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Pausder auf den Punkt

Wie Start-ups und Flüchtlinge aufeinander zugehen

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Die Politik bremst

Also ruft Refugees On Rails dazu auf, alte – im Sinne von überzählige – Laptops zu spenden. Diese stellen sie den Flüchtlingen dann zusammen mit einer Internetverbindung zur Verfügung. So finden sie heraus, wer welche Programmiersprache beherrscht und sich weiterentwickeln möchte und stellen dann Kontakte zu Mentoren, Lehrern und Start-ups her.

Es ist schon toll, wie das läuft. Es gibt mehrere Stationen in Berlin, wo man seinen Laptop abgeben kann. Der wird dort platt gemacht, sprich: von individuellen Daten befreit, neu konfiguriert und zu dem Interessenten gebracht. Der kann dann sofort beginnen, mit dem Laptop etwas zu machen. Das ist eine unglaubliche Geschwindigkeit, mit der das läuft.

"Genau solche Leute suchen wir doch"
Frank Appel, Deutsche Post"Auf dem deutschen Arbeitsmarkt gibt es rund eine halbe Million offener Stellen. Wenn Flüchtlinge rasch Arbeitsbewilligungen erhalten, dann können deutsche Unternehmen dieses Potenzial nutzen", sagte der Deutsche-Post-Chef Frank Appel dem "Handelsblatt". Quelle: dpa
Dieter Zetsche, Daimler"Ich könnte mir vorstellen, dass wir in den Aufnahmezentren die Flüchtlinge über Möglichkeiten und Voraussetzungen informieren, in Deutschland oder bei Daimler Arbeit zu finden. Die meisten Flüchtlinge sind jung, gut ausgebildet und hoch motiviert. Genau solche Leute suchen wir doch. Sie können uns – ähnlich wie vor Jahrzehnten die Gastarbeiter – helfen, unseren Wohlstand zu erhalten beziehungsweise zu vermehren. Deutschland kann doch die freien Arbeitsplätze gar nicht mehr allein mit Deutschen besetzen", sagte der Daimler-Chef der "Bild am Sonntag". Quelle: dpa
Christian Illek, Deutsche Telekom„Die Deutsche Telekom hat viele Liegenschaften, die durch den technischen Wandel längst nicht mehr in dem Maße genutzt werden wie früher“, sagte Personalvorstand Illek der WirtschaftsWoche. „Nicht jede ist für die Unterbringung von Flüchtlingen geeignet, aber dort wo wir helfen können, sind wir gerne bereit, das zu tun.“ Sofern technisch möglich, will die Deutsche Telekom alle Flüchtlingsunterkünfte mit WLAN versorgen. Die meist kostenlosen Hotspots sind für die Flüchtlinge die einzige Möglichkeit, per E-Mail oder Messenger-Dienste mit ihren Verwandten in Kontakt zu treten. „Deswegen unterstützen wir die Hilfsorganisationen und die öffentliche Hand beim Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur“, sagt Illek. Quelle: PR
Matthias Müller, Porsche"Es ist an der Zeit, dass Wirtschaftslenker zu bestimmten Dingen ihre Meinung sagen. Wir müssen uns Extremismus entgegenstellen und Haltung zeigen. Die Industrie darf sich nicht aus Angst um den Aktienkurs oder vor persönlichen Angriffen zurückhalten. Das darf die Wirtschaft nicht, wir sind schließlich Teil der Gesellschaft. Ich wünsche jedem Menschen auf der Welt, dass er einmal am Tag warm essen und ruhig schlafen kann. Kein Mensch gibt doch freiwillig und leichten Herzens seine Heimat auf", sagte Müller der "Süddeutschen Zeitung". Quelle: dpa
Klaus Engel, Evonik"Wir können nicht so tun, als ginge es uns nichts an, wenn ertrunkene Kinder an die Küsten des Mittelmeeres gespült werden und verzweifelte Menschen durch Europa ziehen, auf der Suche nach einer friedlichen Zukunftsperspektive. Viele der Menschen, die jetzt zu uns kommen, werden bleiben", sagte der Chef des Essener Chemiekonzerns Evonik, Klaus Engel, dem "Handelsblatt". Quelle: dapd
Beiersdorf"Wir bauen derzeit ein Projekt auf, das den qualifizierten Flüchtlingen den Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt erleichtert", teilte der Kosmetik-Konzern mit. Quelle: dpa
Kik"Wegen der fehlenden Arbeitserlaubnis besteht derzeit keine legale Möglichkeit, Flüchtlinge oder Asylsuchende zu beschäftigen", teilte der Textildiscounter mit. Quelle: dpa

Zudem gibt es die Online-Plattform „Workeer“, die das Interesse von Flüchtlingen und potenziellen Arbeitgebern zusammenbringt. Dazu finden die Leute von Workeer heraus, welche Qualifikationen ein Flüchtling  mitbringt, und fragen dann herum, wer so jemanden braucht. Gleichzeitig checken sie, ob der Flüchtling schon arbeiten darf oder ob er sich noch in der Phase befindet, in der nur ein unbezahltes Praktikum in Frage kommt.

Gründer



Das alles steht natürlich erst am Anfang. Zahlen über die Flüchtlinge, die an diesen Projekten teilnehmen oder bei einem Start-up tätig sind, gibt es meines Wissens noch nicht. Es ist sicher noch zu früh um zu sagen, dass in jedem Start-up schon Flüchtlinge arbeiten. Aber die Personalabteilungen der Start-ups, die IT- und Fachkräfte brauchen, haben alle die Ansage, lasst uns bitte sehen, ob wir schnell Flüchtlinge finden, die passen.

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    Ein Problem gibt es allerdings durch die Politik. Denn laut Bundesarbeitsministerium dürfen Flüchtlinge auch ohne Aufenthaltsgenehmigung ein Praktikum von bis zu drei Monaten absolvieren. Wenn man von der Agentur für Arbeit aber eine verbindliche Bestätigung will, heißt es, es gebe dazu noch keine Anweisung oder Leitlinie vom Bundesarbeitsministerium. Insofern gilt weiterhin die Sperrfrist von drei Monaten und Start-ups dürfen nur Flüchtlinge mit Aufenthaltserlaubnistitel einstellen. Oder aber die Ausländerbehörde stimmt zu. Darauf zu hoffen, bringt zurzeit allerdings wenig, denn die Ausländerbehörde ist so überlastet, dass es bis zu drei Monate dauert, bis diese Zustimmung erfolgt.

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