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Startup der Woche: Sofatutor

Nachhilfe am Bildschirm

Oliver Voss
Oliver Voß Ehem. Redakteur Menschen der Wirtschaft Zur Kolumnen-Übersicht: @ovoss auf Twitter

Mit Online-Nachhilfe attackiert Sofatutor die etablierten Anbieter. Nun bekommt das Startup frisches Kapital und will weiter expandieren.

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Das Team von Sofatutor Quelle: Presse

Wenn Stephan Bayers Werbespots im Vormittagsprogramm von RTL II laufen, steigt regelmäßig die Nachfrage nach seinem Nachhilfedienst im Internet. "Wir ermöglichen Nachhilfe für Menschen, die sich das nie leisten konnten", sagt Sofatutor-Gründer Bayer.

Ein Monatsabo kostet je nach Laufzeit zwischen 15 und 35 Euro, die traditionelle Konkurrenz schlägt schnell mit dem zehnfachen zu Buche. Bei Sofatutor gibt es dafür Zugriff auf 7700 Lernvideos und viele Übungsaufgaben. Zudem steht ein Pool von 200 Lehramtsstudenten im Chat für konkrete Fragen zur Verfügung.

"Wir wollen einmal den kompletten Schulstoff abfilmen", sagt der 29-jährige. Der werde dann in kleine Lektionen zerlegt. Etwa 75 Prozent habe das Berliner Unternehmen bereits. Lücken gibt es bei Fächern wie Kunst, Musik oder Geschichte.

Das Youtube für Bildung

Da sich der Satz des Phytagoras oder die Grundlagen der Photosynthese nicht ändern, will Bayer das Material über Schülergenerationen hinweg nutzen: "Die Halbwertzeit der Videos ist enorm hoch". 

Gestartet war Sofatutor 2009 eigentlich als eine Art Youtube für Bildung – jedermann konnte Lernvideos hochladen. Doch mit der Zeit beschloss Bayer, den dabei entstehenden "Wildwuchs" einzuschränken und sich auf die Eigenproduktion von Videos zu beschränken. Statt Studenten, die damals die Hälfte der Nutzer ausmachten, wurde der Fokus auf Schüler verschoben. Und seit Beginn des diesjährigen Schuljahres bietet Sofatutor nun auch Grundschulstoff an. 230 Videos gibt es, die Zahl wird künftig weiter ausgebaut.

Mit seinem Angebot erwirtschaftet Sofatutor derzeit einen Jahresumsatz im einstelligen Millionenbereich. "Nächstes Jahr wollen wir auch schwarze Zahlen schreiben", sagt Bayer.

Verlage und Hochschulen arbeiten mit Sofatutor

Die Nacht der jungen Unternehmer
Der Raum Quelle: Falk Heller für WirtschaftsWoche
Tony Trian-Mai (links), Gründer des Startups Tibuga, im Gespräch mit Carsten Rudolph von Evobis (Mitte) und Nicolas Gabrysch (rechts) Quelle: Falk Heller für WirtschaftsWoche
Sebastian Schips und Birgit Gröger Quelle: Falk Heller für WirtschaftsWoche
Die Sieger und die Jury Quelle: Falk Heller für WirtschaftsWoche
Finalteilnehmer und Juroren Quelle: Falk Heller für WirtschaftsWoche
Ansprache an die Finalteilnehmer Quelle: Falk Heller für WirtschaftsWoche
Roland Tichy und die Sieger Quelle: Falk Heller für WirtschaftsWoche

Seit zwei Jahren kooperiert Sofatutor mit dem Klett-Verlag, der die Inhalte in verschiedenen Lehrbüchern verknüpft. Auch einige Universitäten nutzen das Material von Sofatutor, die Hochschule für Technik in Stuttgart übernimmt beispielsweise die Kosten für ihre Studenten, um deren Abbruchquoten in Mathematik zu reduzieren.

Gründer



Solche Kooperationen will Bayer weiter ausbauen, zudem werden die Sofatutor-Inhalte derzeit für Smartphones und Tablet-Rechner optimiert. Für seine Pläne hat Bayer gerade frisches Kapital gewonnen: Der Münchner Investor Acton Capital Partners beteiligt sich mit einer Summe im mittleren einstelligen Millionenbereich an Sofatutor.   

"Mit dem frischen Kapital möchten wir unser Angebot deutlich weiterentwickeln", sagt Bayer. Dank der Finanzspritze will er mit seiner Plattform nun auch den Nachhilfemarkt in Österreich und der Schweiz angreifen.

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