Anpassung par excellence Sind die Hörsäle voller Duckmäuser?

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"Studenten haben Angst Fehler zu machen"

Sind die Studenten denn grundsätzlich gut auf die Universität vorbereitet?

Schule heute ist stark auf Kompetenzen ausgerichtet, weniger darauf, dass man das Gelernte tatsächlich längere Zeit im Kopf behält und verarbeitet. Die Hauptsache ist, dass die Schüler wissen, wo sie auf Nachfrage Informationen finden. Trotzdem würde ich bei jemandem, der Politikwissenschaft studiert, voraussetzen, dass er oder sie zum Beispiel die Bundeskanzler in der richtigen Reihenfolge nennen kann. Natürlich nicht deswegen, weil sich das Politikwissenschaftsstudium im Auswendiglernen von Namen und Daten erschöpft, sondern deswegen, weil ein Mindestmaß an Vorwissen auf ein ernsthaftes Interesse schließen lässt. Der Akku des Smartphones kann mal leer sein, dann ist es ganz gut, ein paar Dinge netzunabhängig parat zu haben. Im Schulunterricht kommen elementare Kenntnisse des deutschen Regierungssystems nicht immer vor, also nimmt man es ins Studium auf. Das heißt, die Uni holt Stoff nach, der am Gymnasium nicht mehr behandelt wurde. Dafür können Studenten aber häufiger Tai Chi als früher ...

Sie schreiben, dass es beispielsweise an der Uni Frankfurt Kurse gibt, die die Studenten auf das Studieren vorbereiten…

Solche Kurse werden offenbar nachgefragt. Wir müssen viele Dinge erklären, von denen wir glaubten, dass wir sie nicht explizit erklären müssen.

Die da wären?

Wie halte ich eine Hausarbeit durch? Wie halte ich ein Studium durch? Wie motiviere ich mich selbst?

Sind die Studenten denn so unsicher?

Sie sind umstellt von Erwartungen und haben den Eindruck, dass sie keinen Fehler machen und keinen Umweg gehen dürfen. Es ist eigentlich normal, dass es zum Beispiel beim Schreiben einer Hausarbeit Tage gibt, an denen einem nichts einfällt. Aber heute ist das oft eine große Katastrophe, gegen die man ganz schnell irgendeine Turbo-Therapie finden muss. Interessant ist: Die Zeitspanne, die man bis zum Master braucht, hat sich im Vergleich zum Magister nicht verringert. Aber das Gefühl, dass alles so schnelllebig ist und dass immer eine Hausarbeit der nächsten und eine Prüfung auf die andere folgt, das ist bei den Studenten sehr stark. Deshalb glauben viele auch, dass alles sofort perfekt sein muss. Und dann reizt es natürlich, wenn die Uni ein Angebot macht: "So lernst du richtig" und Banalitäten wie "anfangen, durchhalten und beenden" mit einer akademischen Autorität als Heilslehre verkündet. 

Warum Sie sich besser motivieren können als jeder andere
Interne Motivation:Bei den unterschiedlichen Motivationsstrategien unterscheiden Wissenschaftler zwischen internen und externen Motivationsfaktoren. Weitaus effektiver sind die internen Anreize, die uns zu Höchstleistungen anspornen. Sie müssen es also selber wollen: Die Psychologen Amy Wrzesniewski und Barry Schwartz von der Universität Yale haben dies in einer Langzeitstudie mit Kadetten der amerikanischen Militärakademie West Point nachgewiesen. Die Kadetten wurden zu Beginn ihrer Kadettenlaufbahn befragt, woher sie ihre Motivation nehmen an der Ausbildung teilzunehmen. Nach der Auswertung von über 10.000 Daten kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass Kadetten, die ihre Motivation aus inneren Überzeugungen ziehen können, überdurchschnittlich erfolgreiche Akademie-Abschlüsse ablegen. Verglichen mit Kollegen, die ihre Motivation aus externen Gründen wie einem sicheren Job oder Einkommen ziehen, haben sie eine 20-Prozent höhere Chance, West Point erfolgreich abzuschließen. Quelle: AP
Eifersucht, Hass und LiebeStarke Gefühle sind die besten Motivationshelfer: Unsere Entscheidungen treffen wir oft genug nicht bewusst und überlegt. Im Gegenteil. In unserem Gehirn kämpfen ein rationaler und ein emotionaler Teil über die Entscheidungshoheit. Um Mitmenschen zu motivieren, eignet sich der emotionale Flügel aber weitaus besser. Gefühle wie Eifersucht, Liebe oder Mitleid bewirken viel schneller Verhaltensänderungen als rationale Argumente. Dieses Thema greifen auch die beiden Autoren Chip and Dan Heath in ihrem Buch „Feel something“ auf. Dabei beziehen sie sich auf Untersuchungen mit etwa 400 Probanden aus über 130 Unternehmen. Quelle: Fotolia
FortschrittBetrachten Sie die Fortschritte, die Sie schon gemacht haben, anstatt die Aufgaben, die noch vor Ihnen liegen: Nicht nur in der Arbeitswelt, sondern auch im Alltagsleben kann diese Motivation Gold wert sein. Teresa Amabile von der Universität Havard erklärt in ihrem Buch „The Progress Principle“, dass viele kleine Fortschritte während eines Arbeitsprozesses Menschen mehr anspornen als seltene, große motivierende Ereignisse. Amabile stützt ihre Theorie auch eine Analyse von etwa 12.000 Tagebucheinträgen von rund 240 Angestellten aus sieben unterschiedlichen Unternehmen. Als Tipp rät die Autorin Führungspersönlichkeiten daher, die Mitarbeiter regelmäßig zu Reflektionen anzuregen. Wo habe ich begonnen und wie weit bin ich gekommen? So werden auch kleine Fortschritte deutlicher. Quelle: Fotolia
Warum – und nicht wasEs ist egal, was Sie tun, solange Sie wissen, warum Sie es tun. So lange Sie keinen Sinn in Ihrem Handeln sehen, wird es schwer fallen, sich zu motivieren. Diesen Forschungsansatz verfolgt auch Simon Sinek, der das Verhalten von Führungspersonen wie Abraham Lincoln, Martin Luther King oder Steve Jobs analysiert. In seinem Buch „Start with Why: How great Leaders Inspire Everyone to Take Action“ identifiziert er vor allem eine Gemeinsamkeit der historischen Personen: Ihre Fähigkeit Menschen durch Reden zu motivieren. Eine nähere zeigt, Lincoln, King & Co. legten besonders viel Wert darauf, das „Warum“ zu erklären und nicht bloß das „Was“. Quelle: Fotolia
Das Beste aus dem Arbeitsalltag machen Quelle: Fotolia
IdentifikationEin Schlüssel für motivierte Kollegen und Mitarbeiter ist ihr Identifikations- und Zufriedenheitsgefühl im Job. Immerhin 67 Prozent der Beschäftigten machen hierzulande nur noch Dienst nach Vorschrift, sind also kaum bei der Sache. Jeder sechste hat innerlich sogar gekündigt - das geht aus einer Studie der Unternehmensberatung Gallup hervor. Für die Motivation von Mitarbeitern ist dieser innere Boykott Gift. Umso wichtiger ist es also für Manager und Führungskräfte, von vornerein dieses Missstimmung zu vermeiden. Auch Google-Gründer Larry Page sagte dem Magazin Fortune, es sei äußerst erstrebenswert dass "sich die Mitarbeiter als Teil der Firma fühlen und die Firma für sie wie eine Familie ist." Quelle: Fotolia
Sich selbst belohnen Quelle: Fotolia
Sich künstlich Zeitdruck schaffen Quelle: Fotolia
WettbewerbFür die Motivation sind nicht nur die Höhe des Lohns entscheidend, sondern auch der Vergleich mit anderen. Ökonomen und Hirnforscher der Universität Bonn haben herausgefunden, dass Männer eine große Motivation aus dem Wettbewerb mit Kollegen ziehen. In ihrem Versuch ließen sie 38 Männer in Schätz-Übungen paarweise gegeneinander antreten. Dabei überprüften die Forscher die Hirnaktivität der „Belohnungszentren“ bei den Schätz-Siegern. Das Ergebnis: Am höchsten war die Hirnaktivität bei denen, die selber einen hohen und ihre Kontrahenten einen niedrigen oder gar keinen Lohn erhielten. Quelle: Fotolia

Also doch irgendwie Esoterik...

Ich möchte diese Angebote gar nicht verdammen. Ich frage mich nur, warum braucht man sowas in Fächern, die die Leute ja letztlich frei gewählt haben. Es zwingt einen niemand dazu, Politik oder Geschichte zu studieren. Wir Lehrende gehen immer noch ganz idealtypisch von dem Studenten aus, der eine hohe innere Motivation hat. Speziell in den Geisteswissenschaften vermuten wir Idealisten, gerade weil Absolventen geisteswissenschaftlicher Studiengänge selten Top-Manager und Spitzenverdiener werden. Wir stellen aber oft fest, dass auch da Neugier und innerer Antrieb fehlen. Die Hauptmotivation sind die Noten und der Abschluss, den man möglichst schnell erreichen will.

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