Unternehmertum Jeder Dritte will sich selbstständig machen

Deutschland hat Unternehmergeist, zeigt ihn aber nicht: Ein Drittel der Arbeitnehmer hat schon mal über Selbstständigkeit nachgedacht, doch nur 14 Prozent haben erfolgreich konkrete Schritte dahin unternommen.

Deutschland ist bereit: Viele Deutsche wollen sich selbstständig machen oder an ihrem Arbeitsplatz unternehmerische Verantwortung übernehmen. Aber es fehlt ihnen an geeigneten Rahmenbedingungen. Quelle: Fotolia

Raus aus dem Angestelltendasein, rein in die Selbstständigkeit. Jeder dritte Arbeitnehmer hat in Deutschland schon mal über ein Geschäftsmodell nachgedacht, das Startkapital dafür oder eine entsprechende Beratung. Aktiv werden nur die wenigsten: Insgesamt 14 Prozent der Deutschen haben in den vergangenen fünf Jahren erfolgreich konkrete Schritte unternommen und sind weitergekommen, drei Prozent blieben bei ihren Gehversuchen in die Selbstständigkeit erfolglos.

Dies zeigt eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage von TNS Emnid. Das Marktforschungsinstitut hat für die Bertelsmann Stiftung über 1.000 Deutsche zwischen 14 und 64 Jahren befragt.

Neun Schritte zum perfekten Businessplan
Wie an kaum einer anderen Hochschule werden Studenten in Stanford angehalten, Startups zu gründen. Quelle: Fotolia
Erledigte Aufgaben abhakenDieser Trick stammt aus dem Bereich des Zeitmanagements und der Selbstorganisation. Selbst kleine und scheinbar ganz banale Aufgaben können Spaß machen, wenn Sie diese auf einer To-Do-Liste aufschreiben und dann Stück für Stück abhaken. Das geht am besten ganz altmodisch mit Stift und Papier. Bereits der Vorgang des Aufschreibens und dann das Gefühl beim Durchstreichen oder abhaken einer Aufgabe kann Ihre Stimmung enorm steigern. Quelle: Fotolia
4. Beschreibung des Produkts / der DienstleistungWährend die ersten beiden Abschnitte knapp gehalten werden sollten, dürfen jetzt Details folgen. Wenn Sie ein Produkt vertreiben wollen, muss der Businessplan den aktuellen technischen Entwicklungsstand beinhalten sowie Informationen über bestehende Patente oder Lizenzen. Handelt es sich dagegen um eine Dienstleistung, sollten Sie vor allem Alleinstellungsmerkmale betonen. Was macht Ihr Angebot anders als das des Wettbewerbers? Quelle: dpa
5. MarktanalyseKeine Firmengründung ohne Kenntnisse des Markts und der Branche! Dazu lohnt eine genaue Zielgruppendefinition inklusive Einkommen und Zahlungsmoral der möglichen Kunden. Dabei sollten Sie im Blick behalten, ob Sie das Produkt nur regional oder auch bundesweit oder sogar international anbieten wollen. Auch ein Blick auf den Wettbewerber ist wichtig: Wer kann Ihnen Konkurrenz machen und welche Strategien verfolgen andere Unternehmen? Das kann auch dabei helfen, Produkte mit Alleinstellungsmerkmal zu entwickeln. Quelle: dpa
Laut der Studie wollen 30,3 Prozent der Befragten ihren Job kündigen. 58,7 Prozent davon haben sogar ganz konkrete Pläne, ihren Arbeitgeber in naher Zukunft zu wechseln. Insgesamt hat ein Fünftel der Befragten in den ersten drei Monaten des Jahres das Unternehmen gewechselt, 10,3 Prozent haben aktuell ihren Arbeitsvertrag gekündigt. Die gute Nachricht ist: An den Kollegen, der Abteilung oder den Vorgesetzten liegt es nicht. Mit der menschlichen Komponente sind die deutschen Arbeitnehmer in der Regel sehr zufrieden. Auch fühlen sich drei von vier Befragten ihrem Arbeitgeber verbunden und zwei Drittel sind sogar bereit, sich mehr als nötig für ihr Unternehmen zu engagieren. Quelle: Fotolia
Das Centre of Human Resources Information Systems der Universitäten Bamberg und Frankfurt hat sich zum zehnten Mal mit der Sicht von Jobwechslern auf den aktuellen und den zukünftigen Arbeitgeber befasst. Für die Studie " Bewerbungspraxis 2013" sind mehr als 6.000 Menschen befragt worden, was einen attraktiven Arbeitgeber ausmacht, womit sie in ihrem Job zufrieden oder unzufrieden sind und auf welchem Weg sie nach einem neuen Job suchen. Die Teilnehmer sind im Schnitt 38,7 Jahre alt und haben mehr als zehn Jahre Berufserfahrung. Quelle: Fotolia
Tipp 10: Prioritäten setzenWer sich zu viel vornimmt, ist leicht überfordert. Ein Fünf-Punkte-Plan kann dabei helfen, alles zu schaffen, was Sie im Laufe des Tages erledigen wollen. Die Idee: Schreiben Sie sich abends oder früh am Morgen fünf konkrete Punkte in den Kalender, die Sie erledigen wollen. Sobald Sie eine Aufgabe erledigt haben, können Sie einen Haken auf der To-Do Liste setzen. Das fühlt sich gut an und strukturiert außerdem Ihren Tag.    Quelle: dpa-tmn

Vielen Deutschen fehlt offenbar das Hintergrundwissen, um sich selbstständig zu machen. Ein Drittel der Befragten sagt, sie wären bereits selbstständig, wenn sie in der Schule oder der Ausbildung gelernt hätten, wie man ein Unternehmen gründet. Über 80 Prozent der Befragten befürworten Wirtschaftsunterricht an Schulen. Auch auf dem Weg in die Selbstständigkeit selbst wollen die Deutschen an die Hand genommen werden. Vier von fünf Befragten wünschen sich eine staatliche Unterstützung bei der Unternehmungsgründung.

Die besten Hochschulen für Gründer
Platz 3Beratung und Budget, Netzwerke und Nestwärme: Diese Kriterien legte der Gründungsradar des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft an. In der Kategorie "Kleine Hochschulen" (bis 5.000 Studierende) kam die Universität Witten/Herdecke auf den dritten Rang. Quelle: Presse
Platz 2Kategorie: Kleine Hochschulen (bis 5.000 Studierende) PFH Private Hochschule Göttingen Quelle: Presse
Platz 1Kategorie: Kleine Hochschulen (bis 5.000 Studierende) HHL Leipzig Graduate School of Management Quelle: Presse
Platz 3Kategorie: Mittelgroße Hochschulen (5.000 bis 15.000 Studierende) Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) Quelle: dpa-dpaweb
Platz 2Kategorie: Mittelgroße Hochschulen (5.000 bis 15.000 Studierende) Brandenburgische Technische Universität Cottbus Quelle: dpa-dpaweb
Platz 1Kategorie: Mittelgroße Hochschulen (5.000 bis 15.000 Studierende) Leuphana Universität Lüneburg Quelle: dpa
Platz 3Kategorie: Große Hochschulen (über 15.000 Studierende) Universität Potsdam Quelle: dpa

Die Deutschen beschränken sich bei ihrem Wunsch, unternehmerisch zu handeln, nicht nur auf die eigene Selbstständigkeit. Auch an ihrem Arbeitsplatz wollen sie gerne mehr anpacken. 92 Prozent der Arbeitnehmer sagen, sie wissen, was sie beitragen können, um die Geschäftsziele ihrer Firma zu erreichen. Drei Viertel handeln selbstständig und auch ohne Auftrag vom Chef.

In Arbeit
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Das ist vielen noch nicht genug: Jeder zweite Arbeitnehmer beklagt, dass er im Beruf kaum Möglichkeiten hat, mehr Verantwortung zu übernehmen und unternehmerisch zu handeln. Vier Fünftel der Beschäftigten wünschen sich von ihren Führungskräften grundsätzlich mehr Entscheidungsfreiheit, um am Arbeitsplatz unternehmerisch zu denken und zu handeln. Unterm Strich zeigt die Umfrage: Deutschland will aktiv werden, dazu fehlen aber die geeigneten Rahmenbedingungen.

Tatsächlich baute das Arbeitsministerium unter der Führung von Ursula von der Leyen in den vergangenen Jahren stetig seine Gründungsförderung ab. So schaffen es nur die wenigsten Gründer erfolgreich zu sein - wenn sie sich überhaupt trauen, etwas eigenes auf die Beine zu stellen.

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