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Gründertagebuch Feuerprobe bestanden

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armedangels 240: Die Quelle: B. Litjes/WirtschaftsWoche

20. Dezember

Noch eine vorweihnachtliche Überraschung: ein Brief von der Sparkasse. Wir wurden für einen der renommiertesten Startup-Wettbewerbe des Landes vorgeschlagen, den „Deutschen Gründerpreis“, den die Sparkassen zusammen mit dem „Stern“, Porsche und dem ZDF ausrichten. Wir fahren sofort zur Registrierung.

21. Dezember

Weihnachtsfeiern sind eigentlich immer lustig bei uns. Diesmal bin ich etwas wehmütig. Es ist gleichzeitig der Abschied unseres Online-Redakteurs Philipp, der in den vergangenen Monaten im Marketing Großes geleistet hat. Philipp promoviert nun. Wir hätten ihn gerne übernommen. Es wird schwer, ihn zu ersetzen.

24. Dezember

Ich bin zu Hause und schmücke den Weihnachtsbaum. Mein Handy klingelt, und Martin erzählt von einem Artikel in der „Vogue“. Bei H&M gebe es jetzt Hemden aus Biobaumwolle mit Designs von Popstars und Spendenanteil für die Aids-Hilfe. Verdammt, unser Konzept! Und das zu Weihnachten!!!

26. Dezember

Zwischen den Feiertagen legen Martin und ich einige Bürotage ein. Am allerwichtigsten ist, dass die Entwürfe für die Frühjahrskollektion nach Portugal zu unserem Produzenten rausgehen.

3. Januar

Passend zum neuen Jahr haben wir eine neue Praktikantin. Anna übernimmt in den nächsten Monaten die Textarbeit. Es war gar nicht einfach, Philipps Platz wieder zu besetzen. Anna studiert Modejournalismus.

7. Januar

Hoher Besuch im Armedangels-Büro: Transfair-Vorstand Dieter Overath schaut auf einen Kaffee vorbei. Transfair zertifiziert weltweit fair gehandelte Produkte. Wir haben ihn als Kooperationspartner für die Star-Akquise gewonnen. Über ihn konnten wir Kontakt zu der Schauspielerin Cosma Shiva Hagen und der Band Sportfreunde Stiller herstellen. Auch die wollen sich unsere Hemden ansehen.

11. Januar

Das Belgische Viertel in Köln ist der perfekte Ort für unsere Zentrale. Fast täglich merken wir, wie es mehr Künstler, Designer und Galeristen hierherzieht. Während der internationalen Möbelmesse wird uns das bewusst: Viele kleine Läden und Galerien um unser Büro herum veranstalten Ausstellungen. Wir nehmen uns vor, in Zukunft bei solchen Events ebenfalls vertreten zu sein.

15 Januar

Es wird hektisch. Die Firmenkollektion für Mod’s Hair erfordert unsere gesamte Konzentration. Damit keine Fehler passieren, müssen wir immer wieder mit dem Produzenten in Portugal telefonieren. Jedes kleinste Detail muss besprochen werden: die Nähte, der Druck, die Farben.

16. Januar

Das Lifestyle-Magazin „Qvest“ feiert seine erste internationale Ausgabe. Eine Fashionparty, zu der viele wichtige Leute aus der Modeszene kommen. Auch wir sind eingeladen, und Martin trägt unser Engelshirt. Er wird mehrfach darauf angesprochen. Anscheinend wächst die Bekanntheit unserer Marke.

17. Januar

Gründeralltag ist hart: Wir arbeiten oft bis spät in die Nacht. Zum Glück haben wir gerade die Kräfte des Marani-Tees entdeckt, ein grüner Tee, der besser wirkt als Kaffee. Heute haben die Bestellungen nach einer kleinen Nach-Weihnachtsflaute wieder zugelegt.

18. Januar

Ich ziehe mich zur monatlichen Zahlenprüfung zurück. Zwischen November und Dezember haben wir den Umsatz um 300 Prozent gesteigert. Dezember ist der erste Monat, in dem wir operativ Geld verdient haben. Nicht viel, aber immerhin! Am Nachmittag meldet sich die Agentin der Hip-Hop-Band „Die Fantastischen Vier“. Die Stars sind bereit, unsere Shirts zu tragen, jetzt müssen wir sie nur noch fotografieren. Ein Riesenerfolg unserer PR-Arbeit!!!

21. Januar

Konferenz DLD (Digital, Life, Design) in München. Ich treffe Jung-von-Matt-Geschäftsführerin Karen Heumann, die ich vom WiWo-Gründerwettbewerb gut kenne. Sie stellt mir die Geschäftsführerin einer bekannten Promi-PR-Agentur vor, mit der ich gerne zusammenarbeiten würde. Außerdem treffe ich den Gründerstar und Last.fm-Investor Stefan Glänzer auf einen Kaffee. Dann lerne ich Journalisten der „Bunten“ kennen, die eine Fotostrecke mit unseren Hemden planen. Das spornt an.

29. Januar

„Die Shirts sind wunderbar“, schreiben die Verantwortlichen von Mod’s Hair. Die dicke weiße Schrift auf den tiefschwarzen Hemden war genau das Richtige. Ich bin erleichtert. Die Mitarbeiter tragen die Hemden auf einer internationalen Marketingveranstaltung. Unsere Firmenkollektion hat die Feuerprobe bestanden. Nun hoffen wir auf die ersten Großaufträge...

5. Februar

Endlich haben wir einen fest angestellten Designer im Büro: Janosch hat vorher bei der TV-Produktionsfirma Endemol gearbeitet. Jetzt kann Martin, der den Bereich vorher mitverantwortet hat, sich wieder auf andere Baustellen konzentrieren. Nach dem ersten Tag hat Janosch schon Vorschläge für ein neues Layout unserer Web-Seite. Er findet, die Homepage sei zu unübersichtlich und unsere Hemden nicht prominent genug dargestellt.

8. Februar

Noch mehr Neuzugänge: Neben Janosch sind jetzt auch noch die beiden Praktikantinnen Micky und Miri dabei. Die beiden machen Streetmarketing für Armedangels. Sie sollen die Bekanntheit unserer Marke mit Guerilla-Aktionen steigern. Sie sprühen mit Kreidespray zum Beispiel unser Firmenlogo auf Kölner Straßen und denken sich Geschenk-Aktionen für den Valentinstag aus. Es macht Spaß, unser Team wachsen zu sehen.

12. Februar

Martin hat heute Studiengebühren bezahlt. Sein BWL-Studium ist immer noch nicht fertig. 650 Euro sind viel Geld dafür, dass er nicht richtig weiterkommt. Aber er gibt die Hoffnung nicht auf. Im Wintersemester will er seine letzten Klausuren schreiben. Doch statt zu studieren, fliegt er zunächst zu unserem Produktionspartner nach Portugal. Er holt die Musterteile für die nächste Kollektion ab. Es ist wichtig, dass wir den Produzenten endlich einmal persönlich treffen. Wir arbeiten schon Monate mit ihm zusammen und er ist der zuverlässigste unserer Partner. Verlässlichkeit ist selten bei den Fairtrade-Produzenten. Trotzdem werden wir in diesem Jahr noch mit einer Produktionsstätte in Indien zusammenarbeiten. Es ist riskant, nur auf einen Hersteller zu setzen. Fällt der mal aus, steht bei uns das Geschäft still. Die Inder sind für uns auch deswegen interessant, weil sie ein Netz von Fairtrade- und Öko-Bauern aufbauen.

13. Februar

Die Muster-Hemden der neuen Kollektion sind da, sie sehen spitze aus, und die Qualität übertrifft unseren Erwartungen bei Weitem. Ich finde die Designs frischer und erwachsener.

15. Februar

Ich habe auf der Echo-Preisverleihung den Hip-Hop-Sänger Thomas D. von den Fantastischen Vier kennengelernt. Er ist ein sympathischer Typ, wir hatten ein gutes Gespräch. Thomas war offensichtlich begeistert von unserer Geschäftsidee. Wir haben vereinbart, die Hemden für seine nächste Konzert-Tour zu produzieren. Außerdem habe ich mich mit dem Starkoch Tim Mälzer über Armed-angels unterhalten. Auch er wäre als Markenbotschafter ideal.

16. Februar

Heute war das Shooting für die neue Kollektion. Zwölf Stunden war das Team am Set, 2000 Euro hat der Tag gekostet, und sechs Wochen hat Sanda den Tag vorbereitet. Aber das alles hat sich gelohnt. Die Stylistin, die Models und der Fotograf haben super Arbeit geleistet. Ich bin gespannt, wie die Fotos ankommen werden...

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