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Kickstarter-Spaßkampagne Amerikaner macht Kartoffelsalat für Tausende Dollar

Einen Kartoffelsalat wolle er machen, behauptet ein Amerikaner auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Zehn Dollar will er dafür einsammeln. Doch die Spendenwilligen stehen Schlange: 65.000 Dollar, Tendenz steigend.

Zehn Kickstarter-Projekte, die begeistern
PegIn der Wohnung, auf dem Schreibtisch, in der Küche – überall fliegt ständig alles rum. Eine Allzweckwaffe gegen das Chaos will nun die Organisations-Tafel „Peg“ sein. Die bunten Tafeln mit den Löchern bieten Platz für Ohrringe, Headsets, Notizen, Stifte und vieles mehr. Kleine Stifte, die sich in die Löcher stecken lassen, geben den Gegenständen halt. Sogar ein Tablet lässt sich so befestigen. Hier geht es zum Kickstarter-Projekt Quelle: Screenshot
FlyKlyE-Bikes boomen. Doch nicht jeder möchte sich ein komplett neues Fahrrad kaufen, um etwas schneller und komfortabler ans Ziel zu kommen. Ein amerikanisches Unternehmen hat hier eine Lösung gefunden. Der FlyKly ist ein Motor, der sich an jedes Hinterrad eines Fahrrads anbauen lässt und somit den Drahtesel zum E-Bike macht. Hier geht es zum Kickstarter-Projekt Quelle: Screenshot
MiStandEbenfalls erfolgreich finanziert ist das Kickstarter-Projekt von MiStand. Dabei handelt es sich um nicht mehr oder weniger als eine Tablet-Halterung. Mit einem Klick lässt sich der Computer dort befestigen und danach sogar noch flexibel drehen, ohne dass das Gadget abrutscht. Ob das Zubehör am Ende wirklich zum Verkaufsschlager wird, bleibt abzuwarten. Immerhin gibt es etliche – nicht weniger spannende – Konkurrenzangebote. Hier geht es zum Kickstarter-Projekt Quelle: Screenshot
MacawDas Tool lässt die Herzen von Webdesignern höher schlagen. Textboxen lassen sich einfach aufziehen, mit unterschiedlichen Schriftarten und –größen füllen und farblich gestalten. Auch Interaktionen lassen sich per Klick und Schlagwort ganz einfach hinzufügen. Hinter dem Schlagwort liegt das Skript, das sich ebenfalls individuell anpassen lässt. Hier geht es zum Kickstarter-Projekt Quelle: Screenshot
FuseDie Erfinder der Auto-App Fuse haben einen Weg gefunden, Daten aus dem Auto sichtbar zu machen und mit anderen Informationen auf dem Smartphone zu kombinieren. So lassen sich zum Beispiel Routen von einer Person zur nächsten Abspeichern. Sobald sich der Wagen dem Ziel nähert, erhält die Person, die besucht wird, eine SMS. Die App zeigt zudem genau an, wie das Fahrverhalten gerade ist – eine praktische Information für Eltern, deren Kinder gerade erst den Führerschein haben und mit dem Auto unterwegs sind. Außerdem kann die App Tipps geben, wann und wo das Tanken besonders preiswert ist. Hier geht es zum Kickstarter-Projekt Quelle: Screenshot
MichronWer gerne fotografiert und filmt, dürfte Timelaps längst ein Begriff sein. Bei dieser Technik werden hunderte Fotos von einer Scene hintereinander gemacht und am Ende zu einem Video zusammengeschnitten. Das Tool Michron macht das besonders einfach. Der kleine schwarze Kasten lässt sich einfach an der Spiegelreflexkamer anbringen. Gesteuert wird der Fotoapparat dann nur noch über das Smartphone. Sobald die gewünschten Daten (zum Beispiel die Zeitspanne der Aufnahmen) eingespeichert sind, ist das Smartphone wieder frei für andere Aktionen. Hier geht es zum Kickstarter-Projekt Quelle: Screenshot
InfoactiveZahlen auswerten, in Datenbanken einpflegen und daraus eine Grafik machen - das klingt nach viel Arbeit, die keinen Spaß macht. Mit der Erfindung von Trina Chiasson sollen Daten aber ganz einfach zu Geschichten werden. Infoactive ist ein Programm für interaktive Grafiken, die sich selbst aktualisieren. Sie sind individualisierbar und animiert. Eine Umfrage erleben, so nennt es Trina Chiasson. So sollen Journalisten oder Blogger einfach Daten auswerten und aufbereiten können. Auf der Seite meldet man sich entweder mit seiner E-Mail-Adresse oder dem Facebook/Twitter-Account an. Hier geht es zum Kickstarter-Projekt Quelle: Screenshot

Seinen Elevator-Talk hat Zack Danger Brown drauf: "Ich bin der Typ, der den Kartoffelsalat machen wird", heißt es in der Biografie seiner Kickstarter-Kampagne "Potato Salad". Auf der Crowdfunding-Plattform wirbt er um Menschen, die ihm Geld für die Zutaten für einen Kartoffelsalat spendieren - gegen ein nettes Dankeschön auf seiner Website. Zehn Dollar hofft er auf diesem Wege zusammenzubekommen.

Kickstarter-Projekte versuchen eigentlich, deutlich mehr Geld für deutlich kompliziertere Dinge einzusammeln. Da versucht etwa jemand, das Geld für eine Dokumentation über den VW Käfer zusammenzubekommen, andere möchten ein Musikfestival auf die Beine stellen oder einen Prototypen ihrer Erfindung produzieren.

Aber der Mann, der sich Zack Danger Brown nennt, hält sich an simplen Kartoffelsalat - und zieht damit offenbar so viel Aufmerksamkeit auf sich, dass er ständig neue "stretch goals" setzen muss. Diese Möglichkeit räumt Kickstarter ein, wenn der angestrebte Betrag zusammengekommen, aber die selbstgesetzte Frist noch nicht erreicht ist.

35 Dollar ist das nächste Ziel. Dafür verspricht der Kartoffelsalatheld, viermal so viel Kartoffelsalat zu machen. Dann: eine Pizzaparty obendrauf, für die er sein Ziel auf 75 Dollar erhöht. Immer noch strömen die Menschen auf die Website dieser Kampagne, um sich zu einer Zahlung zu verpflichten, sollte Brown sein Ziel erreichen. Er erhöht auf 100 Dollar - und will dafür zwei verschiedene Rezepte probieren.

An diesem Punkt greifen die ersten US-Medien den Fall auf, und die neuen Kampagnenziele werden immer abenteuerlicher. Nun rechtfertigen etwa Bio-Mayonnaise, eine Beratung beim Kochprofi, ein professionell gefilmter Livestream vom Kartoffelsalatmachen einen immer größer werdenden Zielbetrag. Bei 1200 Dollar fällt Brown nichts mehr ein. Doch das große Medieninteresse bringt ihm spendenwillige Spaßvögel in Scharen.

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Längst geraten auch die Belohnungen immer ausgefallener, die Brown seinen Wohltätern zukommen zu lassen verspricht. Wer 20 Dollar spendet, darf sich auf ein Haiku über Kartoffelsalat freuen - und darauf, dass sein Name in eine Kartoffel geschnitzt wird, die dann im Salat landet.

Neues Ziel: 3000 Dollar. Dafür will Brown eine Partyhalle mieten, in der alle, die mindestens 10 Dollar gespendet haben, an der Kartoffelsalatparty teilnehmen dürfen. Ein Risiko weist die Kampagne übrigens auch aus: "Er könnte nicht so gut ausfallen. Es ist mein erster Kartoffelsalat", schreibt Brown.

Abschreckend wirkt das nicht. Am Dienstagabend (Ortszeit) hat die Kartoffelsalat-Kampagne so viele Spendenwillige angezogen, dass der Betrag, den sie nach Ablauf der Frist zahlen würden, bei mehr als 65.000 Dollar liegt.

Der Spaß zieht der Internetgemeinde aber nicht nur das Geld aus der Tasche - er sorgt auch für Nachahmer. Weil es allein für ähnliche Projekte zur Zubereitung des in der mexikanischen Küche beliebten Dips Guacamole mehrere Spendenaufrufe gibt, bewirbt eine Kandidat seine Kickstarterkampagne mit dem Satz: "Der beste Guacamole-Kickstarter". Zum Redaktionsschluss hat jene Kampagne bereits 10 der gewünschten 15 Dollar zusammen.

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