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Gründer Reise durch Silicon Germany

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Berlin - Metropole der Startups

Berlin Quelle: dpa

Alle sind in Dresden gestartet – und bildeten die perfekte Keimzelle für einen Cluster, dem inzwischen mehr als 25 Forschungseinrichtungen und Unternehmen angehören. Kürzlich haben sie sich im Verbund Organic Electronics Saxony zusammengetan – um leichter Know-how auszutauschen und global erfolgreich zu sein. Karl Leo hat gewissermaßen ein paar Bäume gepflanzt, aus denen gerade ein dichter Wald entsteht.

Entscheidend ist, dass solche Wälder von selbst wachsen und nicht von übereifrigen Bürgermeistern und Wirtschaftsministern künstlich und über weite Distanzen hinweg angelegt werden. „Politische Initiativen können das Wachstum von Clustern zwar unterstützen“, sagt Dirk Fornahl, Ökonom am Zentrum für Regional- und Innovationsökonomik der Uni Bremen, „aber sie können es nicht erzwingen.“

Glamour-Szene

In Berlin etwa hat sich die Politik aus der Internet-Gründerszene herausgehalten – dennoch entwickelte sich ein Ökosystem, das auch funktioniert, ohne dass die Senatsverwaltung eine Gießkanne darüber hält. Dank Unternehmern wie Lukasz Gadowski. Der hat sein erstes Startup im Jahr 2002 noch in Leipzig aufgebaut. Fünf Jahre später zog er nach Berlin und gründete den Inkubator Team Europe – eine Brutstätte für Startups, in dem bereits mehr als ein Dutzend Firmen geschlüpft sind. Sie beschäftigen über 1000 Mitarbeiter.

Auch andere Internet-Unternehmer, die um die Jahrtausendwende mit ihren ersten Projekten zu Millionären wurden, pumpen ihr Geld in solche Startup-Fabriken. Promi Ashton Kutcher, der 2011 Geld in mehrere Berliner Startups investiert hat, verleiht der Szene den nötigen Glamour.

Gemeinsames Mittagessen

Das spricht sich herum und lockt andere Gründer und Geldgeber aus aller Welt an, hat Sascha Schubert beobachtet. Ihm halfen beim Aufbau seiner Spendenplattform Spendino 16 Privatinvestoren – die meisten von ihnen, natürlich, aus Berlin. Als Mitgründer des Entrepreneurs’ Club erwartet Schubert im März 300 Jungunternehmer aus ganz Europa zum „Startup Camp“.

Natürlich konkurrieren viele der Unternehmen, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander ansiedeln, auch miteinander – um Mitarbeiter, Geldgeber und Kunden. Aber es kann auch Vorteile haben, wenn der schärfste Widersacher nur ein paar Straßen entfernt sitzt. So wie für Fabian Siegel, der gerade Lieferheld aufbaut – einen Internet-Dienst, über den Menschen in aller Welt bei Restaurants ihrer Stadt Essen bestellen können. Lieferheld bringt über seine Server hungrige Pizzafans und fixe Pizzabäcker zusammen und kassiert dafür eine Vermittlungsprovision. Gut ein Jahr nach dem Start zählt Lieferheld schon rund 200 Mitarbeiter, fast alle in Berlin. Ein Erfolg, der auch ein wenig mit Siegels Wettbewerber Lieferando ein paar Straßen weiter zu tun hat. Mit dessen Gründer geht Siegel einmal im Monat essen. Dann besprechen die beiden etwa, wie sie die Senatsverwaltung überzeugen können, leichter IT-Profis aus dem Ausland einzustellen. „Manche Dinge“, sagt Siegel, „können wir zusammen eben besser erreichen.“

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