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Gründer-Inkubatoren Die schnellen Brüter für Startups boomen

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Marek Checinski (rechts), Volker Hofmann Quelle: Arne Weychardt für WirtschaftsWoche

Um sich als Gründer im Brutkasten von Hanse Ventures einzunisten, hat Vahle einiges geopfert: Nach dem Studium an der European Business School lehnte er zwei Angebote von Beratungsfirmen ab, auch wenn er dort das Dreifache hätte verdienen können: „Ich wollte nicht fremde Unternehmen analysieren“, sagt der 26-Jährige, „sondern ein eigenes aufbauen.“

Dass Vahle das kann, hatte er schon während des Studiums bewiesen: Mit Kommilitonen sammelte er Geld und gründete 2005 den Verein „Make a Difference“, der unter anderem in Armenvierteln einer amerikanischen Großstadt Häuser für benachteiligte Familien errichtet.

„Ein solches Engagement ist wichtiger als gute Noten“, sagt Gründerzüchter Weber, „es signalisiert Unternehmertalent.“

Anders als etwa HackFwd, das Computer-Tüftler mit guten Ideen zu Gründern machen will, sucht Weber nach Unternehmertypen, die auch eine fremde Idee in ein Unternehmen verwandeln können.

Menschen wie Benjamin Vahle eben. Weber und Maaß nahmen ihn in eine Art Trainee-Programm namens „Entrepreneur in Residence“ auf, das es in ähnlicher Form auch schon länger bei Rocket Internet gibt. Einige Monate lang lernen die Gründer in spe dabei Startups von innen kennen, bevor sie selber eines aufbauen.

Oder ein bestehendes übernehmen: Eigentlich entstand 1000Kreuzfahrten aus CaptainTravel, einem Startup, das mit den ursprünglichen Gründern keinen Erfolg hatte, bevor Vahle es quasi neu gründete.

Solche Wechsel sind in Inkubatoren nicht selten, wie das Beispiel Citydeal zeigt. Das Startup, das bei Rocket Internet entstand, verkauft Rabattgutscheine im Netz – eine Geschäftsidee, die leicht als Klon des US-Unternehmens Groupon zu erkennen ist. Dass die Idee abgekupfert war, ist für Startups in Inkubatoren nicht untypisch, schadet dem Erfolg aber nicht.

Im Gegenteil: Rocket katapultierte Citydeal mit Hochdruck in die Umlaufbahn, bevor es im Mai 2010 von Groupon übernommen wurde. Gerüchten zufolge für einen dreistelligen Millionenbetrag.

Damit sorgte Citydeal für Schlagzeilen – und wurde vom Portal Deutsche-Startups.de zusammen mit dem Sieger des vergangenen WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerbs Avocado Store zum „Startup des Jahres“ gewählt.

Ein Erfolg mit Schattenseiten: Zwei der drei Gründer, die Citydeal mit aufgebaut hatten, verließen das Unternehmen schon einige Monate vor dem Verkauf an Groupon. Von dem Geldregen, der kurz darauf über dem Inkubator niederging, hatten sie leider nichts.

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