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Startups Was die Finalisten der bisherigen Gründerwettbewerbe raten

Warum manche clevere Idee mehr Zeit braucht, als man denkt und sich manchmal sogar die Änderung des eigenen Markennamen lohnt - die Finalisten der bisherigen Wettbewerbe geben ihre Erfahrungen weiter.

Geduld mitbringen

Martin Schlichte, Tim Koschella

Revolutionen brauchen Zeit. So auch die Idee von Felix von Laffert und Philipp von Trotha, die im Jahr 2007 im Finale des Gründerwettbewerbs standen. Sie entwickeln 3-D-Displays, für die man keine Spezialbrille benötigt. „Die Technologie zu entwickeln dauerte viel länger, als wir dachten“, sagt Trotha. Aufgegeben haben die Gründer nicht. Im Gegenteil: Inzwischen beschäftigt das Startup acht Mitarbeiter, im kommenden Jahr sollen die Displays marktreif sein: „Wer Geduld hat und an seine Idee glaubt, wird am Ende Erfolg haben“, ist Trotha überzeugt.

Marke erschaffen

Designermöbel über das Internet verkaufen? Ulrich Gersch, Burkhard Gersch und Brigitte Wittekind haben viel Kopfschütteln von Investoren geerntet. Inzwischen peilt ihr Startup einen siebenstelligen Jahresumsatz an. „Gründer müssen hartnäckig bleiben“, rät CEO Ulrich Gersch. Dennoch sollten sie bereit sein, Pläne zu revidieren: Als Gerschs Startup 2009 im Finale des Gründerwettbewerbs stand, hieß es noch Design2Desire – ein Name, den viele Kunden nicht korrekt schreiben konnten. Also wagte das Trio mit dem neuen Namen „Avandeo“ einen Relaunch. Gerschs Fazit: Gründer sollten früh darauf achten, wie Markennamen bei potenziellen Kunden ankommen.

Feedback einholen

Wer ein neues Produkt auf den Markt bringt, trifft vielleicht nicht auf Anhieb exakt den Geschmack der Kunden. Das mussten Armin Harbrecht, Andreas Sperber und Marco Umfahrer erkennen, die 2008 im Finale des Gründerwettbewerbs standen. Mit Gloveler bieten sie im Internet eine Plattform, auf der Privatzimmer angeboten und gebucht werden können. Die Kunden wünschten sich schnell mehr Flexibilität bei der Preisgestaltung – die Gründer setzten den Vorschlag um. „Um das Produkt zu verbessern, muss man auf seine Kunden zugehen und gezielt Feedback verlangen“, resümiert Umfahrer.

Strategie anpassen

Als Martin Schlichte und Tim Koschella 2009 im Finale des Gründerwettbewerbs standen, wollten sie mit ihrem Startup Lecturio noch die Hörsäle der Unis erobern. Mit ihrer Technik können Vorlesungen erfasst und online angesehen werden. Aber: „Das Geschäft flutschte nicht“, sagt Schlichte. Viele Hochschulen hätten ewig gebraucht, um sich für die Technologie zu entscheiden. Also passte das Duo sein Geschäftsmodell an: Inzwischen bieten die beiden auf ihrer Plattform elektronische Repetitorien für Staatsprüfungen und Trainings für Unternehmen an. Das flutscht: Im Jahr 2011 soll der Umsatz siebenstellig werden.

Verantwortung abgeben

Beim Gründerwettbewerb 2008 scheiterten Anselm Bauer, Benjamin Günther, Max-Josef Meier und Sebastian Schuon zwar – ihr Startup Stylight entwickelte sich dennoch prächtig. Es hat eine Technologie entwickelt, mit der sich Online-Mode-Shops visuell durchsuchen lassen. Jetzt wird aus der Suchmaschine ein vollwertiger Mode-Marktplatz. Eine wichtige Lektion: „Wenn das Unternehmen wächst, müssen die Gründer bereit sein, Verantwortung abzugeben.“ So hat sich eine positive Unternehmenskultur in dem 25-köpfigen Team entwickelt: „Wir leben in der Firma“, sagt Günther, „nur zum Schlafen gehen wir heim.“

Privatleben pflegen

Wie viel Arbeit ein eigenes Unternehmen macht, weiß Esther Stehning nur zu gut. Mit Atlatos bietet sie Reise-Management-Systeme an, die Unternehmen bei der Reiseorganisation helfen. 2007 stand das Startup im Finale des Gründerwettbewerbs, heute zählt es über 7000 Kunden. Der Erfolg hatte seinen Preis: An vielen Tagen saß Stehning 14 Stunden im Büro. „Ein Unternehmen aufzubauen macht zwar viel Spaß“, sagt sie, „aber das Privatleben leidet darunter.“ Sie musste lernen loszulassen: Für Kunden ist sie nach 19 Uhr nur noch in absoluten Notfällen ansprechbar. „Wer immer erreichbar ist“, sagt Stehning, „der baut sich sein Hamsterrad doch selbst.“

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