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Start-ups Entwicklungshilfe aus dem Nahen Osten

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Die Risikoaversion der Deutschen

Die Upcload-Gründer Sebastian Schulze (links) und Asaf Moses. Quelle: Pressebild

Daraus schließt Eran Davidson: „Es ist kein Problem, gute Entwickler und Ingenieure zu finden. Es fehlen vielmehr Unternehmer, die in der Wachstumsphase bereit sind, Verantwortung zu übernehmen – und notfalls das tun, wovon sie zunächst wenig bis keine Ahnung haben.“ Dazu gehört zum Beispiel steten Kontakt zu Geldgebern zu wahren, das Businessmodell immer wieder von neuen anzupassen und künftige Entwicklungen auf dem Markt vorauszusehen, um gegebenenfalls darauf reagieren zu können.

Deutsche Risikoaversion – könnte sie dem Standort Berlin Steine in den Weg legen? Auf dem Berliner Start-up-Camp kam Mitte März die Branche zusammen. Dort sagte Christian Weiss von Project A Venture in seiner Eröffnungsrede den entscheidenden Satz: „Wir befinden uns noch in den Kinderschuhen, wir müssen endlich erwachsen werden.“

Was alles dafür noch fehlt, das zählt der Organisator Stefan Wolpers am Rande der Veranstaltung auf: „Wir brauchen mehr Venture-Capital-Geber und Business Angels, die in der ganz frühen Phase mit Mitteln aushelfen. Die ganze Branche muss sich zudem untereinander mehr austauschen.“ Es finde nur wenig Kommunikation in der Start-up-Community statt. Das erforderliche Ökosystem sei daher noch nicht richtig entwickelt. Und die Politik, die bisher vor allem durch Nichtstun aufgefallen sei, müsse endlich dieser Zukunftsbranche entschiedener unter die Arme greifen. Plötzlich dämmert es einem: Die Mentalität der Risikoaversion ist ein Problem neben vielen.

Starthilfe aus dem Ausland

Für all diese Steine im Weg können sich die deutschen Start-ups bei Impulsgebern aus dem Ausland Hilfe holen. Und sich bei ihnen ihre Stärken abschauen.

Einige Israelis sind schon da. Zum Beispiel bei Upcload, für den das Know-how aus Israel ausschlaggebend war. Das Unternehmen entwickelt eine Software, die mit einer einfachen Webcam die Körpermaße eine Person ermitteln kann. Die entscheidenden Algorithmen lieferten das Entwicklungsteam um Dr. Mor Amitai, aus Tel Aviv. Amitai hatte bereits in Israel das Biounternehmen Compugen.

Auch Guy Moller ist Israeli und hat in Berlin ganze Aufbauarbeit geleistet. Als Entwickler und Programmierer arbeitet Moller hier seit 2001. Der Israeli baute bei Brands4Friends die IT-Infrastruktur auf. Der Onlineshoppingclub bietet Produkte von Mode- und Lifestyle-Marken zu reduzierten Preisen aus Restbeständen an. Als Ebay das Unternehmen für 200 Millionen Euro aufkaufte, wechselte Moller zum Inkubator Springstar, wo er als Chief Technical Officer wieder für die Software-Architektur verantwortlich ist.

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Der Upcload-Mitbegründer Asaf Moses hofft nun, dass weitere technikbegeisterte Israelis dem Beispiel Mollers folgen werden. Noch bevorzugen die Entwickler aus Tel Aviv das echte San Francisco in Kalifornien. „Doch es wird Zeit das sich das ändert“, sagt Moses.

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