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Gründer Wie junge Startups an Geld kommen

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Hohe Investition

Spendino

Die Idee hatte Hinrichs schon überzeugt, als sie noch nicht mehr war, „als ein vollgeschriebenes Blatt Papier“, sagt Krohne, der das Startup zusammen mit Thorsten Singhofen aufbaute. In diesem Stadium investierte HackFwd 141.000 Euro – Geld, das vor allem als Gehalt für die Gründer gedacht ist, aber von ihnen auch anderweitig verwendet werden kann.

Außerdem übernimmt HackFwd den Verwaltungskram und hilft beim Marketing, damit die Tüftler sich ganz aufs Tüfteln konzentrieren können. Dafür verlangen Hinrichs und seine Partner 30 Prozent der Anteile am Unternehmen. Das ist eine Menge – aber für Geeks in der Frühphase eine hilfreiche Alternative zu Banken und Wagnisfinanzierern.

Gute Business Angels bieten Startups nicht nur Geld, sondern auch Expertise und Kontakte. Doch sollten Gründer genau auswählen, mit wem sie sich einlassen, rät Florian Nöll. Er hat zusammen mit Sascha Schubert und Martin Müller Spendino gegründet, das es Organisationen ermöglicht, Spenden per SMS und übers Internet einzusammeln.

Den Start finanzierten sie mithilfe von „Family, Friends and Fools“ – Familie, Freunden und Verrückten, die einige Tausend Euro zuschossen. Spendino wuchs und lockte Business Angels an. Nöll und Schubert wollten aber nicht irgendwen, sondern vor allem Partner, die „unsere Technologie und den Markt verstehen und Ausdauer haben“.

Also sprachen mit vielen potenziellen Geldgebern. Einige wollten zu viele Mitbestimmungsrechte, anderen eilte ein schlechter Ruf voraus. Trotzdem wurden sie fündig: Rund 20 Angels investierten jeweils um die 15.000 Euro in das Startup.

Inzwischen setzen zwei Drittel der 20 größten Hilfsorganisationen auf dessen Technologie. Jetzt brauchen die Gründer wieder Geld, um zu expandieren: Die Beteiligungsgesellschaft der Investitionsbank Berlin, eine Förderbank des Landes, investiert einen sechsstelligen Betrag.

Das Beispiel zeigt, wie wirkungsvoll Business Angels den Weg zu größeren Wagnisfinanzierern ebnen können. Die gute Nachricht ist zugleich eine schlechte: In Deutschland gibt es zwar immer mehr Engel – es sind aber immer noch zu wenige.

Schätzungen des Business Angel Netzwerks Deutschland (BAND) zufolge investieren hierzulande etwa 5000 Angels pro Jahr bis zu 300 Millionen Euro. In den USA gibt es 40 Mal so viele Angels, die rund 100 Mal so viel investieren. Noch dazu geben sich die deutschen Himmelshelfer zurzeit „so zugeknöpft wie noch nie“, heißt es in einer aktuellen Umfrage des BAND.

Trotzdem sollte man die Hoffnung nicht zu früh aufgeben, wie das Beispiel von Lena Sönnichsen und Moritz Corbelin zeigt: Nachdem ihr Bankkredit geplatzt war, hatten die Business Angels, mit denen sie im Gespräch waren, ein Einsehen und schossen den fehlenden Betrag kurzerhand nach. Für die Gründer war das die Rettung in letzter Sekunde.

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