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Ab 2016 Bafög-Studenten bekommen sieben Prozent mehr Geld

Noch bis Herbst 2016 müssen Studenten und Schüler warten, bis sie mehr Bafög bekommen. Dann übernimmt der Bund die Kosten für die Ausbildungsförderung voll. Die Länder erhalten mehr finanziellen Spielraum.

So kommen Studenten durch den Bafög-Dschungel
Keine Zeit verstreichen lassenJe früher der Antrag eingereicht wird, desto besser. Denn die Genehmigung kann sich hinziehen – vor allem, wenn der Antrag zu den Stoßzeiten gestellt wird. Zum Wintersemester stauen sich die Anträge bei den Ämtern im September und Oktober jeden Jahres, zum Sommersemester im März und April. Wer schnell seine durchschnittlich 448 Euro im Monat erhalten will, sollte deshalb  zwei Monate vor Semesterbeginn seinen Antrag einreichen, bei Auslands-Bafög schon sechs Monate vorher. Quelle: dpa
Verspätung kostet GeldAuch wenn noch Unterlagen fehlen – wie zum Beispiel die Studienbescheinigung – sollte man seinen Antrag trotzdem schon einreichen. Was noch fehlt, lässt sich immer noch nachreichen. So läuft die Genehmigung später schneller ab und man verliert kein Geld. Denn die Zahlungen werden nur rückwirkend geleistet – ab dem Zeitpunkt der Antragstellung. Wer seinen Antrag im Wintersemester etwa erst im November einreicht – also einen Monat nach Semesterbeginn – bekommt sein Bafög später auch erst ab diesem Monat gezahlt. Den Oktober haben die Späteinreicher damit verloren. Also sollte man spätestens bis zum 31. Oktober mit den Unterlagen beim Bafög-Amt gewesen sein. Quelle: Fotolia
Ein formloser Antrag hilft zur FristwahrungWer es nicht schafft, den Antrag fristgerecht einzureichen, aber keine Monatszahlung verlieren will, der sollte einfach vorab einen formlosen Antrag stellen. Das kann ein reguläres Schreiben mit den wichtigsten Eckdaten sein – Name, Anschrift, Hochschule, Studienort, ob es sich um einen Erstantrag oder einen Folgeantrag handelt – und mit der Ankündigung, dass die ausgefüllten Formulare und Unterlagen noch nachgereicht werden. Manche Bafög-Ämter bieten auch an, den formlosen Antrag zur Fristwahrung über ein Online-Formular einzureichen. Quelle: dpa
Die richtigen Formulare ausfüllenAntragsteller erwarten auf der Homepage des Bildungsministeriums sechs Formblätter, sowie zwei Anlagen. Jeder Antragsteller muss grundsätzlich das Formblatt 1 mit den Informationen zu sich selbst ausfüllen, sowie die Einkommenserklärungen der Eltern (Formblatt 3). Außerdem ist unabdingbar das Formblatt 2, das von der Hochschule zur Bestätigung ausgefüllt werden muss. Anstatt damit zum Studierendensekretariat zu rennen, kann man auch eine reguläre Studienbescheinigung der Hochschule einreichen. Der Lebenslauf (Anlage 1 zu Formblatt 1) muss nur beim Erstantrag ausgefüllt werden, die Leistungsbescheinigung (Formblatt 5) nur gegen Studienende – um die weitere Förderung auch mit den bisher erbrachten Studienleistungen zu rechtfertigen. Quelle: dpa
Online-Anträge ersetzen die schriftlichen nichtEinige Bundesländer bieten die Möglichkeit, den Antrag online zu stellen. Das mag angenehm sein – wegen einfacher Korrekturen und weniger Zettelwirtschaft – ersetzt jedoch den schriftlichen Antrag nicht. Auch wenn der Antrag online verschickt wird, muss er trotzdem ausgedruckt beim Bafög-Amt eingereicht werden. Ansonsten gelten die Unterschriften und beglaubigten Nachweise nicht. Quelle: dpa
NachfragenWer sich bei manchen Antragspunkten nicht sicher ist, kann bei der Hotline des Bildungsministeriums wochentags von 8 bis 20 Uhr unter der 0800-223 63 41 kostenlos nachfragen. Um auf Nummer sicher zu gehen, ob auch alles richtig ausgefüllt ist und nichts fehlt, solle man seine Unterlagen persönlich zu den Sprechstunden des jeweiligen Studentenwerks beim Sachbearbeiter vorbeibringen und durchsehen lassen. Das bringt den Antrag schneller voran. Dauert die Genehmigung danach länger als drei Wochen, sollte nochmal beim Sachbearbeiter anrufen. Quelle: dpa
Kontaktdaten nennenDie Angaben von Telefonnummer und E-Mail-Adresse sind zwar freiwillig – sollten jedoch gemacht werden. So können die Sachbearbeiter schnell nachfragen und müssen nicht erst einen Brief aufsetzen. Das sorgt dafür, dass der Antrag schnell genehmigt wird und auch direkt zu Semesterbeginn das Geld eintrifft. Das Geld wird zwar rückwirkend zum Zeitpunkt der Antragstellung  nachgezahlt, aber nicht jeder kann es sich leisten auf Geld zu warten. Quelle: dpa

Studenten und Schüler erhalten ab Herbst 2016 sieben Prozent mehr Bafög. Zugleich werden nach dem Kabinettsbeschluss vom Mittwoch die für die Bafög-Berechnung wichtigen Elternfreibeträge ebenfalls um sieben Prozent angehoben. Der Mietzuschlag bei der Ausbildungsförderung wird von 224 Euro auf 250 Euro erhöht. Insgesamt steigt daurch der monatliche Bafög-Höchstsatz künftig von 670 auf 735 Euro. Die letzte Bafög-Anhebung war im Herbst 2010.

Mit den Verbesserungen wird nach den Worten von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) das Bafög „an die Lebens- und Ausbildungswirklichkeit derer angepasst, die auf die Leistungen angewiesen sind“. Durch die Anhebung der Einkommensfreibeträge würden künftig zusätzlich rund 110 000 junge Menschen Förderung bekommen können. Das Deutsche Studentenwerk (DSW) begrüßte den Kabinettsbeschluss. Mit Blick auf die sechsjährige Erhöhungspause sagte DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde allerdings: „Wichtig ist, dass nicht noch einmal viele Jahre und mehrere Generationen von Bachelor-Studierenden ins Land gehen, ohne dass sich beim Bafög etwas tut.“ Das Studentenwerk bekräftige seine Forderung nach einer regelmäßigen Anpassung der Förderung an die Preis- und Lohnentwicklung.

Bereits ab Januar 2015 will der Bund laut Kabinettsbeschluss den bisherigen Länderanteil an den Bafög-Kosten übernehmen - und zwar dauerhaft. Die Länder, die bisher 35 Prozent der Bafög-Kosten mittragen mussten, sparen dadurch pro Jahr knapp 1,2 Milliarden Euro. Dieses Geld sollen sie zusätzlich für Bildung ausgeben, insbesondere für die Hochschulen. Wanka sagte dazu: „Es ist jetzt an den Ländern, die finanziellen Spielräume im Sinne von Studierenden und Schülern zu nutzen.“ Scharfe Kritik kam von den Grünen. „Mit ihrem Plan, das Bafög erst im Herbst 2016 zu reformieren, nimmt die Koalition billigend in Kauf, dass immer weniger junge Menschen Förderung erhalten und der Bildungsaufstieg von Arbeiterkindern blockiert bleibt“, sagte der Hochschulpolitiker der Grünen, Kai Gehring. Union und SPD sollten sich im Bundestag einen Ruck geben und den Termin für die Erhöhung deutlich vorziehen.

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Unions-Fraktionsvize Michael Kretschmer (CDU) sagte hingegen, dass Bafög bleibe mit der Reform Kernbestandteil der chancengerechten Hilfen zur Ausbildungsfinanzierung. Auch SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil nannte die Bafög-Reform einen wichtigen Schritt zu mehr Chancengleichheit. „Gleichzeitig schafft die vollständige Übernahme der Bafög-Kosten durch den Bund in den Ländern Spielräume, um in Hochschulen, Schulen und in frühkindliche Bildung zu investieren.“ Neben der monatlichen Bafög-Erhöhung steigen auch die Zuschläge für Studierende mit Kind von 113 auf 130 Euro. Die monatliche Zuverdienstgrenze für Bafög-Empfänger wird auf 450 Euro angehoben. Für Studenten oder Schüler mit einem Sparbuch oder eigenem Vermögen wird der Freibetrag von bisher 5200 auf 7500 Euro angehoben.

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