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Telekom-Konkurrent Telefonica baut um

Telefónica-Chef Alierta verpasst dem Konzern eine neue Organisationsstruktur. Der spanische Rivale der Deutschen Telekom gründet eine neue Geschäftseinheit in London und schafft Spanien als eigenständige Sparte ab.

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Telefónica-Zentrale in Las Tablas bei Madrid. Quelle: handelsblatt.com

César Alierta, Chef des spanischen Telekommunikationskonzerns Telefónica, baut das Unternehmen radikal um. Er reagiert damit auf die sinkenden Umsätze und Gewinne des Geschäfts in der Heimat Spanien.

Spanien war bislang eine eigenständige Konzerneinheit, künftig soll es nur noch die beiden Regionalsparten Europa und Lateinamerika geben, kündigte Alierta am Donnerstagabend an. Das spanische Geschäft wird Teil der Europa-Sparte.

Ein weiteres Kernelement der neuen Struktur: Der Konzern bündelt sein Geschäft mit Datendiensten, mit Online-Werbung und Cloud Computing in der neuen Einheit Telefónica Digital mit Sitz in London. Insgesamt 2500 Mitarbeiter sollen in die britische Hauptstadt umziehen, teilte das Unternehmen mit.

Chef dieser neuen Sparte wird Matthew Key, der bislang das Europa-Geschäft leitet. An die Spitze der neuen, um Spanien erweiterten Europa-Sparte wird José Maria Álvarez-Pallete aufrücken, der bisherige Lateinamerika-Chef. Seinen Posten als Leiter der Lateinamerika-Sparte übernimmt Santiago Fernandez Valbuena.

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    Aktienkurs unter Druck geraten

    Telefónica war lange Zeit der beliebteste Titel unter den Telekommunikationswerten, weil der Konzern eine im Branchenvergleich recht üppige Dividende zahlte und auf Grund seines Geschäfts in Lateinamerika höhere Wachstumsraten als die Konkurrenz vorweisen konnte.

    Zuletzt ist der Aktienkurs von Telefónica aber unter Druck geraten. Die Wirtschaftsprobleme in Spanien machten auch dem Telekomkonzern zu schaffen. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres gingen die Umsätze in der Telefónica-Heimat um mehr als sechs Prozent zurück, der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sank um mehr als zehn Prozent. Das Unternehmen hat daher bereits Anfang des Jahres verkündet, bis zu einem Fünftel aller Arbeitsplätze in Spanien zu streichen.

    Investoren fürchten, dass das Unternehmen seine Dividende bald nicht mehr als dem Cash-Flow bezahlen kann, wenn sich der Trend in Spanien nicht bald umkehrt.

    Telefónica ist – gemessen am Börsenwert – Europas größter Telekommunikationskonzern. Die Spanier haben 2006 die britische Mobilfunkgesellschaft O2 übernommen. Das Großbritannien-Geschäft war bislang der größte Teil der Europa-Sparte von Telefónica. Dazu gehört auch O2 in Deutschland sowie Irland.

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