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„Affirmative Action“ US-Studentin zu weiß für die Uni?

Eine junge US-Amerikanerin wirft der University of Texas vor, sie abgelehnt zu haben, weil sie weiß ist. Das höchste US-Gericht drückte sich vor einer Grundsatzentscheidung.

„Es gab Leute in meiner Klasse mit schlechteren Noten, die nicht so viele Aktivitäten aufzuweisen haben wie ich, die aber zugelassen wurden“, sagt Abigail Fisher. Quelle: AP

Abigail Fisher hat einen kupferfarbenen Haarschopf und trägt kein Make-up. So jedenfalls kennt sie die amerikanische Öffentlichkeit aus dem Fernsehen und aus Internet-Videos. Die heute 23-Jährige steht im Mittelpunkt eines spektakulären Rechtsstreits. Sie hat die renommierte University of Texas in Austin verklagt, sie 2008 abgewiesen zu haben, weil sie weiß sei. Studenten aus Minderheitengruppen mit ähnlichen Hochschul-Abschlussnoten und Testergebnissen seien zugelassen worden. Das sei eine Diskriminierung wegen ihrer Hautfarbe und verstoße gegen die US-Verfassung.

 

Ursprünglich wurde die Maßnahme als eine Art Gegengewicht zu Diskriminierungen von Schwarzen verstanden. Diese Fördermaßnahmen sind als „Affirmative Action“ bekannt - und seit langem heftig umstritten. Einer neusten Umfrage des TV-Senders CNN lehnen 68 Prozent der Amerikaner eine Sonderbehandlung ab.

Das Oberste US-Gericht wies die Klage der jungen Frau aber zurück. Die unteren Instanzen hätten bei der Beurteilung des Falls bisherige Grundsatzurteile des Obersten Gerichts nicht genügend berücksichtigt, so die Richter.

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Passanten gehen am Dienstag (28.08.12) in Bremen an der Fassade des Empfangsgebaeudes des Bremer Hauptbahnhofes vorbei. Quelle: dapd
Ein Brunnen vor dem Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität in München Quelle: dpa
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Abendhimmel hinter der Baustelle der Elbphilharmonie am Hafen von Hamburg. Quelle: dpa
Die Rücklichter fahrender Autos werden am Mittwochabend (21.03.2012) auf der Karl-Marx-Allee in Berlin dank einer Langzeitbelichtung zu roten und gelben Linien. Quelle: dpa
Birds sit on a statue in the park of Sanssouci Palace Quelle: dapd
Gäste am Kreuzfahrtterminal in Warnemünde Quelle: dpa/dpaweb

Befürworter der „Affirmative Action“ glauben, dass es im vorliegenden Rechtsfall gar nicht direkt um Abigail Fisher geht. Ihr Name tauche in der umfassenden Klageschrift nur fünfmal auf, hebt „ProPublica“ hervor, eine Organisation für investigativen Journalismus. Konservative politische Aktivisten hätten seit längerem auf eine Gelegenheit gewartet, „Affirmative Action“ auszuschalten - auf ein perfektes „Opfer“: intelligent, fleißig, strebsam - und sehr weiß.

„Es gab Leute in meiner Klasse mit schlechteren Noten, die nicht so viele Aktivitäten aufzuweisen haben wie ich, die aber zugelassen wurden“, sagt Abigail in einem YouTube-Video. „Der einzige andere Unterschied zwischen uns war die Farbe unserer Haut.“ Die Universität verweist darauf, dass ihre Zulassungspraktiken den bisherigen richterlichen Vorgaben folgten. Sie argumentiert auch, dass im Fall Abigail die Hautfarbe nur ein geringfügiger Faktor gewesen sei. Die Noten und Testergebnisse der jungen Frau hätten schlicht für eine Zulassung nicht ausgereicht.

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Die Uni folgt einem bestimmten System: Akzeptiert werden automatisch alle Studenten, die in ihrer jeweiligen Klasse zu den zehn Prozent mit den besten High-School-Abschlussnoten gehören. Das macht bereits gut 90 Prozent aller Studienplätze aus. Die restlichen werden nach einer Reihe von Kriterien vergeben, neben Noten Führungsqualitäten, Dienst für die Allgemeinheit, aber auch besondere Umstände wie das Aufwachsen mit nur einem Elternteil und - die ethnische Zugehörigkeit. Abigail hat inzwischen an einer anderen Uni studiert und arbeitet der „New York Times“ zufolge bei einem Finanzunternehmen. 

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