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Gründer So kommen Start-Ups an Geld

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Der Staat gründet mit

Dabei gibt es – ob in Gründungs- oder Wachstumsphase – durchaus Alternativen zum Griff in die Familienkasse: Vater Staat. Die Palette der Förderangebote aus dem Steuersäckel reicht von Zuschüssen über Kredite bis hin zu Beteiligungen, wie sie etwa der halbstaatliche High-Tech Gründerfonds eingeht. Weit über 100 Millionen Euro standen laut Subventionsbericht der Bundesregierung im Jahr 2013 für die Förderung von jungen, innovativen Unternehmen zur Verfügung.

Doch zwei von drei Start-Ups lassen die Möglichkeit, sich vom Steuerzahler beim Aufbau ihres Unternehmens finanziell unter die Arme greifen zu lassen, ungenutzt – das belegen sowohl der DSM als auch der KfW Gründungsmonitor.

Das dürfte auch daran liegen, dass Gründer den staatlichen Förderdschungel nur schwer durchdringen. Das jedenfalls kann Kumardev Chatterjee bestätigen. Der Präsident des European Young Innovators Forum will das ändern. Er reist derzeit durch die Republik, um Gründern zu helfen, das Förderprogramm Horizont 2020 anzuzapfen, mit dem die Europäische Union Forschung und Innovation in den Internet- und Kommunikationstechnologien fördert.

Geringe Resonanz

Knapp 2,8 Milliarden Euro stehen für kleine und mittelgroße Unternehmen zur Verfügung – weder sind Zinsen fällig, noch müssen Unternehmer Firmenanteile abgeben. Dennoch: „Bisher war die Resonanz auf das Programm eher gering“, sagt Chatterjee, „dabei kann es die Start-up-Szene enorm weiterbringen.“

Neun Schritte zum perfekten Businessplan
Wie an kaum einer anderen Hochschule werden Studenten in Stanford angehalten, Startups zu gründen. Quelle: Fotolia
Erledigte Aufgaben abhakenDieser Trick stammt aus dem Bereich des Zeitmanagements und der Selbstorganisation. Selbst kleine und scheinbar ganz banale Aufgaben können Spaß machen, wenn Sie diese auf einer To-Do-Liste aufschreiben und dann Stück für Stück abhaken. Das geht am besten ganz altmodisch mit Stift und Papier. Bereits der Vorgang des Aufschreibens und dann das Gefühl beim Durchstreichen oder abhaken einer Aufgabe kann Ihre Stimmung enorm steigern. Quelle: Fotolia
4. Beschreibung des Produkts / der DienstleistungWährend die ersten beiden Abschnitte knapp gehalten werden sollten, dürfen jetzt Details folgen. Wenn Sie ein Produkt vertreiben wollen, muss der Businessplan den aktuellen technischen Entwicklungsstand beinhalten sowie Informationen über bestehende Patente oder Lizenzen. Handelt es sich dagegen um eine Dienstleistung, sollten Sie vor allem Alleinstellungsmerkmale betonen. Was macht Ihr Angebot anders als das des Wettbewerbers? Quelle: dpa
5. MarktanalyseKeine Firmengründung ohne Kenntnisse des Markts und der Branche! Dazu lohnt eine genaue Zielgruppendefinition inklusive Einkommen und Zahlungsmoral der möglichen Kunden. Dabei sollten Sie im Blick behalten, ob Sie das Produkt nur regional oder auch bundesweit oder sogar international anbieten wollen. Auch ein Blick auf den Wettbewerber ist wichtig: Wer kann Ihnen Konkurrenz machen und welche Strategien verfolgen andere Unternehmen? Das kann auch dabei helfen, Produkte mit Alleinstellungsmerkmal zu entwickeln. Quelle: dpa
Laut der Studie wollen 30,3 Prozent der Befragten ihren Job kündigen. 58,7 Prozent davon haben sogar ganz konkrete Pläne, ihren Arbeitgeber in naher Zukunft zu wechseln. Insgesamt hat ein Fünftel der Befragten in den ersten drei Monaten des Jahres das Unternehmen gewechselt, 10,3 Prozent haben aktuell ihren Arbeitsvertrag gekündigt. Die gute Nachricht ist: An den Kollegen, der Abteilung oder den Vorgesetzten liegt es nicht. Mit der menschlichen Komponente sind die deutschen Arbeitnehmer in der Regel sehr zufrieden. Auch fühlen sich drei von vier Befragten ihrem Arbeitgeber verbunden und zwei Drittel sind sogar bereit, sich mehr als nötig für ihr Unternehmen zu engagieren. Quelle: Fotolia
Das Centre of Human Resources Information Systems der Universitäten Bamberg und Frankfurt hat sich zum zehnten Mal mit der Sicht von Jobwechslern auf den aktuellen und den zukünftigen Arbeitgeber befasst. Für die Studie " Bewerbungspraxis 2013" sind mehr als 6.000 Menschen befragt worden, was einen attraktiven Arbeitgeber ausmacht, womit sie in ihrem Job zufrieden oder unzufrieden sind und auf welchem Weg sie nach einem neuen Job suchen. Die Teilnehmer sind im Schnitt 38,7 Jahre alt und haben mehr als zehn Jahre Berufserfahrung. Quelle: Fotolia
Tipp 10: Prioritäten setzenWer sich zu viel vornimmt, ist leicht überfordert. Ein Fünf-Punkte-Plan kann dabei helfen, alles zu schaffen, was Sie im Laufe des Tages erledigen wollen. Die Idee: Schreiben Sie sich abends oder früh am Morgen fünf konkrete Punkte in den Kalender, die Sie erledigen wollen. Sobald Sie eine Aufgabe erledigt haben, können Sie einen Haken auf der To-Do Liste setzen. Das fühlt sich gut an und strukturiert außerdem Ihren Tag.    Quelle: dpa-tmn

Tim Pohlmann wurde auf der Suche nach Kapital nicht in Brüssel, sondern in Berlin fündig. Der promovierte Volkswirt hat lange an der TU Berlin erforscht, wie sich aus statistischen Daten Technologietrends und Marktentwicklungen ableiten lassen. Als er merkte, wie groß das Interesse bei Unternehmen daran ist, kündigte er 2013 seine Stelle als Wissenschaftler und gründete zusammen mit dem Informatiker Dmitri Gerats selbst eines. IPlytics war geboren.

Ihre Geschäftsidee: Eine Online-Plattform, auf der Unternehmen Millionen von Patentdaten, Forschungsergebnisse und Produktbeschreibungen durchsuchen und auswerten können, um Technologien der Zukunft zu identifizieren und ihre Konkurrenten im Blick zu behalten.

"Bürokratisch, aber unverzichtbar"

Den Start sicherte der Staat: Exist, ein Gründerstipendium des Bundeswirtschaftsministeriums, finanzierte den Unternehmern zwölf Monate lang ihren Lebensunterhalt und unterstützte sie mit Coachings. Das Stipendium sei zwar „etwas bürokratisch“, sagt Pohlmann, „aber unverzichtbar“.

Die große Nachfrage von Konzernen wie Siemens, Deutsche Telekom und Bosch setzte die Gründer unter Wachstumsdruck: Um eine GmbH zu gründen, Entwickler einzustellen und die Plattform weiterzuentwickeln, mussten sie Geld in die Hand nehmen. „Uns war klar“, sagt Pohlmann, „wir brauchten Business Angels.“

Also Privatinvestoren, die nicht nur mit Kapital, sondern auch mit Know-how weiterhelfen. Und bei gewichtigen Entscheidungen gern ein Wörtchen mitreden. Ihr Engagement lassen sie sich mit Unternehmensanteilen bezahlen, um diese nach einigen Jahren mit Gewinn zu versilbern.

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