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Gründer Reise durch Silicon Germany

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Finanzielle Förderung der Cluster

Startup Bytro Labs

Geschürft wird vor allem in Kreuzberg und Berlin-Mitte, jenen Stadtteilen, die in der Gründerszene nur Silicon Allee heißen – in Anspielung auf den bekanntesten Cluster der Welt, das Silicon Valley in Kalifornien.

Das legendäre Technologie-Tal entstand etwa 1970 im Süden San Franciscos, rund um den Stanford Industrial Park. Der Boom der Computerindustrie und die Nähe zu Forschungsinstituten lösten einen Gründerboom aus: Tausende neue Unternehmen wurden in den Jahrzehnten danach aus der Taufe gehoben, jede erfolgreiche Generation päppelte mit ihrem Geld die nachfolgenden Gründer.

Schillerndes Image

So entstand ein sich selbst befruchtender Kreislauf von Geld und Ideen, der das Valley auf eine Größe von rund 4000 Quadratkilometern anwachsen ließ – in etwa so groß wie das Ruhrgebiet. Laut einer Studie der TU Darmstadt arbeiten dort heute rund eine halbe Million Menschen in etwa 7000 Technologie-Unternehmen, darunter Konzerne wie Apple und Google.

Berühmte deutsche Gründer
Andreas von Bechtolsheim Quelle: Presse
Ibrahim Evsan Quelle: dpa
Stephan Uhrenbacher Quelle: Arne Weychardt für WirtschaftsWoche
Lukasz Gadowski Quelle: Presse
Lars Hinrichs Quelle: Presse
Gerrit Schumann Quelle: Frank Beer für WirtschaftsWoche
Oliver, Marc und Alexander SamwerDie drei Brüder (im Bild: Oliver Samwer) gelten als Bad Boys der Gründerszene. Dabei halten sie sich nur an eine simple Erfolgsregel, die viele Serienunternehmer zu ihrem Motto erklärt haben: Lieber gut kopiert als schlecht selbst gemacht. Der Erfolg gibt ihnen Recht. So gründeten sie die deutsche Kopie des US-Auktionshauses Ebay, riefen danach den Klingeltonriesen Jamba ins Leben und hatten auch beim Facebook-Klon StudiVZ ihre Finger mit im Spiel. Quelle: Armin Brosch für WirtschaftsWoche

Eine jahrzehntelange Erfolgsgeschichte, die zeigt, wie sehr Unternehmen profitieren, wenn sie in unmittelbarer Nähe zueinander heranwachsen. Vorteile, die sie aus den Netzwerken und der Infrastruktur ziehen, die dort entstehen, aber auch aus dem schillernden Image einer ganzen Region.

"Cluster-Offensive"

Das taugt auch heute noch als Vorbild und Namenspatron für zahlreiche Cluster in Deutschland: Im Nordosten hat sich die Region rund um Greifswald zum BioCon Valley erklärt, in Mitteldeutschland ist das Solar Valley, im Südwesten das BioValley entstanden. Mehr als 500 solcher regionalen Initiativen und Netzwerke haben Experten der Wissenschaftsakademie Acatech im Auftrag der Bundesregierung gezählt – Tendenz steigend.

Für Deutschlands Gründerszene sind diese Cluster unverzichtbar – aus Sicht der Acatec-Forscher gar die „zentralen Innovationszentren“ der deutschen Wirtschaft, die dafür sorgen, dass die deutsche Ökonomie konkurrenzfähig bleibe. Anders gesagt: Nur weil die Unternehmen auf lokaler Ebene so gut zusammenarbeiten, können sie im globalen Wettbewerb bestehen.

Deswegen hat die Politik vor einigen Jahren begonnen, Cluster zu fördern. Das Bundesforschungsministerium etwa sponsert in seinem Spitzenclusterwettbewerb seit 2007 insgesamt 15 Cluster mit 600 Millionen Euro. Ende Februar wird das Ministerium in Berlin eine große Cluster-Konferenz ausrichten, auf der die besten Gründerregionen prämiert werden – darunter etwa der BioEconomy-Cluster in Sachsen-Anhalt und der Cluster Elektromobilität Süd-West in Baden-Württemberg. Auch einige Bundesländer haben jüngst zur „Cluster-Offensive“ geblasen. Deutschland, so scheint es, ist zum Cluster-Land geworden.

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