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WirtschaftsWoche on Tour 6 Dinge, die etablierte Unternehmen von Start-ups lernen können

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Erfahrung? Egal.

2. Völlige Ahnungslosigkeit kann zum Erfolg führen

46 Millionen Euro Umsatz pro Jahr und dabei profitabel: Fond of Bags hat sich innerhalb weniger Jahre im Markt für Taschen etabliert. Das Start-up startete das Geschäft mit Schulrucksäcken, die so gar nichts mit den klassischen Ranzen von Scout und Co. gemeinsam haben.

„Unsere Stärke war völlige Ahnungslosigkeit“, sagt Gründer und Geschäftsführer Sven-Oliver Pink. Weder er noch seine Mitgründer hatten vorher irgendetwas mit Schulrucksäcken zu tun. Es gab nur die Idee, den Erfolg von Wanderrucksäcken – rückenschonend wegen guter Polster und einem zusätzlichen Gurt am Becken – auf Ranzen zu übertragen. Aber der erste Entwurf, den Pink bei einem vietnamesischen Hersteller anfertigen ließ, war nun leider wirklich etwas „ranzig“, oder um es mit den Worten des Gründers zu sagen: „Der schlechteste Schulrucksack, der je gebaut wurde.“

Sven-Oliver Pink, Gründer und Geschäftsführer von Fond of Bags. (zum Vergrößern bitte anklicken) Quelle: Presse

Doch er schaffte es, Einzelhändler von der Idee mit der Ergonomie zu überzeugen, verbesserte das Produkt immer weiter und verkauft mittlerweile mehr als 500.000 Rucksäcke pro Jahr.

2010 wurde das Unternehmen gegründet, „am Anfang haben wir bei den Bewerbern nur auf die leuchtenden Augen geachtet“, sagt Pink.

Erfahrung? Egal.

Was zählte, war die Leidenschaft. Heute hat sich rumgesprochen, dass Fond of Bags Ahnung vom Geschäft hat. Mittlerweile kämen immer mehr Bewerber mit großer Expertise, erzählt Pink – teilweise sogar von der Konkurrenz.

3. Denk an die Familie!

Börsen-Coaches anheuern für mehr Rendite: Diese Geschäftsidee fand Peter Thiel, Paypal-Gründer und Facebook-Investor, so spannend, dass er bei der jüngsten Millionen-Finanzierung bei dem Kölner Start-up nextmarkets einstieg.

Das Unternehmen wurde 2014 von den Brüdern Manuel und Dominic Heyden gegründet. „Wir passen perfekt zusammen“, sagt der 36-jährige Manuel. Er sei eher der Mann für Marketing, Vertrieb und Produktentwicklung – immerhin hat er schon im Alter von 19 sein erstes Unternehmen gegründet. Sein 38-jähriger Bruder dagegen sei schon immer ein „Computerfreak“ gewesen, der sich auf die Entwicklung von Online-Plattformen spezialisiert habe.

Manuel Heyden, CEO von nextmarkets. (zum Vergrößern bitte anklicken) Quelle: Presse

Die Gebrüder haben 2009 entdeckt, dass diese Mischung erfolgreich wird. Damals stieg Dominic als Technikchef bei dem Start-up ayondo ein, eine Social-Trading-Plattform, die sein Bruder gegründet hatte. 2014 verkauften die beiden ihre Anteile, um nextmarkets von Anfang gemeinsam aufzubauen.

Die Idee dahinter erklärt Manuel Heyden so: „Jeder Mensch hat einen Personal Trainer für Yoga oder Tennis – warum nicht auch für die Geldanlage?“ So entstand eine Plattform, auf der Börsenhändler ihre Ideen publizieren und ihren „Schülern“ sofort mitteilen, wenn sich eine neue Gelegenheit bietet. Die können dann mit ihrem eigenen Geld handeln. Betreutes Trading sozusagen.

Bisher verdient nextmarkets an monatlichen Abos, die Nutzer abschließen, um mit ihren Börsentrainern in Kontakt zu bleiben. Für das kommende Jahr arbeitet das 15-Mann-Unternehmen daran, den Nutzern auch eigene Onlinekonten für den Börsenhandel anzubieten, um direkt auf der Plattform handeln zu können.

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