits eine Vielzahl an Investoren und eine respektable Summe an Risikokapital für sich gewinnen.

Enpal-Mitgründer und Geschäftsführer Mario Kohle hat dabei offenbar keine Schwierigkeiten, prominente Investoren der Start-up-Szene für sich und sein Unternehmen zu gewinnen. Zu den früheren Investoren zählen etwa der Münchner Investor Picus Capital von Alexander Samwer, zudem der Delivery-Hero-Gründer Lukasz Gadowski. Im vergangenen Jahr sind auch die Zalando-Gründer eingestiegen sowie der Silicon-Valley-Investor Princeville Capital, hinter dem unter anderem der Hollywood-Schauspieler Leonardo DiCaprio steht. Im Mai stieg der frühere Foodpanda-Gründer Felix Ploog als Verantwortlicher fürs Operative bei Enpal ein.

Und in der letzten Finanzierungsrunde im Juli sammelte Enpal bereits 100 Millionen Euro ein, unter anderem von Thomas Griesel, Mitgründer des Kochboxenversenders Hellofresh, Christopher Muhr, Ex-Manager des M-Dax-Konzerns Auto1, und Peter Rive, dem Cousin von Elon Musk und Mitgründer des Ökostromproduzenten Solarcity. Mit dem Geld möchte Mario Kohle vor allem das Kundenwachstum verbessern und beschleunigen, sagt er der WirtschaftsWoche: „Wir investieren viel in Technologie um die Kundenerfahrung immer besser zu gestalten und bauen unsere eigene Internet-of-Things-Plattform weiter aus, die das Ziel verfolgt, alle Menschen zu einer erneuerbaren Community zu verbinden.“

Meist ist es ein gutes Zeichen, für viele Gründer schon eine Art Auszeichnung, wenn Softbank das Portemonnaie öffnet. In der jüngeren Vergangenheit kamen auch einige deutsche Start-ups in den Geldgenuss der Japaner. Anfang 2018 investierte Softbank 460 Millionen Euro in das zu der Zeit noch nicht börsennotierte Autohandels-Start-up Auto1. 2019 erhielt die Berliner Erlebnisbuchungsplattform Getyourguide von Softbank rund 433 Millionen Euro. Und Ende 2020 pumpte Softbank circa 215 Millionen Euro in das Berliner Mobilitäts-Start-up Tier.

Nun also Enpal. Nach eigenen Angaben ist die Firma Europas größter Anbieter für Solaranlagen für Hausbesitzer, ist bisher aber nur in Deutschland aktiv. Hier zählt das Jungunternehmen mehr als 10.000 Kundinnen und Kunden. Aber statt die Solaranlagen zu verkaufen (wie man ursprünglich zu Beginn des Jahr 2017 getan hatte), setzt Enpal aufs Vermieten: Montage, Wartung und Versicherung inklusive. Nach 20 Jahren können die Nutzer die Anlage dann für einen Euro übernehmen. Warum dieser Weg?

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    Enpal-Chef Mario Kohle antwortet mit zwei Zahlen: Von den rund 16 Millionen Einfamilienhäusern in Deutschland hätten 14,5 Millionen noch keine Solaranlage auf dem Dach – obwohl aus rationaler Sicht wenig dagegen sprechen würde und sehr viel mehr Menschen seiner Erfahrung nach interessiert seien. Das hätte er immer wieder in Gesprächen mit potentiellen Kunden gehört. Die größte Hürde: das Ganze sei zu kompliziert, erklärt Kohle. „Unsere Antwort war: Wir erschaffen eine No-Brainer-Solaranlage.“ Enpal kümmere sich einfach um alles. Der monatliche Betrag sei kaum höher als der durchschnittliche Stromkostenbeitrag. Bis 2030 möchte Kohle die Zahl seiner Kunden auf eine Million erhöht haben. Dafür muss er das rasche Wachstum der vergangenen Jahre beibehalten. Heute, sagt Kohle, baue Enpal pro Tag in etwa so viele Anlagen wie im gesamten Gründungsjahr 2017, nämlich rund 40 Stück.

    Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Enpal rund 56 Millionen Euro Umsatz. Für dieses Jahr ist eine Verdopplung vorgesehen. Und wenn die Dächer von Deutschlands Einfamilienhäusern einmal alle mit Solarpaneelen ausgestattet sind? „Wir digitalisieren unsere Leistung für unsere Kunden gerade und werden damit anschließend auch in andere Länder internationalisieren“, sagt Kohle. „Dafür sehen wir Softbank als genialen Partner.“

    Mehr zum Thema: Rendite vom Solardach – so geht's

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