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Karriere

Wie wir mit Krisen und Veränderungen umgehen

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Rückschläge in Kauf nehmen

Auch in der Flüchtlingskrise ist viel von Kontrollverlust die Rede. Doch wer ständig glaubt, alles im Griff zu haben, verdrängt dabei paradoxerweise auch Schwierigkeiten und verhindert es damit, rechtzeitig und adäquat zu handeln, wie etwa – um noch einmal auf das Thema Unternehmen zurückzukommen - bei einer Insolvenz. Die könnte sehr oft noch im Vorfeld abgewendet werden, wenn der Unternehmer sich seine Fehler eingestehen und die notwendige Sanierungsmaßnahmen einleiten würde: Er müsste mit Gläubigern verhandeln, sich Rat von außen einholen oder einfach nur das Know-How seiner eigenen Mitarbeiter nutzen.

Was erfolgreiche Unternehmen für ihre Mitarbeiter tun

Leider machen viele das Gegenteil: Sie überspielen die Situation, verschulden sich noch weiter und hoffen, dass die Krise schon irgendwann vorbei geht - auch aus Angst, sich das eigene Versagen einzugestehen. Oder sie isolieren sich aus Scham, weil sie im Freundes- und Bekanntenkreis finanziell nicht mehr mithalten können. Besser wäre es doch, zu den eigenen Fehlern zu stehen und sich die Chance zu geben, daraus zu lernen. Denn zum Erfolg gehört es nun einmal, Risiken einzugehen und Rückschläge in Kauf nehmen. Und nur indem man nach dem Scheitern seine Fehler reflektiert und mit einer besseren Strategie weitermacht, lernt man überhaupt dazu.

Da klingt es super, wenn nun mehr Improvisationstalent und Mut zum Scheitern gefordert wird. Noch vor wenigen Jahren trafen sich gescheiterte Unternehmer versteckt bei den Anonymen Insolvenzlern. Heute berichten sie in Fuck-Up-Nights in lustigem Plauderton von Ihrem Scheitern. Doch das birgt auch Risiken: Zum einen kann übertriebene Euphorie, wie sie gerade in der Start-Up-Szene herrscht, auch dazu beitragen, Gefahren auszublenden. Dabei wäre in vielen Fällen ein verantwortungsbewusster Realismus gefragt.

In Arbeit
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Und wer hat überhaupt die Verantwortung, wenn jeder fröhlich drauflos improvisiert? Zum anderen sind Ängste kaum mit der Forderung nach mehr Flexibilität zu besiegen, man muss darüber reden und sie Schritt für Schritt entkräften. Schließlich braucht es, um überhaupt experimentieren zu können, Sicherheit, Optimismus und gewisse Rahmenbedingungen. Und um die zu schaffen und zu erhalten – da kann auch Organisationsvermögen manchmal sehr nützlich sein.

 

Die Autorin betreibt das Blog "Berufebilder". Sie können auch über Twitter mit ihr in Kontakt treten.

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