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Gründerwettbewerb Studenten siegen mit Schokolade nach Maß

Chocri gewinnt den WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerb. Das Startup stellt Schokotafeln nach den Wünschen der Kunden her und bezieht sie in Entscheidungen mit ein. Im Gegensatz zu anderen Startups hat es mit diesem Konzept Erfolg.

Gründer Bruck, 23 und Duge im Zutatenlager. Die Expansion in die USA steht kurz davor Quelle: Hans Scherhaufer für WirtschaftsWoche

Exakt 16.741.604.880 verschiedene Tafeln Schokolade haben Franz Duge und Michael Bruck und ihr Startup Chocri im Angebot. Nebeneinandergelegt würden die Tafeln eine Fläche von der Größe des Lago Maggiore bedecken; zusammen wären sie ungefähr so schwer wie zwei Öltanker. Klingt nach einem großen Lager, Produktionshallen mit riesigen, Schoko-spotzenden Maschinen und Hunderten Mitarbeitern, die säckeweise Kakaobohnen in ratternde Mahlwerke füllen.

Doch es ist anders: In der Chocri-Zentrale in Berlin stehen nur ein paar Regale, in denen sich die Zutaten gut sortiert in Plastikdosen stapeln. Die Mitarbeiter fertigen jede Tafel von Hand an – ob mit Schnittlauchröllchen und Pistazien oder Dinkelflocken und Sauerkirschen. Eben genau jene Komposition, die der Kunde auf der Internet-Seite des Startups vorher aus 90 Zutaten kreiert hat. Ein paar Tage später landet die individuelle Schokotafel mit Wunschetikett im Briefkasten.

600 Tafeln pro Tag

Schokolade nach Maß – das ist die Idee, mit der Duge und Bruck den diesjährigen WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerb gewonnen haben. Die Juroren attestieren Chocri ein großes Potenzial und loben die Gründer: „Fachlich überzeugend“ seien die beiden „sympathischen Macher“, die „rund um die Uhr“ an ihrer Idee arbeiten.

Es bleibt ihnen auch kaum etwas anderes übrig, als permanent noch mehr Schoko-Unikate herzustellen. Den Kunden mundet Chocri schon ein Jahr nach dem Start gewaltig: Knapp 120.000 Tafeln hat das Unternehmen seit der Gründung im September 2008 produziert – pro Tag kommen im Schnitt 600 weitere dazu.

Beispiel für Paradigmenwechsel

In den ersten zwölf Monaten hat Chocri so einen sechsstelligen Umsatz erzielt; 20 Mitarbeiter arbeiten mitunter im Dreischichtbetrieb. Im März rückten in der Berliner Zentrale die Betonmischer an, um die Produktionsräume von 30 auf 170 Quadratmeter zu vergrößern.

Damit ist Chocri das beste Beispiel für einen Paradigmenwechsel in der Wirtschaft, den das Internet in den vergangenen Jahren noch beschleunigt hat: Weg von der reinen Massenproduktion, hin zur individualisierten Massenproduktion, auch Mass Customization genannt.

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