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Start-up für Personal-Software Personio ist jetzt 6,3 Milliarden Dollar wert

Personio-CEO Hanno Renner Quelle: imago images

Erst im Januar hatte das Münchner Start-up Personio seine Bewertung auf 1,7 Milliarden Dollar hochgeschraubt. Jetzt gab es eine frische Geldspritze. Firmenchef Hanno Renner steckt sich hohe Ziele.

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Das Münchner Personal-Software-Start-up Personio hat seine Bewertung in zehn Monaten vervierfacht. Es seien 270 Millionen Dollar bei Investoren eingesammelt worden, teilte Personio am Dienstag mit. Damit werde das Geschäft inzwischen mit 6,3 Milliarden Dollar bewertet.

Die Runde sei von Greenoaks Capital angeführt worden. Auch Altimeter sowie Alkeon Capital seien mit von der Partie. Altinvestoren wie Accel und Index Ventures, die in der Vergangenheit auch Slack, Dropbox oder Zendesk unterstützten, beteiligten sich ebenfalls. „Wir haben das Potenzial, von Europa aus einen globalen Marktführer in der Kategorie Personalsoftware aufzubauen. Wir wollen zeigen, dass es nicht nur SAP gibt“, sagte Personio-Chef Hanno Renner der Nachrichtenagentur Reuters.

Erst im Januar hatte das 2015 gegründete Unternehmen 125 Millionen Dollar eingenommen und damit seine Bewertung auf 1,7 Milliarden Dollar hochgeschraubt. Mit Hilfe der frischen Geldspritze will Renner nun das Portfolio von Personio deutlich erweitern. „In der Corona-Krise sind Personalabteilungen viel wichtiger geworden. Sie müssen jetzt auch das hybride Arbeiten managen und haben neue Aufgaben beim Anwerben von Mitarbeitern“, sagte der Personio-Chef. „Um ihnen dabei zu helfen, führen wir automatisierte Arbeitsprozesse ein, die unterschiedliche Anwendungen miteinander verknüpfen. So können beispielsweise nach der Genehmigung einer Urlaubsanfrage automatisch Abwesenheitsnotizen erstellt und Terminabsagen versandt werden“, sagte Renner, dessen Firma inzwischen 1000 Mitarbeiter zählt.

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Aktuell kommt Personio auf 5000 Kunden in Deutschland und anderen europäischen Ländern, für die das Startup Personalprozesse wie Stellenausschreibungen, Zeiterfassung, Lohnabrechnungen oder Personaldaten digitalisiert. Personio will sich zunächst auf Europa konzentrieren. „Hier gibt es 1,7 Millionen kleine und mittelständische Unternehmen. Da haben wir noch wahnsinnig viel Potenzial“, sagte Renner, der in diesem Jahr einen Umsatz im hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich erzielen will. „Unser Ziel ist es, viele Jahre um jeweils 100 Prozent zu wachsen“, sagte er ohne konkrete Zahlen zu nennen. Langfristig soll Personio ein börsennotiertes Unternehmen werden: „Es ist ganz klar, dass wir Personio nie verkaufen, sondern irgendwann an die Börse bringen wollen.“

Im laufenden Jahr sind in Deutschland so viele Einhörner - so werden Firmen mit einer Bewertung ab einer Milliarde Dollar im Fachjargon genannt - entstanden wie wohl nie zuvor. Neben Personio zählten dazu Startups wie Forto, Gorillas, Agile Robots, Berlin Brands Group oder Scalable Capital.

Mehr zum Thema: Hanno Renner, CEO des Softwareunternehmens Personio, mahnt: Die Rolle, die Tech-Unternehmen mittelfristig für Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze spielen müssten, werde von der Politik völlig außer Acht gelassen.

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