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KfW-Studie Jeder fünfte Gründer ist Migrant

In Deutschland sinkt die Zahl der Gründer – außer bei Migranten. Eine KfW-Studie zeigt, was sie anders machen.

Schild

Wer gründet in Deutschland, wie viele Gründungen gibt es im Jahresdurchschnitt und welche Geldquelle wird genutzt? Antworten auf diese Fragen wollte die Förderbank KfW finden – und sah sich die Gründerlandschaft in Deutschland zwischen 2009 und 2016 näher an.

Demnach ist die Anzahl der Gründungen in Deutschland 2016 auf ein Rekordtief gesunken. Eine Ausnahme sind laut KfW aber Ausländer, die in Deutschland ein Unternehmen gründen. Eingebürgerte, Spätaussiedler oder Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit sind derzeit für 21 Prozent aller Gründungen verantwortlich. Im vergangenen Jahr wagten 139.000 Migranten den Schritt in die Selbstständigkeit.

Die konkreten Herkunftsländer der Migranten listet die KfW-Studie zwar nicht auf. Udo Brixy vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg geht aber davon aus, dass die meisten Migranten-Unternehmer mit Hochschulabschluss aus Westeuropa kommen – also Länder wie die Niederlande, Österreich oder die Schweiz.

"Wenn man alles gut macht, kommt die Kohle von allein"
Zwölf deutsche Gründer erzählen in "Lionhearted" von ihrem Weg in die Selbstständigkeit Quelle: Pressebild, Montage
Anna Alex, Outfittery: "Wir haben nicht angefangen zu überlegen, was alles schiefgehen könnte. Wir haben eher überlegt, was alles gut gehen könnte." Quelle: Bastien Carrillo
Albrecht Krockow, Post Collective Quelle: Bastien Carrillo
Detlef Isermann, P&M Cosmetics: "Man kann kein Unternehmen gründen oder führen, wenn man nicht lernbereit ist und konstant daran arbeitet." Quelle: Bastien Carrillo
Fridtjof Detzner, Jimdo: "Wenn mehr Leute das tun, was sie lieben, macht es die Welt ein bisschen besser." Quelle: Bastien Carrillo
Kai Böringschulte, Compeon: "Wenn ich es jetzt nicht tue und in ein paar Jahren lese, jemand anderes hat es getan, dann würde ich es bereuen." Quelle: Bastien Carrillo
Franziska von Hardenberg, Bloomy Days: "Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass noch niemand diese Idee hatte." Quelle: Bastien Carrillo

In einer Studie kam Brixy im Jahr 2013 zu dem Ergebnis, dass die meisten ausländischen Unternehmensgründer aus Grenzländern kommen: In Bayern beispielsweise aus Österreich, in Nordrhein-Westfalen aus den Niederlanden. Für diese Migranten sei es leichter, sich auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu etablieren. Schon wegen der Parallelen in den Muttersprachen und vorhandener Englisch-Kenntnisse könnten sie sich besser verständigen und potenzielle Barrieren besser umgehen.

Trotzdem stellt sich die Frage, warum die Gründungsaktivität von Migranten im Vergleich zum Rest der Bevölkerung weiterhin konstant ist. Manche Wissenschaftler vermuten, dass sie mutiger sind. „Sie sind bereits ein Risiko eingegangen, um in einem neuen Land ihr Glück zu finden“, sagt Julia Bredtmann vom RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen, „daher dürften sie auch eher bereit sein, das Risiko einer Unternehmensgründung einzugehen.“

Eine andere Vermutung hat Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW. Wer nach Deutschland auswandere, stehe oft vor einem völlig unbekannten Arbeitsmarkt – in der Situation sei der Gang in die Selbstständigkeit ein Ausweg aus der Erwerbslosigkeit. Für seine These spricht, dass sich Migranten genauso wie Einheimische gegen die Selbstständigkeit entscheiden, wenn sie gute Chancen auf einen Job haben.

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