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Gründerpreis Gründlich aufgemöbelt

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Neue Firma, neues Glück

Die Nacht der jungen Unternehmer
Der Raum Quelle: Falk Heller für WirtschaftsWoche
Tony Trian-Mai (links), Gründer des Startups Tibuga, im Gespräch mit Carsten Rudolph von Evobis (Mitte) und Nicolas Gabrysch (rechts) Quelle: Falk Heller für WirtschaftsWoche
Sebastian Schips und Birgit Gröger Quelle: Falk Heller für WirtschaftsWoche
Die Sieger und die Jury Quelle: Falk Heller für WirtschaftsWoche
Finalteilnehmer und Juroren Quelle: Falk Heller für WirtschaftsWoche
Ansprache an die Finalteilnehmer Quelle: Falk Heller für WirtschaftsWoche
Roland Tichy und die Sieger Quelle: Falk Heller für WirtschaftsWoche

Die beiden stellen sich so einer Herausforderung, mit der jedes Jahr rund 22.000 Unternehmer mit etwa 300.000 Beschäftigten in Deutschland konfrontiert sind. So viele Unternehmensnachfolgen gibt es nach Angaben des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn derzeit. Nicht selten sind die Übergänge holprig.

Das jedenfalls hat Ralf Neise beobachtet. Der Ökonom lehrt am Institut für Unternehmer- und Unternehmensentwicklung an der Universität Witten/Herdecke und berät mittelständische Unternehmer in der Frage, wer als Nachfolger infrage kommt. Häufig tun sich die Vorgänger und Unternehmenseigner schwer, loszulassen, hat Neise festgestellt – und die Nachfolger damit, selbstständig zu werden.

Das größte Problem ist aus seiner Sicht aber ein anderes: „Viele Nachfolger halten an den Konzepten ihres Vorgängers fest, auch wenn ein Produkt oder ein Geschäftsmodell an das Ende seines Lebenszyklus kommt“, sagt Neise. „In solchen Situationen braucht es einen qualitativen Sprung: Die Nachfolger stehen vor der Aufgabe, das Unternehmen quasi neu zu gründen, damit es auch in Zukunft erfolgreich bleibt.“

Gründer stellen sich vor: Meine Möbelmanufaktur

Genau das hat Sebastian Schips getan. Seit vier Jahren arbeitet er im Betrieb seines Vaters mit – als „Mädchen für alles“, wie er sagt. Er koordiniert Aufträge, kauft Geräte ein, baut Schränke zusammen. Und wenn zwischendurch die Säge kaputt geht, dann streift er sich eben Handschuhe über und repariert sie. So hat Sebastian Schips den Familienbetrieb kennengelernt und bemerkt, dass die Zahl der Privatkunden langsam, aber stetig sinkt – heute dominieren Möbelhäuser die Branche.

Jetzt oder nie!

„Ich wusste, dass wir mit einer jungen Marke und einem neuen Unternehmen den Sprung ins Netz wagen müssen“, sagt Schips. Weil sich keine Agentur fand, die den Konfigurator programmieren wollte, machte der gelernte Schreiner und diplomierte Holztechniker es halt selbst – und schlug sich dabei ungezählte Nächte um die Ohren. Schips: „Mir war klar: Jetzt oder nie.“

Womöglich war es genau der richtige Zeitpunkt, denn der Handel mit Möbeln im Netz geht gerade erst richtig los. Wie eine Bitkom-Studie zeigt, hat zwar jeder dritte Deutsche schon einmal Bücher, Kleidung oder Elektronikartikel im Netz gekauft, aber nur jeder sechste Möbel.

Das spiegelt sich in den Umsatzzahlen der Anbieter wider: Im Jahr 2011 etwa setzten Online-Händler mit Textilprodukten mehr als sechs Milliarden Euro und mit Elektroartikeln knapp 2,6 Milliarden Euro um – mit Möbeln und Dekoartikeln dagegen nur 780 Millionen Euro. Zum Vergleich: Jahr für Jahr werden in Deutschland neue Möbel im Wert von 30 Milliarden Euro verkauft – der Online-Handel macht also nicht einmal drei Prozent aus.

Doch das ändert sich rasant. Wie eine E-Commerce-Studie der Wirtschaftsberatung KPMG zeigt, sind 46 Prozent der Verbraucher davon überzeugt, dass Möbelkäufe via Internet attraktiver werden. Jeder Dritte informiert sich bereits online. „Möbel sind zurzeit ein Riesentrend im Online-Handel“, sagt deswegen Jochen Krisch vom Branchenblog „Exciting Commerce“.

In der Gründerszene herrscht Goldgräberstimmung, seit Seriengründer Oliver Samwer vor gut einem Jahr zu einem „Blitzkrieg“ im Netz aufrief. Möbel seien der letzte Bereich des Online-Handels, in dem man noch ein „Billion Dollar Business“ aufbauen könne, schrieb Samwer seinen Mitstreitern. Später entschuldigte er sich zwar für seine Wortwahl – die Strategie aber änderte er nicht.

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