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Startup der Woche

Mit scharfer Klinge gegen das Rasierer-Duopol

Oliver Voss
Oliver Voß Ehem. Redakteur Menschen der Wirtschaft Zur Kolumnen-Übersicht: @ovoss auf Twitter

Mit günstigen Rasierklingen aus dem Netz will ein Münchner Startup das Duopol von Gillette und Wilkinson aufbrechen.

Christopher von Hallwyll Quelle: Presse

Das Geschäft mit Nassrasierern ist ein beinahe perfektes Duopol. Gillette und Wilkinson haben gemeinsam einen Marktanteil von 90 Prozent. Durch das Internet soll nun auch diese Branche aufgemischt werden. Christopher von Hallwyll hat dazu Shave-Lab gegründet, seit Ende 2011 verkauft er Rasierklingen im Netz. 100.000 Euro hat der Münchner damit im Vorjahr eingenommen, in diesem Jahr erwartet er einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag. Die Zahl der Kunden soll bis zum Jahresende auf 100.000 steigen.

Nun geht Shave-Lab ins Ausland: In Slowenien ist das Startup bereits seit zwei Monaten aktiv, im September sollen mit lokalen Lizenzpartnern sechs Länder folgen: Russland, Tschechien und in Skandinavien. Für das kommende Jahr ist dann der Gang nach China, Korea und Brasilien angepeilt. Dazu will sich von Hallwyll dann auch Investoren dazu holen, Gespräche dazu habe es bereits gegeben.

Nicht nur durch den Preis unterscheiden

Die Münchner haben ein Joint-Venture mit einem chinesischen Hersteller geschlossen. "Wir betreiben eine eigene Produktion in China", sagt von Hallwyll. Dadurch und durch die Ausschaltung des Handels könne Shave-Lab die Klingen bis zu 60 Prozent günstiger anbieten als Gillette. Und auch im Vergleich mit den Eigenmarken von Drogerien sei das Online-Angebot 20 bis 30 Prozent billiger. "Wir wollen uns aber nicht nur durch den Preis unterscheiden, sondern auch durch das Design", sagt der 34-Jährige.

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Konkurrenz bekommt er aber auch im Internet. In den USA hat der Dollar Shave Club für ein ähnliches Modell zehn Millionen von namhaften Risikokapitalgebern wie Kleiner Perkins und Andreessen Horowitz eingesammelt, in Deutschland versenden auch Shavenu und das vom umtriebigen Investor Christoph Maire finanzierte Berliner Startup Mornin´ Glory seit Ende 2012 Rasierklingen. Beide richten sich allerdings nur an Männer, Shave-Lab bietet dagegen auch Rasierer für Frauen und die machen inzwischen 62 Prozent der Käufer aus.

Auch die etablierten Marktführer scheinen die neue Konkurrenz langsam zu spüren. "Die haben mehrfach versucht, uns rechtlich anzugehen", sagt von Hallwyll. Bislang jedoch erfolglos.

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