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Hongkong Was Start-ups nach Hongkong zieht

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Was für Hongkong als Standort spricht

Soundbrenner gehört zu den typischen ausländischen Unternehmen, die sich in Hongkong niederlassen, wie Fong vom HKTDC sagt. „Die meisten ausländischen Unternehmen kommen aus den Branchen Computer und Technologie, Hardware, E-Commerce und Supply-Chain-Management. Das sind die Top vier.“

Simmendinger weiß, dass sein Unternehmen kein Sonderfall ist: „Hardware-Start-ups gehen eigentlich alle nach Asien - wegen der Produktion. Und das hat nicht nur etwas mit den Kosten zu tun, obwohl die tatsächlich geringer sind.“

Die Nähe zählt

Es sei tatsächlich die Nähe zur Fabrik, die entscheide. Er kenne viele Beispiele junger Gründer, die nur via Skype, Telefon oder E-Mail mit dem Partner in Asien Kontakt hatten - und nachher über das fertige Produkt entsetzt waren. Verständigungsprobleme oder fiese Absichten des produzierenden Betriebes sorgten letztlich dafür, dass das fertige Produkt nach drei Tagen auseinanderfiel.

Die wichtigsten Fakten zu Crowdfunding

Die Alternative sei, selbst einen Prototypen zusammenzubauen und dann per Crowdfunding die Massenproduktion zu finanzieren. Doch auch das gehe oft schief, wie Simmendinger sagt. „Wir haben uns all diese schlechten Beispiele angeschaut und überlegt, wie wir es besser machen können.“

Da lag ein Unternehmenssitz in Asien nahe, die Entscheidung fiel auf Hongkong. Was im Übrigen kein rein deutsches Start-up-Phänomen ist. So hat beispielsweise das auf globalen Geldtransfer spezialisierte Fintech DollarSmart Global seinen Hauptsitz mittlerweile in Hongkong, weil dort das entsprechende Finanz-Netzwerk existiert und sich der asiatische Markt von dort aus besser erschließen lässt, als aus dem heimischen Australien.

Der Wirtschaftsstandort Hongkong in Zahlen

Gleiches gilt für Soundbrenner: Größter Absatzmarkt seien die USA, aber schon auf Platz zwei und drei folgen Japan und China, wie Simmendinger erzählt. Da bietet es sich an, sich zumindest auf dem gleichen Kontinent anzusiedeln.

Gründerfreundliche Umgebung und staatliche Förderung

„Start-ups profitieren hier von der Infrastruktur und dem Ökosystem: Die Regierung ist sehr gründerfreundlich, es ist sehr viel Venture-Capital in Hongkong verfügbar. Es gibt viele Business Angels und Investoren, die Steuern sind niedrig und jeden Tag findet ein anderes Netzwerk-Event für Gründer statt“, sagt Fong. Hinzu kommt eine umfangreiche staatliche Förderung, um die sich Gründer bewerben können. „Zusätzlich legt die Regierung einen neuen Innovation-&-Technologie-Venture-Fonds auf, der in passende Start-ups investieren soll“, so Fong. Der Fonds soll ab Anfang des Jahres 2017 in Start-ups investieren, vorgesehen ist ein Volumen von zwei Milliarden Hongkong-Dollar (rund 2,3 Milliarden Euro).

Das zieht vor allem ausländische Gründer an. Nur rund die Hälfte der in Hongkong ansässigen Start-ups wurden von Einheimischen gegründet. Zum Vergleich: In Deutschland sind 90 Prozent der Start-up-Gründer Deutsche. „43 Prozent der Unternehmen kommen aus dem Ausland und die restlichen sieben Prozent sind Gründer aus Hongkong, die im Ausland gelebt haben und nach Hongkong zurückkommen“, so Fong. Die meisten Start-ups stammen aus Großbritannien, Frankreich und Israel, aber auch der Anteil an deutschen Unternehmen wachse.

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