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Grüne Pioniere Die 30 innovativsten grünen Startups

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Umweltdaten, Leihgegenstände und Öl aus Reifen

Das Startup Pyrum Innovations verwandelt durch ein spezielles Verfahren Altreifen in Öl. Quelle: dpa/dpaweb

Terratransfer: Sammelt Umweltdaten

Klimadaten wie Temperatur, Luftdruck oder Kohlendioxidwerte auf Alpengipfeln oder Inseln zu sammeln war früher aufwendige Handarbeit. Die Messsonden des Bochumer Startups Terratransfer übertragen diese Daten nun automatisch.

Dafür haben die Geografen und Gründer Marcel Delker und Sven Schulz (beide 34) mit ihren 16 Mitarbeitern neben Software auch Funkstationen entwickelt. Seit Unternehmensgründung 2007 wurden weltweit 1.000 dieser Systeme installiert. Auch Grundwasserpegel und die Luftfeuchtigkeit in Museen erfassen die Bochumer und ersparen Behörden damit Geld. Für 2012 sind mehr als eine Million Euro Umsatz geplant.

Die größten Solarhersteller der Welt
Die größten Solarhersteller der WeltPhoton Consulting, eine Forschungs- und Beraterfirma, die sich auf den Solarmarkt spezialisiert hat, hat sich die Hersteller von Solarmodulen einmal genauer angesehen. Aufgrund der Vorjahreszahlen erstellten die Solarexperten eine Prognose, wer 2011 die Top Ten Hersteller sein werden. Die Prognose basiert auf den Produktionskapazitäten - allerdings gaben bereits einige Hersteller an, ihre Kapazitäten doch nicht wie geplant weiter auszubauen. Quelle: dapd
Platz zehn der größten Modulhersteller im Jahr 2011 ist laut Photon-Prognose das japanische Unternehmen Kyocera. Im vergangenen Jahr stand es gleichauf mit dem deutschen Hersteller Solar World. Beide hatten eine Modulkapazität von 800 Megawatt. Zum Vergleich: Ein durchschnittliches Atomkraftwerk produziert um die 1200 Megawatt.
Wie auch im letzten Jahr wird das 2005 in China gegründete Unternehmen LDK Solar auf Platz neun der Liste stehen. 2010 waren die Chinesen in der Lage, 910 Megawatt zu fertigen. Der Umsatz lag bei rund 1,2 Milliarden Euro. Quelle: dpa
Einen Rang eingebüßt hat der ebenfalls chinesische Modulhersteller Hareon Solar. 2010 reichte eine Produktkapazität von 1.025 Megawatt noch für Rang sieben in der Liste, 2011 wird es damit wohl nur Platz acht. Auf den siebten Platz rückt das japanische Unternehmen Sharp, obwohl die Produktionskapazitäten im vergangenen Jahr noch geringfügig niedriger waren als die der chinesischen Konkurrenz. Der Elektronikriese Sharp wurde 1912 von Tokuji Hayakawa gegründet und hat bereits in den 1960er Jahren begonnen, auch intensiv die Herstellung von Solarzellen zu erforschen.
Auch der sechste Platz des Rankings ist in asiatischer Hand. Dort steht unverändert Jinko Solar aus Hongkong mit einer geschätzten Kapazität von 1.100 Megawatt. Auf Platz fünf steht ebenfalls ein chinesisches Unternehmen: Hanwha SolarOne aus Qidong ist das Ergebnis einer strategischen Partnerschaft des südkoreanischen Konglomerats Hanwha und des chinesischen Unternehmens Solarfun Power Holdings. Obwohl das Unternehmen Hanwha SolarOne erst 2010 entstanden ist, startete es direkt mit einer Fertigungskapazität von 1.350 Megawatt. Quelle: dapd
2010 belegte Canadian Solar aus Kitchener in Ontario Platz fünf im Ranking, laut Photon-Prognose erreicht es in diesem Jahr Platz vier. Das Unternehmen wurde 2001 von Dr. Shawn Qu gegründet und produziert seitdem Standard- und Spezialmodule in China. Quelle: dpa
Unverändert auf Platz drei dagegen steht Yingli, ein chinesischer Hersteller mit einer geschätzten Maximalleistung von 1.650 Megawatt pro Jahr. Yingli wurde auch durch das Sponsoring bei der Fußball-Weltmeisterschaft einem breiten Publikum bekannt. Quelle: dapd

Frents: Vermittelt Leihgegenstände

Wer Dinge leiht statt kauft, spart Geld und schont Ressourcen. Auf Basis dieser Einsicht gründete Philipp Sebastian Rogge, 32, mit zwei Partnern im März 2010 in Berlin das Online-Portal Frents. Auf der Plattform bieten Nutzer ihre Besitztümer zum Mieten an, etwa Kameras, DJ-Ausrüstungen oder Spielekonsolen. Sieben Mitarbeiter im Berliner Büro bauen die Plattform aus.

Geld verdient Frents mit Werbung, die neben den Leihprodukten eingeblendet wird.

Pyrum Innovations: Verwandeln Altreifen in Öl

Vier Millionen Tonnen Altreifen fallen in der EU jedes Jahr an, die meisten werden verbrannt oder zu Fußmatten verarbeitet. Das im Jahr 2007 gegründete Startup Pyrum Innovations aus Dillingen an der Saar hat eine bessere Verwendung gefunden: Unter Druck und Wärme verwandeln die Gründer das alte Gummi wieder zu Öl, Koks und Gas. Frühere Recyclingversuche scheiterten am hohen Energieaufwand.

Dank einer neuartigen Reaktorkonstruktion des Ingenieurs Klaus-Peter Schulz, 69, heute technischer Leiter bei Pyrum, hält sich der Recyclingprozess selbst in Gang, indem das dabei entstehende Gas verfeuert wird. Die beiden Gründer Pascal Klein, 25, und Julien Dossmann, 26, die zusammen internationales Management in Straßburg studierten, stellen im Spätsommer die erste große Demonstrationsanlage fertig.

Sechs Millionen Euro soll eine schlüsselfertige Anlage kosten, mehr als 60 Anfragen aus aller Welt sind bei dem Acht-Mitarbeiter-Unternehmen eingegangen.

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