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Gründerwettbewerb Außen retro, innen öko

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„Wer ein Elektroauto kauft, macht das aus Idealismus“, sagt Strube, „wer dagegen einen Elektroroller kauft, kann nicht nur die Umwelt schonen, sondern damit auch sehr schnell Geld sparen.“

Gute Argumente, die den Elektroroller populär machen. Einer aktuellen Umfrage zufolge kann sich jeder zweite Deutsche vorstellen, einen Elektroroller im Alltag zu nutzen. 25 Prozent können mit Rollern per se nichts anfangen, 16 Prozent schließen die stromgetriebenen Zweiräder für sich aus, weil ihnen die Ladezeiten zu lang oder die Reichweiten zu kurz sind. Das ist ein Nachteil der geräuschlosen Gefährten: Wer auf dem Land wohnt, kommt mit einer Akkuladung womöglich nicht mal zur Arbeitsstelle.

Vorbild China

Wie gut Elektroroller dagegen bei Stadtmenschen ankommen, hat Carlo Kallen von den Stadtwerken Hannover beobachtet. Die Stadtwerke haben 40 Einwohnern jeweils einen Elektroroller für zehn Wochen überlassen. Die meisten Tester hätten ihren Roller vermutlich am liebsten behalten: Sie hatten Spaß am Fahren und fanden, dass er sich einfach aufladen und problemlos im Stadtverkehr einsetzen lasse. Von zehn seien nur ein bis zwei zu dem Schluss gekommen, dass ein Roller für sie nicht infrage komme, sagt Kallen.

Vieles spricht also dafür, dass die neuartigen Zweiräder in Kürze ihren Durchbruch erleben werden – zumal erste Kommunen den Kauf fördern. Die Grünen fordern sogar ein Verbot von Rollern mit Verbrennungsmotor, um die Luftqualität in den Städten zu verbessern. Als Vorbild dient China: Dort sind Zweitakter in den Innenstädten verboten und schon mehr als 60 Millionen Elektroroller unterwegs.

„Im Frühjahr wird sich der Trend hin zu flüsterleisen Elektrorollern auch in Deutschland so richtig bemerkbar machen“, erwartet Martin Jendrischik, Chefredakteur des Online-Magazins „Clean-Thinking.de“. Es fragt sich nur, wer das Rennen macht. Denn wo die Nachfrage wächst, wächst auch das Angebot. Mehr als 30 E-Roller sind bereits auf dem deutschen Markt erhältlich.

Doch der Kumpan sticht sofort hervor – auch dank seines nostalgischen Designs. Auf den Retro-Trend setzt allerdings auch EFW-Suhl: Das junge Unternehmen tüftelt an der e-Schwalbe – einem Roller mit herausnehmbarem Lithium-Ionen-Akku für 4700 Euro. Name und Aussehen erinnern an den DDR-Kleinroller Schwalbe, der im Osten der Republik bis heute Kultstatus hat. Zu haben ist die e-Schwalbe aber erst ab Frühjahr 2012, weil Lieferprobleme die Entwicklung verzögert haben.

Die Gründer von e-bility sind deutlich weiter: Seit vergangenem Jahr laufen ihre Kumpane vom Band – nicht etwa am Firmensitz in Remagen, sondern in China, wo die Gründer ihre Roller unter Aufsicht des TÜV Süd montieren lassen. Im kommenden Jahr sollen dort zwei Nachfolgemodelle des 1954ers in Serie gehen. Wenn alles nach Plan läuft, wollen die Gründer ihre Entwicklung bereits aus ihren Umsätzen finanzieren.

Die drei Brüder wollen mit ihren strombetriebenen Retro-Rollern Europas Straßen erobern. Das erste Modell ist bereits erhältlich, im kommenden Jahr soll ein Roller mit herausnehmbarem Akku folgen. Hergestellt werden die lautlosen Flitzer in China, wo Elektroroller herkömmliche Spritschlucker bereits aus dem Stadtbild verdrängt haben. 

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