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Gründer Reise durch Silicon Germany

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Die Anziehungskraft von Forschungseinrichtungen

Startup Ethris

Dieser Cluster-Boom hat mehrere Ursachen. Junge innovative Unternehmen können sich heute oft nicht mehr vor der Haustür ihrer Endkunden ansiedeln, denn die leben meist verstreut über die ganze Welt. Also ziehen sie dorthin, wo andere Gründer mit ähnlichen Ideen zu Hause sind.

Dort entsteht mit der Zeit eine Infrastruktur, die den Aufbau neuer Unternehmen erleichtert – zum Beispiel in Inkubatoren, die sich auf eine bestimmte Technologie spezialisiert haben. Seit Mitte der Neunzigerjahre sind deutschlandweit mehr als 70 solcher spezialisierten Gründerzentren entstanden, wie eine Untersuchung des Ökonomen Michael Schwartz vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle zeigt.

Biotech-Cluster

Eines der ersten war das Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie Martinsried am Rande Münchens, ein Durchlauferhitzer für Biotech-Gründer. 1995 zogen hier die ersten vier Firmen ein, seitdem wuchs das Gebäude zu einem Komplex mit den Ausmaßen eines Fußballstadions heran. Auch in der näheren Umgebung siedelten sich Biotech-Firmen an, der Münchner Biotech Cluster m4 entstand, er umfasst inzwischen 130 Unternehmen mit etwa 2800 Mitarbeitern.

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Aus dem Boden gestampft

Zu den jüngsten unter ihnen zählt Ethris. Das Unternehmen hat gerade ein Labor in Martinsried bezogen, in dem zuvor ein anderes Biotech-Unternehmen untergebracht war. Die Gründer Carsten Rudolph und Christian Plank wollen dort innovative Medikamente entwickeln, etwa eine neuartige Tumorimpfung. Bevor die beiden ihr Unternehmen gründeten, arbeiteten sie als Forscher an den beiden Münchner Unikliniken. Das reichte ihnen nicht: „Um den Menschen wirklich helfen zu können“, sagt Rudolph, „mussten wir unsere Technologien kommerzialisieren.“ Sprich: ein Unternehmen gründen.

Solche Entscheidungen sind es, die den Boom der Cluster zusätzlich begünstigen. Denn Deutschlands innovative Zonen entstehen oft im Umkreis von Forschungseinrichtungen, weil deren Wissenschaftler heute häufiger ausgründen als noch vor 20 Jahren. Manche tun es gleich mehrfach – so wie Karl Leo, Professor am Institut für Angewandte Photophysik der TU Dresden. Wenn man den Physiker fragt, wie viele Unternehmen er mit aufgebaut hat, muss er erst mal überlegen: Fünf Firmen sind es, aus dem Boden gestampft in weniger als zehn Jahren. Sie alle beschäftigen sich mit organischer Elektronik, dem Spezialgebiet Leos.

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