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Investitionen in Start-ups "In Deutschland scheuen Investoren das Risiko"

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"Die Brücke über Innovation schließen"

Die immer wieder heraufbeschworene Industrie 4.0.

Genau. Alle wollen die Industrie 4.0 vorantreiben. Und das ist richtig und wichtig. Doch wenn es darum geht, in die Vorreiter der Industrie 4.0, die Start-ups, zu investieren, dann haben hierzulande noch immer viele große Hemmnisse. Das passt noch nicht zusammen.

Sie prangern an, dass zu wenig private Investoren Geld für Start-ups geben. Aber ist es nicht Aufgabe der Banken, die Wirtschaft mit dem nötigen Kapital zu versorgen?

Ja, aber bei den Banken haben wir ähnliche Probleme. Wer einen Kredit aufnehmen will, muss schon sehr viele Sicherheiten und genaue Pläne vorweisen, damit er Geld bekommt. Internetbasierte Geschäftsmodelle können das in ihren Anfangsphasen nicht liefern.

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    Daran scheitern Start-ups
    Die Chance als einzelner Gründer Investoren zu finden, ist verschwindend gering. Quelle: Fotolia
    Einen ungünstigen Standort wählen Quelle: Fotolia
    Eine Nische wählen Quelle: Fotolia
    Gründer-verkalkuliert-sich Quelle: Fotolia
    Eine kreative Idee nachahmen Quelle: Fotolia
    SturheitMangelnde Anpassungsfähigkeit kann Start-ups zerstören. Denn starre Prinzipien können Gründer blind machen, so Autor Vital. Durch diese Sturheit könnten sie leicht übersehen, was Anwender ihnen mitteilen wollen. Quelle: Fotolia
    Einen schlechten Programmierer anheuernBesonders gute Programmierer sind Mangelware - deshalb werden oft die Inkompetenten eingestellt. Wer hier nicht in der Lage ist, die Spreu vom Weizen zu trennen, kämpft auf verlorener Front. Kompetente Programmierer sollten deshalb von fähigen Experten oder einem kompetenten Team ausgewählt werden. Quelle: Fotolia

    Wie sollte es Ihrer Meinung nach laufen?

    Zwar schaffen es viele junge Unternehmer, zu gründen und für die Anfangsphase Investoren aufzutreiben. Viel schwieriger sind die späteren Phasen in der Unternehmensentwicklung – wenn es darum geht, dass auch mal Millionenbeträge investiert werden. Dafür steht einfach viel zu wenig Risikokapital zur Verfügung. Und das, obwohl genügend Liquidität im Markt ist. Ich finde, dass vor allem der Staat die Aufgabe hat, entsprechende Rahmenbedingungen zu setzen. Beispielsweise durch Steuererleichterungen für institutionelle Investoren. Nehmen Sie etwa Pensionsfonds: Die müssen Milliardenbeträge investieren, dürfen aber nur mündelsicher anlegen, zum Beispiel in Bundesschatzbriefe. Hier müsste es Änderungen geben, dass auch Pensionsfonds drei, vielleicht auch fünf Prozent ihres Anlagevermögens gestreut in gewisse Risikoklassen anlegen dürfen.

    Glauben Sie, mit ein paar finanziellen Anreizen ändert sich wirklich die Investitionsmentalität in Deutschland?

    Ja, denn wir haben keine Alternative. Bei der Energiewende haben wir ja auch verstanden, dass wir unser Verhalten, unsere Wirtschaft umstellen und viel Geld investieren müssen. Bei der Digitalisierung ist es doch das Gleiche. Es ist eine nachhaltige Veränderung, auf die wir uns einlassen sollten und von der wir profitieren können, oder wir werden von der Veränderung überrollt. Denn die disruptiven Innovationen wie Airbnb und Amazon kommen zwar schleichend, aber sie sind in ihren Auswirkungen radikal. Bei WhatsApp arbeiten nur 50 Techniker für über eine Milliarde User.

    Die wertvollsten Start-ups der Welt

    Was glauben Sie wird passieren, wenn in Deutschland risikofreudigere Investments ausbleiben?

    Dann verspielt Deutschland seine Zukunft. Es gibt einen Dreiklang, wenn es um die Zukunft unserer Wirtschaft geht: Das eine ist die Erfindung, die Invention. In diesem Bereich ist Deutschland sehr gut. Im nachfolgenden Bereich, der wirtschaftlichen erfolgreichen Umsetzung, der Innovation, ist Deutschland nicht besonders gut. Und die dritte Stufe, die laufende Optimierung, also die Perfektion, da sind wir Deutschen wieder sehr gut. Jetzt müssen wir erreichen, die Brücke zwischen unseren Stärken - Invention und Perfektion - über die Innovation zu schließen.

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