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Vielversprechende Startups Diese 25 Gründer sollten Sie kennen

Ob in Deutschland, USA oder China – Gründer sind der Treibstoff einer prosperierenden Ökonomie. Die vielversprechendsten Vordenker und Strippenzieher der deutschen Gründerszene im Überblick.

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Die besten Standorte für Startups
Platz 17: Berlin Quelle: dpa
Platz 10: Moskau Quelle: dpa
Platz 9: Bangalore Quelle: Reuters
Platz 8: Sao Paulo Quelle: Reuters
Platz 7: Singapur
Platz 6: Los Angeles Quelle: AP
Platz 5: Tel Aviv Quelle: Reuters

Als kürzlich Google-Verwaltungsratschef Eric Schmidt zu Besuch kam, da wusste Simon Schäfer, dass sich der Stress und all die Arbeit gelohnt hatten. Mehr als zwei Jahre hat der 36-Jährige am Aufbau der Factory in Berlin gearbeitet – im Juni öffnete die Start-up-Fabrik offiziell ihre Pforten.

Auf 16.000 Quadratmetern sollen rund 600 Gründer, Kreative, Designer und Entwickler Platz finden – Einzelkämpfer und Teams genauso wie Mitarbeiter von etablierten Start-ups wie der Online-Musikplattform Soundcloud oder dem deutschen Ableger des Kurznachrichtendienstes Twitter, die zu den ersten Mietern gehören. „Deutschland“, sagt Google-Mann Schmidt, einer der weltweit wichtigsten Strippenzieher der aufstrebenden Digitalökonomie, „ist auf dem besten Weg, eine Start-up-Nation zu werden.“

Solche Komplimente von führenden Köpfen aus dem kalifornischen Gründermekka Silicon Valley waren in der Vergangenheit selten: Deutschland galt als Industrienation, die zwar erstklassige Autos produzierte, aber eben keine innovativen Unternehmen wie Amazon oder Facebook hervorbrachte. Das scheint sich zu ändern: Inzwischen ist die deutsche Gründerszene weit über die Grenzen der Republik bekannt und lockt potenzielle Gründer aus aller Welt an.

Wie die Karrierewege digitaler Talente aussehen

Allein in Berlin gehen Woche für Woche im Schnitt etwa zehn neue innovative Unternehmen an den Start, hat das Beratungsunternehmen McKinsey in einer Studie ermittelt – 80 Prozent setzen auf digitale Technologien, programmieren Software, bauen E-Commerce-Plattformen auf oder starten Web-Portale. Mehr als 60.000 Menschen in Berlin arbeiten inzwischen in der digitalen Wirtschaft, wie eine Studie der Investitionsbank Berlin belegt. Ein Plus von 12.000 Stellen seit 2008.

Bessere Teams und Ideen

Laut KfW-Gründungsmonitor finden sich in der Hauptstadt unter den 18- bis 64-Jährigen mehr Gründer als in jedem anderen Bundesland. Aber auch deutschlandweit gibt es positive Trends: Zwar ist die Zahl der Vollerwerbsgründer zuletzt gesunken. Allerdings entscheidet sich fast jeder zweite Neu-Unternehmer inzwischen nicht aus Not für die Selbstständigkeit, sondern weil er eine gute Idee umsetzen will. Hinzu kommt: Der Anteil der Unternehmer, die mit überregionalen Innovationen starten, hat sich der Studie zufolge seit 2009 fast verdreifacht.

„Wir sehen eine solide Gründerbewegung speziell für die digitale Wirtschaft mit besseren Teams und besseren Ideen als noch vor zehn Jahren“, sagt Tobias Kollmann, der an der Universität Duisburg-Essen in Essen E-Entrepreneurship lehrt und in der Jury von Neumacher, dem WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerb, sitzt. „Aber wir müssen Unternehmertum noch fester an den Hochschulen verankern, damit noch mehr Absolventen zu Gründern werden und die Gründerwelle nicht abebbt.“

Dabei dürfte helfen, dass sowohl Internet-Gründer der ersten Stunde wie Unternehmer aus anderen Branchen ihr Kapital und Know-how inzwischen an die neue Gründergeneration weitergeben. Sie fördern neue Start-ups als Mentoren und werben an Unis für Unternehmertum, sie organisieren sich in einem eigenen Verband oder beraten im Beirat Junge Digitale Wirtschaft den Bundeswirtschaftsminister.

„Wir brauchen diese neue Gründergeneration, weil sie Unternehmen in der digitalen Wirtschaft aufbaut, die so wichtig ist für die Zukunft unseres Landes und den Wandel von Industrie und den Mittelstand“, sagt Kollmann, der dem Ministeriumsbeirat vorsitzt.

Grund genug für die WirtschaftsWoche, die neue Generation in einer Serie vorzustellen. Zum Auftakt treffen Sie auf 25 der vielversprechendsten Unternehmer, Netzwerker und Investoren der deutschen Gründerszene – eine Auswahl, die wir dank unserer Expertise auf Basis Dutzender Gespräche und langjähriger Beobachtung getroffen haben.

Musik, Mitfahrer und Google-Gegner

Eric Wahlforss mit Soundcloud

Eric Wahlforss. Quelle: Presse

Im Mai kochten die Gerüchte hoch: Der US-Kurznachrichtendienst Twitter, so die Spekulation, könnte Soundcloud übernehmen – also die Musikplattform, die als eines der Aushängeschilder der Berliner Gründerszene gilt: Das Unternehmen beschäftigt mehr als 200 Mitarbeiter und hat monatlich mehr als 250 Millionen Nutzer, die Ton-Dokumente anhören oder hochladen. „Wir hatten gesehen, wie erfolgreich YouTube mit Filmen war“, sagt Gründer Eric Wahlforss, „und wir fanden, dass es das auch für Sounds geben muss.“ Zu Jahresbeginn sammelten er und Mitgründer Alexander Ljung 60 Millionen Dollar Wachstumskapital ein – Gerüchten zufolge bei einer Bewertung von 700 Millionen Dollar. Selbst für Twitter offenbar zu viel.

Madeleine Gummer von Mohl Quelle: PR

Madeleine Gummer von Mohl mit Betahaus

Wenn Madeleine Gummer von Mohl von ihrem Job spricht, dann spricht sie schon mal von Liebe. Und von einem „energiegeladenen Haus, wo du dich fühlst, als wärest du auf Drogen, weil so viel Spannendes um dich herum passiert“. Die 32-Jährige meint nicht etwa den Bundestag, in dem sie gearbeitet hat. Sondern das Betahaus, das sie 2009 unter anderem zusammen mit Christoph Fahle in Berlin eröffnet hat – ein rund 2000 Quadratmeter großer, sogenannter Coworking-Space, in dem Gründer Projekte starten. Das Betahaus stellt die Infrastruktur, bietet Seminare und Räume für Veranstaltungen. Mehrere Tausend Menschen haben das Betahaus genutzt, aktuell sind 350 „Members“ eingemietet. Das Konzept läuft so gut, dass in Hamburg, Sofia und Barcelona Filialen entstanden sind.

Gunnar Froh Quelle: PR

Gunnar Froh mit Wundercar

Gunnar Froh ist bei Taxifahrern nicht beliebt: Im Juni demonstrierten sie vor seinem Büro, weil sie fürchten, dass der 31-Jährige ihr Geschäft kaputt macht. Denn sein Start-up Wundercar hat eine App entwickelt, mit der sich innerstädtische Mitfahrgelegenheiten anbieten und finden lassen. Über die App kann der Mitfahrer dem Fahrer außerdem ein Trinkgeld geben, von dem Wundercar 20 Prozent behält. Taxifahrer halten das für Schwarzarbeit, auch die Behörden sind sauer. Froh, der solche Probleme seit seiner Zeit bei der Online-Zimmervermittlung Airbnb kennt, ficht das nicht an: Er expandiert ins Ausland und wirbt bei Politikern für Kompromisse. Inzwischen haben sich Tausende Nutzer bei Wundercar angemeldet – auch dank der Proteste, die viele erst aufmerksam machten.

Robert Maier mit Visual Meta

Freunde beschreiben Robert Maier als kämpferisch: Er warnt lautstark vor der Marktmacht von Google und engagiert sich, um Unternehmertum in seiner Partei, der SPD, populärer zu machen. Der 34-Jährige hat mit Johannes Schaback Visual Meta gegründet: Auf der Shopping-Plattform Ladenzeile vereint es Angebote verschiedener Online-Shops und verdient an Klicks und Käufen – so gut, dass es rund um den Globus expandiert und in Berlin 180 Mitarbeiter beschäftigt. Seit sich im Jahr 2011 der Verlag Axel Springer beteiligte, ist Maier selbst zum Investor mutiert und hat Kapital in 18 junge Unternehmen gesteckt.

Nora-Vanesse Wohlert (rechts) Quelle: PR

Nora-Vanessa Wohlert mit Edition F

Am Anfang kam ihr das selbst ernannte Herzblutprojekt vor wie eine Mammutaufgabe: Monatelang suchte Nora-Vanessa Wohlert (im Bild rechts) mit ihrer Mitgründerin Susann Hoffmann nach Investoren, zwischenzeitlich drohte die Insolvenz. Doch im Frühjahr beteiligten sich gleich mehrere namhafte Business Angels und Risikokapitalgeber mit einem sechsstelligen Betrag – der Start von Edition F war gesichert: ein „digitales Zuhause für Frauen, die mehr wollen“. Die Plattform versteht sich als Online-Magazin, aber auch als Community, in der sich Frauen vernetzen, Produkte finden und Jobs suchen können. Inzwischen zählt das Portal mehrere Tausend Mitglieder.

Klingen, Motorräder und Versicherungen

Fabio Palthengi Quelle: PR

Fabio Palthengi Mit Mornin' Glory

Er ist 51 Jahre alt und hatte es bei der Großbank UBS bis zum Vice President in New York gebracht, bevor er Unternehmer wurde: Fabio Paltenghi ist in der Gründerszene eine Ausnahmeerscheinung. 2012 tat er sich mit Nicolas Stoetter (rechts im Bild) zusammen und startete Mornin’ Glory. Das Berliner Start-up vertreibt Rasierklingen per Internet-Abo – zum Ärger von Konzernen wie Gillette und Wilkinson. Paltenghi überzeugte erst bekannte Investoren wie Christophe Maire, dann große Klingenhersteller. „Bei der Bank hatte ich ja gelernt, Kunden so lange zu ködern, bis sie zusagen.“ Das Einseifen zeigt Wirkung: Mornin’ Glory hat derzeit 14 Mitarbeiter und mehr als 10.000 Abo-Kunden.

Ida Tin mit Biowink

„Gründen“, sagt Ida Tin, „liegt in meiner Natur.“ Mit 18 Jahren hat die Dänin ihr erstes Unternehmen gestartet, während ihres Studiums das zweite. Nach einer Weltreise mit dem Motorrad gründete sie das dritte: einen Motorrad-Reise-Anbieter. Inzwischen baut sie in Berlin zusammen mit Hans Raffauf ihr nächstes Unternehmen auf: Biowink beschäftigt 14 Mitarbeiter und hat eine Kalender-App namens Clue entwickelt, mit der Frauen ihren Zyklus überwachen können. Tausende Nutzerinnen aus 180 Ländern schwören auf die noch kostenlose App. „Es fühlt sich gut an, etwas aufzubauen, das anderen Menschen hilft“, sagt Ida Tin, „und das richtig groß werden kann.“

Simon Schäfer mit Factory

Noch gleichen manche Räume einer Baustelle, aber bald soll die Factory von innen so hip und modern aussehen, wie ihre Bewohner es sind: Mehr als 20 Millionen Euro hat Simon Schäfer zusammen mit Udo Schloemer, Marc Brucherseifer und Sascha Gechter in den Start-up-Campus gesteckt und Google als Unterstützer gewonnen, um das Projekt auf dem Gelände einer alten Berliner Brauerei zu realisieren. Schäfer weiß, was Start-ups brauchen – seit Ende der Neunzigerjahre ist er in der Gründerszene unterwegs. „Ich lasse mir ungern von anderen sagen, was ich zu tun habe“, sagt der 36-Jährige, „außerdem fasziniert mich die transformierende Kraft neuer Ideen.“ Davon soll es in der Factory bald nur so wimmeln.

Jan Dzulko mit M Cube

Seine ersten beiden Unternehmen hat Jan Dzulko per Handschlag verkauft: Pecupool hatte eine Software entwickelt, mit der Finanzportale Versicherungen vergleichen konnten. Mit Pecumax wiederum verkaufte er die Versicherungen selbst. „Eine Goldgrube“, sagt Dzulko. Im Jahr 2009 kaufte Check24 die Firmen und holte Dzulko in den Vorstand. 2012 entwickelte er zusammen mit Check24-Gründer Henrich Blase M Cube – ein Unternehmen, das Vergleichsportale serienmäßig startet. Etwa Funus, mit dem sich Beerdigungsangebote vergleichen lassen. Die Gründer bekommen zwar nur wenig Anteile, dafür aber Unterstützung, „sodass sie die Firmen wie Legobausätze zusammenbauen können“.

Guido Sandler Quelle: PR

Guido Sandler mit Bergfürst

Ende der Neunzigerjahre gründete er erst die Berliner Effektenbank, dann die Internet-Handelsplattform Etrade Deutschland und sanierte für die Westfälische Vermögen Management Mittelständler. Als Dotcom-Crash und Finanzmarktkrise ausgestanden waren, setzte Guido Sandler auf Crowdinvesting und startete mit Dennis Bemmann 2011 die Plattform Bergfürst, über die Start-ups kleine Investments vor allem von Privatanlegern einsammeln können. Die Investoren partizipieren am Gewinn, können ihre Anteile handeln und haben Mitspracherechte – ein Novum im Crowdinvesting, weswegen Sandler von „Neo-Investing“ spricht. In Zukunft will er auch Beteiligungen an Immobilien über die Plattform anbieten.

Partys, Mathematik und Autoreifen

Jan Beckers mit Hitfox

Mit Feiern hat alles angefangen bei Jan Beckers. Während er BWL studierte, startete er eine Partyreihe. Danach gründete er mit Unterstützung von Team Europe Ventures wie am Fließband weiter, sein Motto: „Das nächste Start-up soll noch größer werden.“ Beckers’ jüngstes Projekt, gestartet 2011 mit Tim Koschella und Hanno Fichtner: Hitfox. Aktuell beschäftigt der Inkubator 230 Mitarbeiter und erzielte im vergangenen Jahr über 15 Millionen Euro Gewinn. Auch wenn Beckers nur noch selten Partys veranstaltet: Grund zum Feiern hätte er.

Maxim Nitsche mit Math 42

Maxim Nitsche ist zwar erst 19 Jahre alt, studiert noch Mathematik, Philosophie und Wirtschaft, aber ist schon Unternehmer – und will es bleiben. Mit seinem 17-jährigen Bruder Raphael hat er Math 42 entwickelt: Die App erklärt Mathelernern Rechenschritte, hilft mit Tipps und bietet ein integriertes Mathebuch. Inzwischen nutzen mehr als eine halbe Million Menschen das Miniprogramm, das bisher gratis ist. Aber Maxim Nitsche sucht den Kontakt zu Verlagen, um die App zu vermarkten, und zu Risikokapitalgebern, um sie auszubauen. „Raphael und ich haben so viele Ideen“, sagt der 19-Jährige, „Math 42 ist mit Sicherheit nicht unser letztes Projekt.“

Sebastian Kübler mit Taishan Invest

Sein erster Chinabesuch 2003 war Zufall – doch das Land beeindruckte den Mann vom Niederrhein so sehr, dass er 2007 in Peking sesshaft geworden ist. Dort hat Kübler den Risikokapitalgeber Taishan Invest mitgegründet, um Brücken zwischen der deutschen und der chinesischen Gründerszene zu bauen. Taishan sammelt Kapital bei etablierten Geldgebern in Europa und China ein und investiert in junge chinesische sowie deutsche Start-ups mit China-Bezug. So hat Taishan beispielsweise den Online-Händler Urbanara und den Premium-Discounter Lesara finanziert, die beide Produkte aus China beziehen.

Jess Erickson (links) Quelle: PR

Jess Erickson mit Geekettes

Als Jess Erickson (links im Bild) aus New York nach Berlin zog, fühlte sie sich wie eine Außenseiterin: „Es gab zwar eine lebendige Tech- und Gründerszene, aber fast ohne Frauen“, erinnert sich die 30-jährige US-Amerikanerin. Also gründete sie 2012 zusammen mit Denise Philipp die Geekettes – eine Plattform, die Gründerinnen von und Mitarbeiterinnen aus Tech-Firmen vernetzt und weiterbildet. Inzwischen zählt das Netzwerk 2000 Mitglieder und ist in sieben Städten aktiv. Zwar streben die Geekettes keinen Profit an, doch Erickson und Philipp können davon leben – dank Sponsoren wie der Deutschen Telekom. „Wenn mehr Frauen gründen und in die Entwicklung neuer Technologien involviert sind“, ist Erickson überzeugt, „werden Produkte und Unternehmen in Zukunft viel besser.“

Erik Heinelt mit Tirendo

Die Helden seiner Kindheit? Menschen, die Firmen gründen – in seiner Heimat Sachsen, in der Arbeitsplätze knapp sind. Also heuerte Erik Heinelt nach dem Studium beim Berliner Inkubator Rocket Internet an, der ihn nach Japan und Brasilien schickte, um Internet-Firmen mit aufzubauen. Anfang 2012 startete er mit Felix Vögtle sein eigenes Unternehmen: den Online-Reifenhändler Tirendo. Beim Start half Project A Ventures mit einem siebenstelligen Investment; ein gutes Jahr später beschäftigte es mehr als 100 Mitarbeiter. Das überzeugte den Wettbewerber Delticom, der Tirendo für 50 Millionen Euro übernahm – seit Ende 2013 ist Heinelt zwar nur noch Angestellter in seinem Start-up, gibt sein Wissen aber in Unikursen an potenzielle Gründer weiter.

Zeitungen, Putzkräfte und Kredite

Daniel Höpfner mit Pressmatrix

Daniel Höpfner liebt Zeitungen. So sehr, dass sie sich gelegentlich in seiner Wohnung stapeln. Das brachte Höpfner im Jahr 2011 auf die Idee zu Pressmatrix: Das Start-up hat eine Technologie entwickelt, mit der sich über eine Web-Plattform einfach und ab etwa 5000 Euro Magazine als App für Smartphones und Tablet-PCs erstellen lassen. Etwas mehr als drei Jahre nach dem Start hat Pressmatrix Geldgeber wie den High-Tech Gründerfonds gewonnen und mehr als 1000 Magazin-Apps aus aller Welt erstellt. Pressmatrix beschäftigt rund 50 Mitarbeiter, erzielt bereits einen siebenstelligen Jahresumsatz und will in Kürze zum ersten Mal Gewinn machen. Außerdem ist Seriengründer Höpfner Mentor an der Berlin Start-up Academy – „um etwas zurückzugeben“, wie der 37-Jährige sagt.

Florian Heinemann mit Project A Ventures

Er ist zwar erst 38 Jahre alt, bezeichnet sich selbst aber als Methusalem der Gründerszene. Für andere ist Florian Heinemann schlicht eine Legende: Vor 15 Jahren gründete er den Online-Marktplatz Justbooks, den er später an Abebooks verkaufte. Seitdem gilt er als Experte für digitale Geschäftsmodelle und digitales Marketing. Von 2007 baute er Rocket Internet mit auf, die Start-up-Fabrik der Samwer-Brüder. 2012 startete er mit seinen Ex-Rocket-Kollegen Christian Weiß und Uwe Horstmann Project A Ventures. Der Inkubator hat bereits 25 Internet-Start-ups angeschoben, außerdem hat Heinemann in mehr als 70 Start-ups investiert. „Dieser Kick, in ein kleines Team einzusteigen und dann zuzusehen, wie es rasant wächst“, sagt Heinemann, „ist einfach unbeschreiblich.“

Claude Ritter mit Book a Tiger

Es gab eine Zeit, in der sich Claude Ritter aus Kostengründen nur von Fertignudeln ernährt hat, damals im Jahr 2007 in China. Zusammen mit Julius und David Dreyer brachte er dort The Netcircle an den Start – ein Unternehmen, das von Shanghai aus Community-Portale betreibt. 2010 kehrte er zurück, um in Berlin Delivery Hero mit aufzubauen – ein Portal, über das sich Essen bei Lieferdiensten bestellen lässt und das heute mehr als 800 Mitarbeiter beschäftigt. Mit Nikita Fahrenholz hat er jetzt Book a Tiger gestartet – ein Portal, das Putzkräfte vermittelt. Dass es mit 15 Mitarbeitern noch deutlich kleiner ist, schätzt Ritter: „In dem Stadium kann ich viele meiner Fähigkeiten einsetzen“, sagt der 33-Jährige, „ich bin wie ein Schweizer Taschenmesser.“

Christian Vollmann mit Researchgate

Zwei Millionen Euro Wagniskapital hätte Christian Vollmann im vergangenen Jahr einsammeln können, um ein soziales Netzwerk aufzubauen – nach dem Vorbild von Nextdoor in den USA, über das sich Nachbarn organisieren können. „Aber die Erfolgschancen waren zu klein, und ich hatte keine Lust, wieder eine fremde Idee nachzuahmen“, sagt der Seriengründer. Bekannt ist der 36-Jährige für seinen „guten Riecher“: Vollmann hat in mehr als 50 Unternehmen investiert. Am Online-Netzwerk Researchgate beteiligte er sich als Erster, obwohl dessen Gründer Ijad Madisch von etwa 20 Investoren Absagen erhalten hatte. Heute zählt Researchgate vier Millionen Wissenschaftler als Mitglieder und beschäftigt 100 Mitarbeiter, seit einigen Monaten ist Vollmann einer von ihnen. „Es hat sich angefühlt, wie nach Hause zu kommen."

Sebastian Diemer Quelle: PR

Sebastian Diemer mit Kreditech

Rund 80 Prozent Umsatzwachstum pro Quartal, 140 Mitarbeiter, Millionen von Kunden in sieben Ländern: Bei Kreditech geht es rasant aufwärts. Im Juni bewerteten Risikokapitalgeber das Hamburger Start-up mit 190 Millionen Dollar – gerade mal zwei Jahre nach dem Start. Gründer Sebastian Diemer, den Freunde als „Vollgaspusher voller Energie“ beschreiben, ist überzeugt: „Die Digitalisierung kommt jetzt auch im Finanzsektor an.“ Denn Kreditech vergibt Kredite nicht mehr mittels klassischer Scorewerte, sondern anhand von Big Data: Bis zu 15.000 Informationen – etwa Facebook-Gewohnheiten und Gerätedaten – entscheiden, ob ein Kunde an Geld kommt.

Automatische Identifikation und weniger Bürokratie

Felix Haas mit IDnow

Jeder, der online ein Bankkonto beantragt hat, kennt das: Um sich zu identifizieren, muss eine Postfiliale aufgesucht werden – was viele potenzielle Kunden abschreckt. Das Münchner Start-up IDnow schafft Abhilfe: Es entwickelt eine Technologie, mit der sich Kunden via Smartphone oder Web-Browser identifizieren können. Gründer Felix Haas hat sein erstes Unternehmen zu Schulzeiten gestartet und ist in der Szene als Investor bekannt: Seit dem Verkauf der Ticketing-Plattform Amiando ans Business Netzwerk Xing hat Haas sich an rund 25 Unternehmen beteiligt.

Mikko Alasaarela mit Linko

Wenn Mikko Alasaarela von Berlin spricht, dann regt er sich schon mal auf: Unglaublich langsam sei die Bürokratie, sagt Alasaarela, dabei müssen Start-ups doch schnell sein. Trotzdem hat der finnische Seriengründer sein jüngstes Projekt in der deutschen Hauptstadt gegründet – weil er hier die besten Entwickler fand. Sein Start-up Linko entwickelt Software, mit der sich Kundenbeziehungen unbürokratisch über Smartphones und Tablets pflegen lassen – statt über nervige Formulare mit den eigenen Lieblings-Apps. Der 39-Jährige begann seine Karriere bei Nokia, bevor er zur Jahrtausendwende erstmals selbst ein Unternehmen gründete. Inzwischen hat er sieben Firmen in den USA und in Finnland aufgebaut, einige verkauft, einige eingestellt.

Christoph Janz mit Point Nine Capital

Als Schüler fing er an, mit Computern zu handeln, mit 22 Jahren gründete er mit DealPilot eins der ersten Internet-Start-ups der Republik. Noch bevor die Internet-Blase platzte, verkaufte Christoph Janz die Preisvergleichsplattform an Bertelsmann, gründete neue Projekte – und beschloss 2008, Investor zu werden. Zendesk, eines seiner ersten 25 Investments, ging kürzlich in New York an die Börse – aktueller Marktwert: mehr als eine Milliarde Dollar. 2011 sammelte Janz 40 Millionen Euro ein und gründete Point Nine Capital, einen Risikokapitalgeber, der Start-ups in der Frühphase unterstützt. „Da ist das Risiko zwar am größten, aber wir können am besten helfen“, sagt der 39-Jährige, der seine Expertise in einem Blog „The Angel VC“ seit 2005 bereitwillig mit der Gründerszene teilt.

Thomas Bachem mit Bachem Ventures

In Arbeit
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Eigentlich hatte Thomas Bachem sein jüngstes Projekt nur als kleines „Technik-Experiment“ gestartet: Mit lebenslauf.com wollte der Kölner Internet-Unternehmer und Softwareentwickler die Möglichkeit bieten, mit ein paar Klicks Lebensläufe für Bewerbungen zu gestalten. Als nach kurzer Zeit bis zu 15.000 Menschen monatlich die Plattform ansteuerten, verkaufte Bachem sie im Mai an das Business-Netzwerk Xing für einen sechsstelligen Betrag. Für den Seriengründer, der zuvor das Videoportal Sevenload und das Online-Spiel Fliplife mit aufgebaut hat, der dritte Exit. Längst investiert der 28-Jährige in Start-ups, außerdem hat er 2012 den Bundesverband Deutsche Startups mitgegründet, mit dem er für mehr Gründergeist in Deutschland kämpft.

Ali Jelveh mit Protonet

Es war ein neuer Weltrekord: Exakt drei Millionen Euro von 1826 Investoren hat das Hamburger Start-up Protonet im Juni über die Crowdfunding-Plattform Seedmatch eingesammelt – in weniger als sechs Tagen. Der Grund für das große Interesse: Das Start-up hat Server für kleine und mittelgroße Unternehmen entwickelt, die ähnlich flexibel und benutzerfreundlich, aber viel sicherer sein sollen als Cloud-Lösungen. Hinter Protonet steckt Ali Jelveh, der das Unternehmen zusammen mit Christopher Blum gestartet hat. Jelveh ist Softwareentwickler und studierter Physiker, vor dem Start von Protonet war er als Programmierer bei Xing tätig. Was seinem Selbstbewusstsein offenbar nicht geschadet hat – seine selbst gewählte Jobbeschreibung: Chief Revolutionary Officer.

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