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Absolventen-Gehälter Wo Informatiker, Ingenieure und BWLer am besten verdienen

Nach der Abschlussfeier ist vor dem Jobeinstieg. Wo Absolventen, wie diese von der Universität Mannheim, das höchste Einstiegsgehalt rausholen können.  Quelle: dpa

Controller bei einem Autozulieferer werden oder doch als Berater anfangen? In die Medizintechnikbranche einsteigen oder weiter an der Uni forschen? Ein neuer Gehaltsvergleich der Stellenbörse Stepstone gibt Antworten aus Sicht Ihres Geldbeutels.

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Knapp 60.000 Euro Einstiegsgehalt, davon können die meisten Hochschulabsolventen nur träumen. Die größten Chancen auf eine solch üppige Bezahlung haben angehende Mediziner und Zahnmediziner, denn sie verdienen laut dem neuen Gehaltsreport der Online-Stellenbörse Stepstone am besten. Während das durchschnittliche Absolventengehalt  bei 45.395 Euro liegt, ist ein Medizinabschluss 59.486 Euro wert. 

Die Zahlen ergeben sich aus rund 13.000 Gehaltsdaten von Hochschulabsolventen mit maximal zwei Jahren Berufserfahrung, die die Analysten von Stepstone ausgewertet haben. Wer es bei einem Bachelor belässt, verdient zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn im Schnitt 42.169 Euro und damit deutlich weniger als mit einem Master (47.370 Euro). Diese Differenz von etwa 5000 Euro zieht sich über fast alle Studiengänge. 

Frauen fordern weniger 

Noch deutlicher fällt jedoch die Kluft zwischen Absolventen und Absolventinnen auf. Die Männer verdienen schon zu Beginn der beruflichen Laufbahn im Durchschnitt gut 9000 Euro mehr als ihre weiblichen Kolleginnen. Ein Grund hierfür sei, dass Männer sich häufiger für Studiengänge mit besseren Gehaltsaussichten, wie Ingenieurwesen oder Informatik entscheiden, sagt Stepstone-Gehaltsexperte André Schaefer. Außerdem hänge die Differenz bei gleicher Studienwahl mit den niedrigeren Gehaltserwartungen der Frauen zusammen.  "Diese Lohnlücke entsteht also schon vor dem ersten Job und bleibt häufig bestehen“, sagt Schaefer. Insgesamt seien die Einstiegsgehälter aber trotz Corona-Krise ordentlich. „Weil die demografischen Herausforderungen den Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren erst noch mit voller Wucht erreichen werden, wird sich das auch weiterhin in den Gehältern widerspiegeln.“

Neben den Medizinern können vor allem Wirtschaftsingenieure sowohl mit Bachelor (47.073 Euro) als auch mit Master (52.832 Euro) gut verdienen. Juristen kommen auf ein durchschnittliches Absolventengehalt von 52.329 Euro. Auch Informatiker haben gute Gehaltsaussichten. Mit Bachelorabschluss kommen sie auf durchschnittlich 45.709 Euro, mit einem Master auf 50.978 Euro. Am wenigsten verdienen Absolventen mit einem Design-Bachelor (34.120 Euro).

Doch innerhalb der Studiengänge gibt es je nach Job und Branche erhebliche Differenzen. Mit Blick auf die wirtschaftsnahen Studiengänge kommt der Gehaltsreport zu folgenden Ergebnissen:

Wirtschaftswissenschaftler



Die höchsten Gehälter erzielen Absolventen, wenn sie als Berater ins Berufsleben starten. Dann kommen sie im Schnitt auf 51.735 Euro pro Jahr. Deutlich weniger sind es in Berufen wie Marketingmanager (39.639 Euro) oder Personalreferent (42.926 Euro). Mit Blick auf die Branchen haben es Wirtschaftswissenschaftler bei Banken, Maschinenbauern und Versicherungen am besten. Dort winken Gehälter von mehr als 48.000 Euro. Das sind rund 4000 Euro mehr als in Wirtschaftszweigen wie IT, Immobilien und Elektrotechnik. Regional betrachtet, erhalten Wirtschaftswissenschaftler in  München, der Bankenmetropole Frankfurt und in Stuttgart die höchsten Einstiegsgehälter.

Ingenieure

Auch sie verdienen am besten in einem Berufsfeld, das strenggenommen nicht zu ihrer Kernkompetenz gehört: als Berater. Sie verdienen dann durchschnittlich 51.705 Euro. Auch Elektroingenieure stoßen in diese Größenordnungen vor. Bauingenieure hingegen müssen sich mit deutlich weniger zufrieden geben (44.119 Euro). Insgesamt bezahlt die Automobilbranche junge Ingenieure am besten und bietet im Schnitt 53.302 Euro. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Chemieindustrie (50.668 Euro) und die Medizintechnikbranche (50.549 Euro). Stuttgart, München und Karlsruhe sind die Orte, an denen Ingenieure die höchsten Einstiegsgehälter winken.   

Naturwissenschaftler

Auch die Absolventen dieser Studiengänge steigen mit besonders hohen Gehältern ein, wenn sie als Unternehmensberater ins Berufsleben starten. Denn dort sind ihre Analysefähigkeiten einerseits begehrt, zugleich wählen nur  wenige Naturwissenschaftler diesen Weg, entsprechend umworben sind sie. Noch mehr verdienen diese Absolventen, wenn sie Data-Scientists werden. Da kommen sie im Durchschnitt auf 53.726 Euro. In der naturwissenschaftlichen Forschung gibt es deutlich weniger (45.866 Euro). Das bestätigt auch der Blick auf die Branchen. Wissenschaft und Forschung kommen auf nicht mal 45.000 Euro für ihre Nachwuchswissenschaftler. Unternehmensberatungen zahlen im Schnitt 56.796 Euro. Die besten Städte für Naturwissenschaftler sind Frankfurt, München und Köln.

Informatiker

Wie auch die Naturwissenschaftler verdienen ITler am meisten, wenn sie als Data Scientists arbeiten. In diesem Beruf gibt es im Schnitt 52.767 Euro.  Weil Autos mittlerweile mehr Software- als reines Industrieprodukt sind, zahlt sie Automobilbranche kräftig für ihren IT-Nachwuchs. Im Schnitt gibt es dort 55.464 Euro. Aber auch die Pharmaindustrie, der Energiesektor und Versicherungen locken mit hohen Einstiegsgehältern von rund 52.000 Euro. Düsseldorf, München und Stuttgart sind die Städte, in denen Informatiker am meisten verdienen.


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Und obwohl München Uni-Absolventen aller Studienrichtungen gute Gehaltsaussichten bietet, sollte ein Umzug allein wegen des Geldes gut bedacht sein. Denn der Absolventen-Gehaltsreport hat auch untersucht, wie viel vom Lohn übrig bleibt, wenn man die Lebenshaltungskosten der jeweiligen Stadt gegenschneidet. Die Analysten kamen zu dem Ergebnis, dass in München nach Abzug der durchschnittlichen Konsumkosten kaum etwas  vom Gehalt übrig bleibt. Wer etwas zurücklegen möchte oder sich gerne auch mal etwas mehr gönnt, sollte nach Rostock ziehen. Dort haben Berufseinsteiger am Monatsende durchschnittlich 44 Prozent ihres Nettogehalts übrig.

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